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Hagelschaden - das Aus für 40 Tonnen Äpfel?
Wachtberg. Manchmal reichen wenige Minuten, um die Arbeit eines ganzen Jahres zu verändern.
So geschehen in diesem Sommer auf einer Apfelplantage von Schneiders Obsthof in Wachtberg.
Rund 40 Tonnen köstliche Meggie-Äpfel haben Hagelschäden abbekommen.
Doch sind sie deshalb weniger wert?
Neben dem gefürchteten Blütenfrost im Frühjahr gehört Hagel zu den größten Risiken im Apfelanbau.
Hagelnetze bieten zwar Schutz, sind jedoch eine kostspielige Investition und längst nicht über allen Plantagen gespannt.
In diesem Sommer hat es eine Plantage von Schneiders Obsthof besonders hart getroffen. Ein kurzer, heftiger Hagelschauer hinterließ seine Spuren auf Tausenden von Äpfeln.
„Hagelschäden sind im Grunde wie kleine Narben“, erklärt Johannes Quast, Obstbaumeister aus Wachtberg. „Sie verändern weder den Geschmack noch die Qualität des Fruchtfleisches.
Solange die beschädigte Stelle trocken und verheilt ist, muss auch die Haltbarkeit nicht darunter leiden.“
Das Problem ist also vor allem die Optik. Denn im regulären Handel sind Äpfel mit sichtbaren Schalenfehlern kaum noch erwünscht. Dabei steckt unter der etwas ramponierten Schale ein wunderbar saftiger, süßer Apfel.
Natürlich könnten die Äpfel zu Saft verarbeitet werden.
Aber warum eigentlich, wenn sie doch so lecker zum Reinbeißen sind?
Schneiders Obsthof hat deshalb eine besondere Idee: Aus dem Hagelschaden wird eine Apfel-Selbstpflücke!
Was bei Erdbeeren im Sommer längst beliebt ist, wird nun erstmals auch mit Äpfeln ausprobiert.
Für gerade einmal 75 Cent pro Kilogramm dürfen große und kleine Apfelfreunde selbst pflücken, Herbstluft schnuppern und ihre Vorräte mit köstlichen Meggie-Äpfeln auffüllen.
Mit diesem Pilotprojekt möchte der Obstbaubetrieb nicht nur einen Teil der Ernte retten, sondern auch zeigen, dass gutes Obst nicht immer perfekt aussehen muss.
Und sind wir mal ehrlich: So eine kleine Macke haben wir doch alle, oder?
Apfel-Selbstpflücke bei Schneiders Obsthof.
Wann: 15. - 18. und 22. - 25. Oktober 2026.
Uhrzeit: Jeweils 10:00–16:00 Uhr.
Wo: Kürrighovener Straße 41, 53343 Wachtberg.
Preis: 0,75 Euro pro Kilogramm.