Wirtschaft | 28.08.2019

- Anzeige - Seniorenzentrum St. Anna Bad Neuenahr-Ahrweiler

Sie hat „immer ein gutes Wort“ für ihre Mitmenschen

Seit 40 Jahren arbeitet Waltraud Lange in St. Anna in Bad Neuenahr-Ahrweiler – ein Annäherungsversuch

In ihrem Reich und in ihrem Element: Waltraud Lange in der Wäscherei.Foto: Joachim Gies

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie lacht viel und gerne und strahlt damit Lebensfreude pur aus. Sie ist eine überaus praktisch veranlagte Frau und macht neben ihrer eigentlichen Arbeit (fast) alles im Haus – selbstverständlich auch kleinere Reparaturen. Sie hat „immer ein gutes Wort“ für ihre Mitmenschen parat, wie es ihre Kollegin Hedi Ehrhardt nennt, aber, wenn man das überhaupt so nennen darf, eine große Schwäche: Sie kann nicht „Nein“ sagen und niemandem einen Wunsch abschlagen. Die Rede ist von Waltraud Lange. Seit 40 Jahren arbeitet sie im Seniorenzentrum St. Anna in Ahrweiler und managt dort die Wäscherei.

Ein halbes Leben in St. Anna

Direkt nach dem Abschluss des Berufsgrundschuljahres hat sie hier am 1. August 1979 angefangen. Das war ein Mittwoch. Am Freitag davor war ihr letzter Schultag, am Montag war sie beim Arbeitsamt, hat sich am Dienstag hier im Haus vorgestellt und ist dann an besagtem Mittwoch hier gestartet. Noch Fragen? Zaudern und Zögern ist ihre Sache nicht. Eine Ausbildung hat sie nicht gemacht, sondern als Stationshilfe gearbeitet. Als Lehrling, so erzählt sie, hätte sie einfach zu wenig verdient. Und ihrer Mutter, die von einer kleinen Witwenrente lebte,wollte sie einfach nicht unnötig auf der Tasche liegen.

Also hat sie auf dem Wohnbereich gearbeitet, als Mädchen für alles – anfangs übrigens 44 Stunden pro Woche. Rechnet man die tägliche Busfahrt von ihrem Geburtsort Niederheckenbach nach Ahrweiler dazu, dann waren das schon lange Arbeitstage. Deshalb hat sie sich dann auch zusammen mit ihrer älteren Schwester Adelheid in Bad Neuenahr eine Wohnung genommen. Ihre Schwester, die alle nur unter dem Namen Heidi kennen, arbeitet auch schon 37 Jahre im Krankenhaus Maria Hilf. Und die beiden wohnen auch heute noch zusammen – zwar nicht mehr in Bad Neuenahr, sondern in Niederzissen. Zwei bodenständige und verlässliche Frauen.

Nebenbei habe sie auch immer mal in der Wäscherei mitgearbeitet und sich so das nötige Fachwissen angeeignet, erzählt Waltraud Lange. Mitte der 1990er Jahre hat sie dann die Wäscherei übernommen und schmeißt diese zusammen mit zwei Aushilfen ganz allein. Anfangs für 50 Bewohnerinnen und Bewohner, nach Umbau und Erweiterung des Hauses für immerhin 84 ältere Damen und Herren. Und da kommt in der Woche schon eine Menge an Nachtwäsche, Unterwäsche und Oberbekleidung zusammen. (Um die restliche Wäsche kümmert sich ein externer Dienstleister).

Eigene Bügeltechnik entwickelt

Elf bis 15 große, mit dem Fassungsvermögen von 23 kg, und bis zu 20 kleine, 7 kg fassende, Waschmaschinen werden es pro Woche sein, schätzt sie. Und in einer Woche, da hat sie mal genau Buch geführt, hat sie allein 356 Nachthemden gebügelt. Dass sie, um solche Mengen bewältigen zu können, dafür eine eigene Bügeltechnik entwickelt hat, gibt sie gerne zu und demonstriert diese dem wenig bügel-affinen Reporter gerne.

Früher, so erzählt Waltraud Lange, seien Bewohner regelmäßig zu ihr in die Wäscherei gekommen, hätten ihr ihre Schmutzwäsche gebracht, gerne auch ein Schwätzchen mit ihr gehalten und ihre Sorgen und ihren Kummer bei ihr abgeladen. Das hat ein wenig nachgelassen, weil auch das Klientel sich verändert hat und der Weg in die Wäscherei für viele beschwerlicher geworden ist. Aber ihre Fähigkeit, zuzuhören, und vielleicht auch mal den einen oder anderen Rat zu geben, ist nach wie vor sehr gefragt.

