Wirtschaft | 26.03.2018

-Anzeige- Experten diskutierten beim Fachforum der evm in Vallendar

Der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen

Sie diskutierten über Elektromobilität (von links): Christian Schröder, Dr. Karlheinz Sonnenberg, Michael Schramek, Louis Palmer, Ulrich Elsenberger, Bernd Wieczorek und Bürgermeister Fred Pretz. evm/Brand

Vallendar. Er war der erste Mensch, der mit einem solarangetriebenen Fahrzeug einmal um die ganze Welt reiste. Und jetzt hat Louis Palmer eine Mission: Er will alle für die Elektromobilität begeistern. Genau das ist ihm beim Fachforum der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Vallendar gelungen. Dort ließen sich zahlreiche kommunale Vertreter aus der Region rund um Koblenz über das Thema „Elektromobilität in unserer Region“ informieren. Die Zuhörer klebten Palmer förmlich an den Lippen, als er vom Abenteuer seines Lebens berichtete, das ihn auf einer Strecke von 54.000 Kilometer durch 38 Länder der Welt führte.

Die Idee, völlig ohne einen Kraftstoff den Globus zu erkunden, sich nur durch die Kraft der Sonne antreiben zu lassen, hatte Louis Palmer schon im Alter von elf Jahren elektrisiert. An diesem Kindheitstraum arbeitete der 47-Jährige dann konsequent. Als Gymnasiast zeichnete er Solarautos, und später gelang es ihm, für sein Vorhaben Sponsoren zu finden. Das Solartaxi, wie er es nennt, entwickelten für ihn Studenten der Hochschule in Luzern. Und während ihn zuvor alle für mehr oder weniger verrückt erklärt hatten, machte er sich schließlich am 3. Juli 2007 auf die Reise – und schaffte es tatsächlich, sich rein elektrisch, nur durch Sonnenenergie, fortzubewegen.

Auch die evm möchte der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen, wie Vorstandsmitglied Dr. Karlheinz Sonnenberg bei der Eröffnung des Fachforums betonte. „Das Interesse an Elektrofahrzeugen hat spürbar zugenommen“, sagte er in der Stadthalle Vallendar. Was die Rolle der Kommunen angeht, so erklärte Sonnenberg: „Mit ihren Fuhrparks können sie bei diesem Thema durchaus eine Vorreiterrolle einnehmen. Aufgrund der Ladeinfrastruktur, die nach und nach in den Privathaushalten geschaffen wird, ist es nicht sinnvoll, dass Kommunen eine flächendeckende Ladeinfrastruktur aufbauen.“

Diese Aussage konnte Michael Schramek, Vorsitzender des Netzwerks intelligente Mobilität, beim evm-Fachforum mit Fakten untermauern. Demnach hat eine öffentliche Ladeinfrastruktur gar nicht die Bedeutung, die ihr landläufig beigemessen wird. Gerade einmal zehn Prozent der Besitzer von Elektroautos sind Schramek zufolge auf öffentliche Ladesäulen angewiesen. Etwa 80 Prozent können ihr Auto zu Hause laden, weitere zehn Prozent beim Arbeitgeber. Und bei den Reichweiten, die E-Autos heute bereits haben, ist es nach Angaben des Experten ohnehin nicht notwendig, permanent eine Ladesäule in der Nähe zu haben. Nachts zu Hause laden – das ist mehr oder weniger Standard.

Um es allen, die sich für den Kauf eines Elektrofahrzeugs interessieren, möglichst leicht zu machen, hat die evm vor einigen Monaten das Regionale Netzwerk Elektromobilität gegründet. „Dabei geht es um eine ganzheitliche Beratung und Betreuung aus einer Hand“, wie Ulrich Elsenberger erklärte. Er betreut bei der evm das Geschäftsfeld Elektromobilität und konnte auch berichten, dass es ab dem 1. Mai die evm-Ladekarte gibt, die den Kunden den Zugang zu 8000 Ladestellen im In- und Ausland verschafft. Außerdem bietet die evm Privatleuten, Firmen, Flottenbetreibern und Behörden jeweils passgenaue Lösungen an.

Der Moderator des Abends, evm-Unternehmenssprecher Christian Schröder, warf in einer Diskussionsrunde eine Frage auf, die viele beschäftigt: „Ist eigentlich das Stromnetz auf die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs vorbereitet?“ Ulrich Elsenberger konnte hier aufklären: „Deutschland ist Meister im Stromexport. Pro Jahr exportieren wir 50 Terrawattstunden ins europäische Ausland. Das reicht rechnerisch, um 14 Millionen Elektrofahrzeuge mit Strom zu versorgen.“ Das genügt also fürs erste, aber nicht, um gleich 40 Millionen Fahrzeuge zu betanken – so viele Autos sind in Deutschland insgesamt zugelassen. „Hierfür reichen die aktuellen Erzeugungsmöglichkeiten nicht aus“, machte Ulrich Elsenberger deutlich. Daher warb er auch für einen vernünftigen Mix aus unterschiedlichen Antriebsarten, bei denen auch Erdgasautos eine große Rolle spielen können. Darüber hinaus könnten Photovoltaikanlagen auf den heimischen Dächern für Entlastung sorgen. „Insgesamt aber muss der Verkehr reduziert werden, beispielsweise durch ÖPNV und Carsharing-Modelle“, sagte Elsenberger.

