Wirtschaft | 30.09.2022

Neues Mikro-Ultraschallgerät liefert exzellente hochauflösende Bilder

Der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied steht ein hochmodernes Mikro-Ultraschallgerät zur Diagnostik von Prostata-Tumoren zur Verfügung

Von links: Prof. Dr. Naumann und seine Teammitglieder Julia-Adriane Skora und Dr. Uwe Niekerken nutzen das neue Mikro-Ultraschallgerät in der Klinik für Urologie und Kinderurologie.  Foto: privat

Neuwied. Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland mehr als 63.000 von ihnen an einem Prostatakarzinom. Es ist die zweithäufigste zum Tode führende Krebserkrankung bei Männern. „Umso wichtiger ist eine frühzeitige und präzise Diagnostik für die Betroffenen, denn je eher ein Tumor entdeckt wird, umso besser sind die Heilungschancen für den Patienten“, betont Prof. Dr. Carsten Maik Naumann, der Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied. „Wird ein Tumor in der Prostata im Anfangsstadium entdeckt und behandelt, dann können rund 90 Prozent der Betroffenen mit einer Heilung rechnen“, sagt er.

Ihm und seinem Team steht jetzt ein hochmodernes Mikro-Ultraschallgerät zur Verfügung, mit dem sie Gewebeveränderungen in der Prostata noch präziser und genauer diagnostizieren können. „Das neue Gerät liefert exzellente hochauflösende Bilder“, ist Prof. Naumann begeistert. Während bisherige Ultraschallsonden mit fünf bis neun Megahertz arbeiten, ist das neue Gerät mit einem 29 Megahertz Ultraschallkopf ausgestattet. „Durch die Hochfrequenztechnologie ist dieses Gerät den Standardgeräten hinsichtlich Bildqualität und Ortsauflösungsvermögen deutlich überlegen“, erläutert er.

Bei Verdacht auf Prostatakrebs sind die Tastuntersuchung, die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut und der anschließende Ultraschall die ersten Schritte bei der Diagnose. „Dazu nutzen wir jetzt auch unser neues Mikro-Ultraschallgerät und können damit Gewebeveränderungen der Prostata noch viel deutlicher identifizieren“, so Prof. Naumann. „Zudem sind wir in der Lage das Gewebe genauer zu beurteilen und so einen Tumor zu erkennen“.

Aktuell ist die multiparametrische Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) der Prostata das Verfahren der ersten Wahl zur Bildgebung beim Prostatakarzinom. Die Bilder aus dem MRT erlauben eine zuverlässige Unterscheidung zwischen sehr aggressiven bös- und gutartigen Gewebestrukturen. Es laufen jedoch bereits klinische Studien, die den Nutzen dieser neuen Mikro-Ultraschall-Technologie mit dem multiparametrischen Prostata-MRT vergleichen, mit sehr vielversprechenden Ergebnissen für die Mikro-Ultraschall-Technologie.

Oftmals ist eine Biopsie, also die Entnahme von Gewebeproben notwendig, um endgültige Gewissheit darüber zu bekommen, ob es sich bei dem auffälligen Gewebe um Krebszellen handelt und wie gefährlich diese sind. Die Urologinnen und Urologen markieren verdächtige Stellen auf den MRT-Aufnahmen und spielen diese Daten dann in das Mikro-Ultraschallgerät ein. So können sie die Bilder, die das Ultraschallgerät liefert, über die Aufnahmen aus dem MRT legen. „Wir bringen damit das Beste aus beiden

Systemen zusammen“, erläutert Prof. Naumann. So könnte es gelingen, auch Tumore zu entdecken, die sich im MRT verbergen und umgekehrt. Für die Patienten bietet die Kombination beider Technologien eine noch bessere Diagnostik.

Dank der Ultraschall- und der MRT-Untersuchung ist die genaue Lage der Veränderungen innerhalb der Prostata bekannt. Deshalb kann der untersuchende Arzt die Entnahme der Proben genauestens planen; dieses Verfahren wird auch Fusionsbiopsie genannt. So gelingt es ihm mit äußerster Präzision, Gewebeproben von den auffälligen Stellen zu entnehmen. „Dank der Hochfrequenztechnologie können wir auffällige Areale aus dem MRT nahezu ausnahmslos im Ultraschallbild nachvollziehen und zielsicher treffen“, erklärt Prof. Naumann. „Für unsere Patienten bedeutet das einen deutlichen Zuwachs an diagnostischer Sicherheit“.

Für die Gewebeentnahme wurde bislang ein Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt und von dort aus die Biopsie durchgeführt. Die Prostata liegt zwischen der Blase und dem Enddarm und ist durch den Darm gut zu erreichen. Inzwischen führen die Urologinnen und Urologen, wenn möglich, auch die sogenannte perineale Biopsie durch. Dabei wird ein Zugangsweg außerhalb des Darms, über den Damm (das Perineum) gewählt. „Damit können wir auch Tumore im vorderen Bereich der Prostata gut erreichen und senken zudem das Infektionsrisiko, das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei einer Biopsie aus dem Rektum besteht“, erläutert Prof. Naumann. Das neue Mikro-Ultraschallgerät enthält eine Navigationshilfe für beide Formen der Biopsie. Das erhöht zusätzlich die Präzision bei der Gewebeentnahme.

Von links: Prof. Dr. Naumann und seine Teammitglieder Julia-Adriane Skora und Dr. Uwe Niekerken nutzen das neue Mikro-Ultraschallgerät in der Klinik für Urologie und Kinderurologie. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Kleinanzeigen
Oster-Anzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Osterangebot
Innovatives rund um Andernach
Anzeige KW 14
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Die Moses AG würdigte alle Jubilare mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit.  Foto: privat
17

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In besonderer Atmosphäre und bei genussvollen Stunden hat die Moses AG ihre Jubilare des Jahres 2025 im Genusshof Bell in Ahrweiler gefeiert. Gemeinsam mit sieben weiteren langjährigen Mitarbeitenden, die in den vergangenen Jahren nicht an einer Ehrung teilnehmen konnten, entstand ein Abend voller persönlicher Gespräche, Erinnerungen und Dankbarkeit.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Ein LNG-Tank am LKW musste gekühlt werden.
142

Aufgrund eines beschädigten Gas-Kraftstofftanks mussten die Bergungsarbeiten unterbrochen werden

07.04.: LKW brennt vollständig aus - A3 über 9 Stunden vollständig gesperrt

Neustadt (Wied). Am 7. April 2026, gegen 15:30 Uhr, brach auf der Autobahn A3 bei Kilometer 54 in Fahrtrichtung Frankfurt am Main ein Feuer an einem Sattelauflieger aus. Zunächst fing die rumänische Zugmaschine Feuer, welches sich anschließend auf den belgischen Auflieger, der mit Stückgut beladen war, ausbreitete. Beide Fahrzeugteile brannten vollständig aus. Der Fahrer konnte das Fahrzeug rechtzeitig verlassen und blieb unverletzt.

Weiterlesen

Symbolbild.
1203

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Doppelseite PR/Anzeigen
Schulze Klima -Image
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Container Anzeige
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Kita