Ein umfangreiches Aufgabengebiet

Waltraud Lange wäscht und bügelt nicht nur, sie näht auch Knöpfe wieder an, repariert eine gerissene Naht, kürzt Hosen, versieht die Wäschestücke – auch die Berufskleidung ihrer Kolleginnen und Kollegen – mit Namensschildern und findet dabei immer ein gutes Wort für die Menschen.

Vier Bandscheibenvorfälle hat sie überstanden, an beiden Händen laboriert sie am Karpaltunnelsyndrom. Aber ans Aufhören verschwendet Waltraud Lange keinen Gedanken. Bis zur Rente sind es ja noch sieben Jahre. Außerdem ist das Seniorenzentrum St. Anna für sie so etwas wie ein zweites Zuhause, insbesondere die Ordensschwestern, von denen heute noch drei im Haus leben, haben ihr so etwas wie Heimatgefühl gegeben. Und heimatverbunden ist Waltraud Lange allemal.

Pressemitteilung des

Seniorenzentrums

St. Anna Bad Neuenahr-Ahrweiler

In ihrem Reich und in ihrem Element: Waltraud Lange in der Wäscherei.Foto: Joachim Gies

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Biker: Ich bin den Radweg am Wochenende gefahren. Tatsächlich fragt man sich, warum man keinen Weg nach Mayen gefunden hat. Als Ortskundiger war das zwar kein Problem, aber darum geht es ja nicht. Von Mayen...

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 6

  • Annette Saal: In Nickenich, Montfort L‘ Amaury Platz
  • Schmitz, P: Die illegale Abfallentsorgung nimmt leider Überhand. Habe schon mehrere Male Firmenmitarbeiter von ausländische klingenden Firmen bei mir am Glas Container in der Straße aufgefordert ihren Müll wieder au zu laden.
Werbeplan 2026
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Gesundheitsmagazin  MYK
Küchen - Hr. Bönder
Für Ihre Gesundheit
Königsschießen Brohl
Empfohlene Artikel
Die Nürburgring Hotels & Ferienpark empfangen im Juni 200 Hotelexpertinnen und -experten zur großen Tagung des Hotelverbands Deutschland (IHA). Hier das Nürburgring Congress Hotel.  Foto: Nürburgring Hotels
29

Nürburg. Treffpunkt Nürburgring: Am 10. und 11. Juni 2026 kommen rund 200 Hotelexpertinnen und -experten zur Jahrestagung des Hotelverbands Deutschland (IHA) zusammen. Das Netzwerktreffen findet in den Nürburgring Hotels & Ferienpark statt. Unter dem Titel „IHA INSIDE 2026“ tauschen sich General Manager, Geschäftsführer und Branchenentscheider über aktuelle Entwicklungen und zentrale Zukunftsfragen der deutschen Hotellerie aus.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Bunte Kuh in Busenhausen. Foto: KH
33

Wer durch das Örtchen Busenhausen, das nördlich von Altenkirchen liegt, fährt, dem springt sie sofort ins Auge: die legendäre Bunte Kuh. Ein Kunstwerk aus Kunststoff, das sich tapfer dem Wäller Wind und Wetter entgegenstellt. Zwar hat der Lack im Laufe der Jahre an einigen Stellen kapituliert, doch genau das verleiht dem Rindvieh seinen ganz besonderen Charme. Perfektion wäre schließlich langweilig.

Weiterlesen

Gesunde Küche auf Rädern: Kochbus begeistert Kinder in Rheinbrohl.  Foto: Melanie Hilbich
54

Unter dem Motto: „Rheinland-Pfalz isst besser“ betreibt der Kochbus nachhaltige Ernährungsbildung

Die CASA VIVIDA „isst besser“

Rheinbrohl. Unter dem Motto: „Rheinland-Pfalz isst besser“ betreibt der Kochbus vom Land Rheinland-Pfalz nachhaltige Ernährungsbildung und macht die Zubereitung gesunder Ernährung erlebbar.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Titel KW 22
Eröffnung Padel-Arena
Anzeige Museum unplugged / Sonderpreis
Titel 24H Notdienst
Premium-Titel 2
Räumungsverkauf wg. Geschäftsaufgabe
Stellenanzeige "Forstwirt"
Stellenanzeige "Standesamt"
Imageanzeige
Schulhausmeister/in (w
Anzeige KW 22