- Anzeige - Azubi Job Börse in Heimersheim
Spannende Angebote für zukünftige Azubis
Heimersheim. Waren es letztes Jahr noch 15 Unternehmen, die sich an der Azubi Job Börse beteiligt hatten, stellten dieses Mal neun Betriebe ihre Angebote aus. Das lag daran, wie ein spürbar enttäuschter Mitorganisator Julian Heimermann erklärte, dass durch die derzeitige Krankheitswelle viele Firmen kurzfristig absagen mussten. Dementsprechend war die Landskroner Festhalle nicht ganz gefüllt. Dennoch hatten die Organisatoren um die lokalen Betriebe „Steffes. Robrecht Heizung und Sanitär“, „Schreinerei Mülligann“, „Holzem Bedachungen“ und „Intec GmbH“ ein buntes Angebot auf die Beine gestellt, das informationshungrige Jugendliche nicht mit Broschüren überhäufte, sondern durch praktische Versuchsanwendungen zu überzeugen wusste. So hatte die Firma Intec eine Maschine zur Messung der Reaktionsgeschwindigkeit programmiert, die schnell von einer Traube Jugendlicher umringt war, um die eigene Reaktionsgeschwindigkeit zu erproben. Juniorchef Julian Heimermann erklärte, dass heutzutage viele Schulabsolventen lieber ein Studium beginnen würden, statt eine Lehre in Erwägung zu ziehen. Dadurch müssen die Ausbildungsbetriebe auf Schulabsolventen zukommen, um die Attraktivität eines Lehrberufes zu demonstrieren und um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Seine Firma bildet ElektronikerInnen für Betriebstechnik aus, und Luca Sabottka, Azubi im zweiten Lehrjahr, berichtete, wie er zu seiner Ausbildungsstelle gelangt war. Mit 14 Jahren habe er ein zweiwöchiges Schülerpraktikum bei Intec durchgeführt, und habe hier durch Verdrahten, Programmieren, Feilen und Sägen die Vielfältigkeit dieses Berufes kennen gelernt. Er habe dann nach dem Praktikum zeitnah einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen, und habe nun ca. die Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung hinter sich.
Die Dachdeckerfirma Holzem aus Heimersheim bot an ihrem Stand interessierten Jugendlichen an, Schieferziegeln mit Hämmern auf das richtige Maß zu bringen und damit ein Modelldach einzudecken. Hier gingen schon begeisterte Kinder wie der sechsjährige Klaas zu Werk und hämmerten unter Anleitung des Gesellen Maximilian Jonen eifrig Nägel in die Schieferschindeln.
Die Prüterplan GmbH aus Bad Neuenahr bietet Ausbildungsplätze in gleich vier Ausbildungsberufen an, die Magdalena Freund, Assistentin der Geschäftsführung benannte: Technischer Systemplaner/in, Elektroniker/in, Heizungs- und Sanitärinstallateur/in und Büromanager/in. Neben Azubiplätzen sind auch Praktikanten gerne gesehen, und es besteht sogar die Möglichkeit eines dualen Studiums. Das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen war mit dem einzigen Stand auf der Jobbörse vertreten, der keine Informationen zu einem Handwerksberuf, sondern zu vielfältigen Pflegeberufen offerierte. Dabei unterhält das Krankenhaus eine eigene Pflegefachschule in Linz, in der folgende Ausbildungen möglich sind: Pflegefachfrau/mann, Medizinische Fachangestellte/r, Medizinische Technologin für Radiologie, Operationstechnische Assistentin, Medizinische Technologin für Laboratoriumsanalytik sowie Pharmazeutisch-technische Angestellte. Wie Katharina Heidrich und Manuel Klein, Lehrer/in an der Pflegefachschule, und Anja Schmitz vom Krankenhaussekretariat erläuterten, gibt es sogar ein eigenes Wohnheim für Azubis, die von weiter her kommen. Und da das Verbundkrankenhaus wirtschaftlich auf gesunden Beinen steht, ist in der Zeit des Klinikssterbens keine Krankenhausschließung zu befürchten.
Sabrina Alfter, Azubi im dritten Lehrjahr bei der Möbeltischlerei Mülligann, führte die Arbeit an einem Fensterrahmen vor und erklärte exemplarisch, wie sie bei diesem Handwerksberuf gelandet sei. Wie so viele Jugendliche sei sie bzgl. ihrer beruflichen Perspektive eher orientierungslos gewesen und habe erst Abitur gemacht. Durch ein Praktikum habe sie ihr Interesse an der Arbeit mit Holz entdeckt und sei nun sehr glücklich, in ihrem Traumberuf zu arbeiten und im Sommer ihre Ausbildung abschliessen zu können.
Bei der Heizungs- und Sanitärfirma Steffes+Robrecht arbeitet sogar der aktuelle Kreiskammersieger und 2. Landeskammersieger Lukas Schnitzler, der für Fragen interessierter Jugendlicher zur Verfügung stand. Firmenchef Markus Roprecht bot an seinem Firmenstand auch etwas Action an. So konnten Kinder und Jugendliche Kupferherzen löten oder das Schweißen ausprobieren. In der Firma gibt es fünf Azubiplätze, um in Anlagenmechanik für Heizung und Sanitär ausgebildet zu werden – in Zeiten der Energiewende ein sehr zukunftsträchtiger Job.
Die Firma Hanisch stellt Ausbildungsplätze als Zimmermann, als Dachdecker und als Restaurator bereit, und die beiden Juniorchefs informierten über die Vielfältigkeit dieser Berufe. Am Stand der Metallbaufirma Fuchs aus Löhndorf standen gleich mehrere Azubis bereit, um interessierten Jugendlichen von ihrem Ausbildungsgang zu berichten. Daniel Josten, Inhaber der Malerfirma Reinert, berichtete, dass seine Firma durch die Ahrflut 2021 Totalschaden erlitten hatte, und deshalb von Bad Neuenahr nach Walporzheim gezogen sei und dort einen Neuanfang gewagt habe. Dieses Wagnis habe sich gelohnt, denn durch die weitreichenden Zerstörungen im Ahrtal bestehe ein sehr hoher Bedarf an Handwerkern für den Wiederaufbau. Das Thema „Ahrflut“ zog sich durch viele Gespräche, waren doch die meisten der teilnehmenden Betriebe von dieser Katastrophe existentiell betroffen, und haben fast alle einen erfolgreichen Neustart gewagt.
So ging eine vielfältige und schön organisierte Ausbildungsmesse zu Ende. Den Organisatoren ist zu wünschen, bei der nächsten Azubi Job Börse in einem Jahr eine brechend volle Landskroner Festhalle zu erleben.
Azubi im dritten Lehrjahr Sabrina Alfter führte die Arbeit an einem Fensterrahmen vor und erklärte exemplarisch, wie sie bei diesem Handwerksberuf gelandet sei. Foto: Picasa
