Wirtschaft | 27.08.2019, 09:47 Uhr

- Anzeige - Aktion „Perspektivwechsel“ des Medi-Centers

Rollstühle, Schiebehilfen, Rollatoren und Elektromobile konnten ausprobiert werden

Über einen Parcours hinweg konnten an sich mobile Besucher erfahren, wie es sich anfühlt, mit Hilfsmitteln auf Rädern auf einem Gelände mit Steigungen, Rampen und anderen Hindernissen unterwegs zu sein

Maiken Schmalen (2. v. r.) erprobt mit ihrer Gruppe die Alltagstauglichkeit verschiedener Rollator-Modelle. Fotos: BSB
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Koblenz. Das MEDI-CENTER Mittelrhein mit Firmensitz in Koblenz gilt als einer der größten deutschen Dienstleister rund um Pflege und Mobilität. Mit seinem Team versorgt es jährlich über 60.000 Kunden mit individueller Beratung, Hilfsmitteln und Pflegematerial. Für die mehr als 400.000 zu erbringenden Versorgungen hält das Sanitätshaus rund 25.000 Artikel auf Abruf bereit. Inspiriert durch sein ganzheitlich ausgerichtetes Kundenkonzept startete es jetzt auf dem Clemensplatz in Koblenz die Aktion „Perspektivwechsel“. Interessierte hatten zwei Vormittagsstunden lang die Gelegenheit, sich in die Situation von in der Mobilität eingeschränkten Menschen zu versetzen, um deren alltägliche Schwierigkeiten und Bedürfnisse besser zu verstehen und nachempfinden zu können. Auf dem Aktionsgelände stand für die Besucher eine Vielzahl an Rollstühlen, Schiebehilfen, Rollatoren und Elektromobilen bereit. Über einen Parcours hinweg sollten sie zu den einzelnen Stationen bewegt werden. Auf diese Weise konnten an sich mobile Personen erfahren, wie es sich anfühlt, mit Hilfsmitteln auf Rädern auf einem Gelände mit Steigungen, Rampen und anderen Hindernissen unterwegs zu sein. Es gab mehr als fünfzig Anmeldungen.

Schüler engagieren sich ehrenamtlich in Alteneinrichtungen

Direkt zu Beginn standen als die wohl größte Gruppe fast zwanzig Zehntklässler des Görres-Gymnasiums am Start. Sie sind Teilnehmer eines generationsübergreifenden Projektes, innerhalb dessen sie sich ein Schuljahr lang außerhalb ihrer Schulzeit ehrenamtlich in Koblenzer Alteneinrichtungen engagieren. Da bot ihnen die Aktion des MEDI-CENTERs eine willkommene Möglichkeit, Berührungsängste abzubauen und den Umgang mit den überwiegend immobilen bzw. pflegebedürftigen Heimbewohnern durch den Perspektivwechsel harmonischer und respektvoller zu gestalten. 15 Coaches standen an diesem Tag bereit, um die Bedienung der unterschiedlichen Hilfsmittel zu erklären und die Aktionsteilnehmer mit diversen Aufgabenstellungen und Hinweisen über den Hindernis-Parcours zu begleiten. Da warteten Herausforderungen wie das Aufheben von Teilen durch die Benutzung einer Greifhilfe, die Bedienung eines Parkplatz-Kassenautomaten oder das Lesen des Fahrplans an der Bushaltestelle auf die Probanden. Für die personelle Unterstützung der Aktion bedankte sich das MEDI-CENTER besonders bei den Schülerinnen des Bildungscampus des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur.

Frank Tritt, Orthopädie- und Rehafachberater im MEDI-CENTER, hatte aufgrund des großen Interesses am „Perspektivwechsel“ eine Dauerbeschäftigung beim Einweisen der Besucher in die Finessen der Mobilitätshilfen. Kaum waren die „Görresianer“ auf dem Parcours, stand schon die nächste Gruppe vor ihm.