So blieb am Ende des Abends die Erkenntnis, dass die Elektromobilität künftig eine große Rolle in der Region spielen wird. Und dass Louis Palmer nächstes Jahr vielleicht noch einmal in der Region unterwegs ist. Er spielt nämlich mit dem Gedanken, in Deutschland eine große Elektrofahrzeug-Rallye zu veranstalten. Beim Regionalforum knüpfte er dazu erste Kontakte mit Kommunalvertretern.

Weitere Informationen auch unter www.evm.de/emobil.

Sie diskutierten über Elektromobilität (von links): Christian Schröder, Dr. Karlheinz Sonnenberg, Michael Schramek, Louis Palmer, Ulrich Elsenberger, Bernd Wieczorek und Bürgermeister Fred Pretz. Foto: evm/Brand

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
  • K. Schmidt: Das "Sicherheitskonzept" überzeugt. Ein Polizeieinsatz, "geringe Anzahl" Rettungsdienst, keine Feuerwehr nötig. Im Haushaltsplan 2025 hatte Boppard 10.000 Euro für ein Sicherheitskonzept vorgesehen, in...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
Dauerauftrag 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Handwerker im Außendienst
Tank leer?
Angebotsanzeige (April)
Maifest Dedenbach
Veranstaltung
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Dr. med. Patrick Löhr, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie des Evang. Klinikums Westerwald (EKW), Leiter des zertifizierten Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung (EPZ max.).  Foto: Anja Nassen
23

Hachenburg. Wenn konservative Therapien nicht mehr helfen, kann ein künstliches Gelenk die Lebensqualität deutlich verbessern. Doch viele Betroffene stellen sich die Frage, was vor einer Operation zu beachten ist und wie die Zeit danach optimal gestaltet werden kann.

Weiterlesen

Chefarzt Dr. Christian Bamberg (links, stehend) informierte ausführlich über das Thema Schlaganfall und beantwortete im Anschluss zahlreiche Fragen aus dem interessierten Publikum.  Foto: Landeskrankenhaus / Pape
19

Andernach. Die Neurologie befasst sich mit einer großen Vielfalt an komplexen Krankheitsbildern. Oft geht es wie beim Schlaganfall um Minuten, um Menschenleben zu retten. Um dann wirksame medizinische Versorgung zu gewährleisten, braucht es gut ausgebildetes Personal mit immensem Fachwissen und hochmoderne Gerätschaften. Beim Aktionstag „Neurologie erleben“ an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach...

Weiterlesen

„Die Umfirmierung ist für uns ein wichtiger Meilenstein“, erklärt Rechtsanwalt Kai-Daniel Friedrich.  Foto: Sabine Ring
20

Bad Neuenahr. Aus einer gewachsenen und etablierten Kanzlei entsteht eine noch klarer strukturierte und zukunftsorientierte Einheit: Die bisherige Kanzlei „Kurtenacker Friedrich Rechtanwälte“ firmiert nun unter dem Namen FRIEDRICH Rechtsanwälte. Die Umfirmierung ist dabei kein Bruch mit der Vergangenheit, sondern die logische Weiterentwicklung einer erfolgreichen Kanzleigeschichte.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Dir rote RB 30 auf Gleis 2 am Haltepunkt Ahrweiler/Markt
16

Ahrtalbahn: Elektrifizierung ab 13. Mai für beide Richtungen nutzbar

E-Züge können bald Gleis 1 und 2 zwischen Ahrweiler und Bad Neuenahr voll nutzen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es hat eine Weile gedauert, bis die Probleme mit der Elektrifizierung der Ahrtalbahn an Gleis 1 zwischen Ahrweiler, und bis kurz vor Bad Neuenahr, bald beseitigt worden sind. Trotz dieser Einschränkung hat der Zugverkehr in beiden Richtungen in der Summe sehr gut funktioniert.

Weiterlesen

Symbolbild.
21

Koblenz. Der 2. Strafsenat – Staatsschutzsenat – des Oberlandesgerichts Koblenz hat mit Beschluss vom 24. Februar 2026 die Anklage des Generalbundesanwalts vom 5. Dezember 2025 gegen den 48jährigen syrischen Staatsangehörigen Fahad A. zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Die Hauptverhandlung startete am heutigen Montag, 27.04.2026.

Weiterlesen

Die „Jaadeporz“ von Wershofen Garten ist für ihre einzigartige Atmosphäre bekannt und beliebt. Fotos: DU
8

- Anzeige -Wershofen Garten begeistert erneut mit der „Jaadeporz“

Vielfalt rund um Garten, Genuss und Gestaltung

Ahrweiler. Wenn inspirierende Ideen für Garten, Haus und Wohnung auf Beisammensein, entspannte Atmosphäre und regionalen Genuss treffen, dann hat die „Jaadeporz“ von Wershofen Garten – Nomen es Omen – ihr (Garten)-Tor geöffnet. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit und der Besucherzuspruch aus nah und fern bestätigte einmal mehr, wie beliebt dieser einzigartige Event seit vielen Jahren ist.

Weiterlesen

Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Gesundheit im Blick
Titelanzeige
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Pädagogische Fachkraft (w/m/d)
Anzeigenschaltung zur Praxisschließung
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
Anzeige KW 17
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr