Spannender Vortragsabend im Koblenzer Hör-Haus
„Beethovens Taubheit“
Beethoven ist zu früh geboren - in der heutigen Zeit würde er sein ganzes Leben lang hören können
Koblenz. Die Verbindung der Stadt Koblenz mit dem weltberühmten Komponisten Ludwig van Beethoven ist dessen Mutter, Maria Magdalena van Beethoven, die am 19. Dezember 1746 in Koblenz geboren wurde. Mit diesen einleitenden Worten zur Biografie des deutschen Komponisten der Wiener Klassik begann gestern am Spätnachmittag Professor Dr. med. Jan Maurer, Chefarzt der Klinik für HNO-Krankheiten und ärztlicher Direktor des katholischen Klinikums Koblenz – Montabaur, Marienhof Koblenz, seinen Vortrag „Beethovens Taubheit“.
Im Seminarraum der Zentrale des inhabergeführten Familienunternehmens BECKER Hörakustik in der Koblenzer Schloßstraße hatten sich zahlreiche Interessierte versammelt, um den Ausführungen von Professor Maurer zu folgen. Dass Beethovens Schicksal von seiner völligen Taubheit in den späteren Jahren seiner Schaffenszeit geprägt war, ist weitestgehend bekannt. Dass er jedoch bereits mit 30 Jahren nicht mehr hören konnte als lautes Brausen und Sausen in seinen Ohren und ihn das zu diesem Zeitpunkt schon an den Rand des Selbstmords getrieben hat, war für den Großteil der Zuhörer neu.
Ursachen von Schwerhörigkeit
Zugleich fesselnd, informativ und unterhaltsam schilderte Professor Maurer in seinem Vortrag unter anderem die Entwicklung der Medizin bei Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit in den Jahren nach Beethoven bis heute. Nach der detaillierten Darstellung der verschiedenen Ursachen von Schwerhörigkeit wie zum Beispiel Otosklerose (Verkalkung des Innenohrs), Schädelverletzungen, genetische Hörstörungen ( vererbbare Schwerhörigkeit) oder die Schwerhörigkeit als Folge von Erkrankungen wie Typhus oder Syphilis, folgte die Erläuterung der gegenwärtigen Möglichkeiten der Hilfe für Menschen mit einem beeinträchtigten Hörvermögen. Interessant zu erfahren, dass dem genialen Musiker Beethoven in der heutigen Zeit seine Hörfähigkeit durch eine Kombination von Implantat und Hörgerät erhalten geblieben wäre. Zum Abschluss seines Vortrags erlaubte der Klinikchef dem Auditorium einen Blick in die Zukunft. Die Forschung verfolgt zwei Wege: Auf der einen Seite geht es um Therapien, die dafür sorgen, dass die Haarzellen im Ohr sich neu bilden, rekonstruiert werden. Der zweite Bereich beschäftigt sich mit der Miniaturisierung der Hörhilfen.
Ein gelungener Vortrag, der den Zuhörern die komplexe Welt des Hörens allgemein verständlich und spannend nahegebracht hat. Die Moderation der anschließenden Frage- und Antwortrunde übernahm Eva Keil-Becker, die gemeinsam mit ihrer Mutter Brigitte Hilgert-Becker und ihrem Bruder Dan Hilgert-Becker das Koblenzer Hörakustik Unternehmen mit 20 Filialen im nördlichen Rheinland-Pfalz und Bonn-Bad Godesberg leitet. BECKER Hörakustik