Rugby-Rollstühlen - wie bei einem Autoskooter

Sieben, von Maiken Schmalen begleitete Teilnehmer einer vom Bildungswerk der rheinland-rheinhessischen Wirtschaft durchgeführten Fördermaßnahme machten sich auf, um selbst einmal in die Welt der Menschen mit eingeschränkter Mobilität einzutauchen. Vor allem der Rollstuhl mit dem an- und abdockbaren, elektrisch angetriebenen Zuggerät, das wie ein Fahrradlenker bedienbar ist, faszinierte die Teilnehmer. Mit ihm ließen sich Hindernisse sehr komfortabel umfahren, und der Spaß kam trotz des ernsthaften Hintergrunds nicht zu kurz. Genau so, wie bei den super beweglichen Rugby-Rollstühlen, mit denen man einander wie bei einem Autoskooter sogar rammen konnte, ohne einen körperlichen Schaden davonzutragen. Aber neben dem fröhlichen Miteinander galt es in erster Linie, die Hilfsmittel auf ihre Alltagstauglichkeit im Sinne der Klienten zu testen. Ist die Bedienung der Bremse altersgerecht, wie leicht lässt sich der Rollator ankippen, um eine Stufe zu überwinden, und wie praktisch sind die übrigen Funktionen des Gerätes? All das wurde kritisch begutachtet und ausprobiert. Außer Mitarbeitern von sozialen Diensten, Pflegestützpunkten, Krankenhäusern und Bildungseinrichtungen schauten auch Politiker wie Detlev Pilger (MdB) und aus der CDU-Stadtratsfraktion Anne Schumann-Dreyer sowie Eitel Bohn informationshalber auf dem Aktionsgelände vorbei. Selbst zufällig Vorbeikommende, wie Dozent Günther Ratzke und zwei Projektteilnehmer der trigon-Beratungsgesellschaft nutzten die Chance, sich im Rahmen der Aktion des MEDI-CENTERs einmal dem Perspektivwechsel zu stellen. Einige Aktionsteilnehmer wagten sich trotz der sommerlich hohen Temperaturen sogar in den Alterssimulationsanzug, für dessen fachgerechtes Anlegen die MEDI-CENTER-Auszubildende Jana Siniawa zuständig war. Diejenigen, die eine Wegstrecke in dem Anzug zurückgelegt hatten, erfuhren am eigenen Körper, mit welchen Problemen Menschen im hohen Alter bei der Fortbewegung konfrontiert werden und versprachen, sich künftig noch verständnisvoller und geduldiger zu zeigen, wenn bei den Hochbetagten nicht alles so reibungslos und schnell funktioniert, wie es die Pflegesituation oftmals verlangt.

Am Ende des Tages waren sich Veranstalter und Besucher einig, dass diese Aktion ein voller Erfolg war. Diesbezüglich wollte Claudia Coyard (Teamleitung Marketing) vom MEDI-CENTER weitere Unterstützer des Perspektivwechsels nicht unerwähnt lassen. Hierbei handelte es sich um die Unternehmen Bischoff & Bischoff (Hersteller medizinischer Hilfsmittel) und Alber (portable Mobilitätshilfen für Rollstuhlfahrer) sowie den Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz e. V., der bei Organisation und Gestaltung der Veranstaltung hilfreich zur Seite stand. BSB

Die CDU-Stadträte Eitel Bohn und Anne Schumann-Dreyer begaben sich mit einem Rollstuhl auf den Parcours.

Die CDU-Stadträte Eitel Bohn und Anne Schumann-Dreyer begaben sich mit einem Rollstuhl auf den Parcours.

Der junge Mann im Hintergrund, der seit frühester Kindheit an den Rollstuhl gefesselt ist, beobachtet beinahe amüsiert, wie die nicht behinderte Dame an die Greifhilfen-Aufgabe herangeht.

Der junge Mann im Hintergrund, der seit frühester Kindheit an den Rollstuhl gefesselt ist, beobachtet beinahe amüsiert, wie die nicht behinderte Dame an die Greifhilfen-Aufgabe herangeht.

Maiken Schmalen (2. v. r.) erprobt mit ihrer Gruppe die Alltagstauglichkeit verschiedener Rollator-Modelle. Fotos: BSB

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