Neues Caritas Familienbüro bietet Infos und Hilfe
Erfahrene Sozialarbeiterinnen stehen bereit
Geschäftsführer Werner Steffens: „Wir sind Familie und wir fühlen uns auch so“
Mayen. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Das von der Caritas angebotene und im „Café Cati“ des Mayener Caritas Mehrgenerationenhauses vorgestellte „Mobile Familienbüro“ in der Region Mayen und Andernach sowie den Verbandsgemeinden Pellenz, Maifeld, Vordereifel und Mendig, könnte ein „hilfreicher Renner“ werden. Denn eines ist klar: Dieses von der Stiftung „Menschen in Not“ im Bistum Trier mit 200.000 Euro finanzierte und von der katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin wissenschaftlich begleitete Modellprojekt „Caritas Familienbüro“ ist unter anderem ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung (materieller) Familienarmut.
„Wir stehen bereit – jetzt kann es los gehen“, so der Caritas Geschäftsführer, Werner Steffens, in seiner Begrüßung zum Auditorium, ehe er die Referentin der Veranstaltung, Dr. Martina Messan vorstellte. Die Fachfrau war ehemals Mitarbeiterin beim Caritasverband Rhein Mosel Ahr mit Geschäftsstellen in Mayen und Andernach, ehe sie als Stabsreferentin für Sozialpolitik zum Diözesan-Caritasverband nach Trier wechselte. „Ehrlich gesagt: Über den Wechsel war ich gar nicht erfreut, ich hätte sie lieber hier behalten“, gestand Werner Steffens gegenüber der Presse.
Unterstützung kommt nicht an
Die Ausführungen der Referentin waren sehr aufschlussreich: „Wir setzen mit unserem Projekt an einer ganz zentralen Herausforderung in unserem Hilfesystem an. Nämlich eine Herausforderung, dass Unterstützungsleistungen bei vielen Familien nicht ankommen. Genau da möchten wir ansetzen. Wir möchten mit den mobilen Familienbüros vor Ort der betreffenden Klientele politische Unterstützung, auch bei der oft schwierigen komplexen Antragstellung leisten. Und wir tun dies, indem wir dorthin gehen, wo die Familien sind. So ist der Kinderzuschlag ein tolles Instrument, das oftmals gar nicht bekannt ist. Oder etwa die Grundsicherungsleistung“, informierte Dr. Martina Messan. Und wer hätte gedacht, dass der Gesetzgeber selbst davon ausgeht, dass nur 32 Prozent aller Familien, die den Kinderzuschlag zusätzlich zum Kindergeld erhalten könnten, ihn auch tatsächlich beantragen? Besonders drastisch sieht es bei den Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket aus. Die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland sind sogar Schlusslicht in der Bewilligungspraxis. Warum ist das so? Was kann soziale Arbeit hier leisten? Genau hier möchten die Fachleute vom Familienbüro ansetzen.
Da sein, wo die Familien sind
Man möchte mit den Vorort-Sprechstunden der beiden mobilen Büros neue Zugänge zu den betroffenen Familien schaffen. Dazu kommt die äußerst wichtige Verbindung zu anderen Behörden, Verbänden, Vereinen, Kitas, Schulen, anderen Beratungsstellen, oder auch Kirchengemeinden. Eine „Mammutaufgabe“ für die Profis, um Anderen zu helfen. Diese Unterstützung, der Aufbau familienfreundlicher Strukturen, Angebote zu vernetzen, Bündelung und Koordinierung, oder die Anregung diverser Initiativen, ist sehr lobenswert. Aber es wird viel Schweiß und Arbeit kosten. „Wir können dafür die richtigen Mitarbeiterinnen bereitstellen: erfahrene, wahre Urgesteine der Sozialpolitik“, ist sich Werner Steffens sicher. Margret Marxen-Ney, hauptsächlich in der Schwangerschaftsberatung Pellenz und Andernach tätig, ist sich sicher: „Es ist etwas anderes, ob nun einer zu mir ins Büro kommt, oder ich auf die Menschen zugehe“. Und Margot Kürsten fügte hinzu: „Jede von uns hat ihre Schwerpunkte, an diversen Orten dieses Familienbüro-Projekt bekannt zu machen“. Die beiden teilen sich damit eine halbe Planstelle. Mit viel Herzblut gehen sie an die sicherlich nicht immer leichte Arbeit. Ganz nach dem Motto: „Es gibt viel zu tun – Packen wir’s an“. Und der Chef, Werner Steffens brachte es auf den Punkt: „Wir wollen helfen, dass Hilfe auch ankommt.“ BS
