Wirtschaft | 19.06.2024

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Vier Wochen über den Tellerrand hinausblicken

Die Pflegedienstleiterin Galina Richter (rechts) bespricht mit der Auszubildende Maria Sauermilch die Lerntafel im Stationszimmer.  Foto: Jörg Warnke

Bad Breisig. Auszubildende des Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef können zu Beginn ihres dritten Ausbildungsjahres zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann ein Wahlpraktikum in einem Seniorenheim in der Schweiz absolvieren. „Mit diesem Auslandseinsatz, der über das Erasmus+-Programm der EU gefördert wird, wollen wir die Ausbildung in unserem Haus für die jungen Menschen interessant gestalten und ihnen die Möglichkeit bieten, über den Tellerrand hinaus zu blicken“, sagt Einrichtungsleiter Jörg Warnke. Die 45-jährige Maria Sauermilch ist die erste Auszubildende, die im September diese Chance wahrnimmt und für vier Wochen in einer Einrichtung in der Schweiz arbeiten wird. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt sie, „denn ich bin neugierig, lerne gerne Neues und will wissen, wie die Pflege in anderen Ländern organisiert wird.“

Jörg Warnke und die Praxisanleiterin Nina Schletz haben den Kooperationspartner sehr sorgfältig ausgewählt. „Es ist uns wichtig, dass die Einrichtung zu uns passt und dass sie natürlich im deutschsprachigen Teil der Schweiz liegt“, erläutert Jörg Warnke. „Außerdem wollen wir eine gute Praxisanleitung und einen hohen Ausbildungsstandard sicherstellen.“ Nach einigen Besprechungen, die via Teams stattfanden, sind Jörg Warnke und Nina Schletz in die Schweiz gefahren und haben alles vor Ort besprochen. „Uns hat die Einrichtung gut gefallen und wir sind sicher, dass Frau Sauermilch sehr von dem Praktikum profitieren wird“, ist die Praxisanleiterin überzeugt.

Der Auslandsaufenthalt sei auch ein Baustein zu Persönlichkeitsentwicklung, so Jörg Warnke. Die Auszubildende erfährt, wie es ist, in einem anderen Land zu arbeiten. Dadurch hat sie die Gelegenheit, eine ihr bislang unbekannte Kultur kennenlernen. Das betrifft unter anderem auch den Pflegebereich. So haben Pflegefachkräfte im Schweizer Gesundheitssystem zum Beispiel einen anderen Stellenwert als in Deutschland. In Abgrenzung zu den Ärzten verfügen sie über weitergehendere Kompetenzen als deutsche Pflegekräfte.

Maria Sauermilch interessiert sich sehr dafür, wie die Pflegeausbildung in der Schweiz aufgebaut ist und wie der Arbeitsalltag der Pflegekräfte aussieht. „Ein weiterer spannender Bereich, ist die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner in der Einrichtung“, ergänzt sie. Sie möchte beobachten, was getan wird, damit sich die Seniorinnen und Senioren wohlfühlen und welche Unterschiede zwischen den Einrichtungen bestehen. „Vielleicht können wir uns da etwas abschauen und im Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef umsetzen“, so Maria Sauermilch.

„Wir hoffen, dass sie zahlreiche Impulse aus der Schweiz mitbringt. Davon können wir sicher noch viel lernen“, ist Jörg Warnke überzeugt. Eine Anregung haben er und Nina Schletz schon von ihrem Besuch im Schweizer Seniorenheim mit nach Bad Breisig genommen und direkt umgesetzt: In den Stationszimmern auf den Wohnbereichen wurden sogenannte Lerntafeln aufgehängt. Das macht die Aufgaben der Auszubildenden für das gesamte Team transparent.

Abgestimmt wurde der Auslandseinsatz in der Schweiz auch mit dem Rheinischen Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen in Neuwied. Hier absolviert die Schülerinnen und Schüler den theoretischen Teil ihrer Pflege-Ausbildung. „Wir unterstützen das Projekt und freuen uns sehr auf die Erfahrungen und Eindrücke, die Maria Sauermilch von ihrem Praktikum in dem Schweizer Seniorenheim mitbringt“, sagt Dr. Maria Krupp, die Leiterin der Schule für Pflegeberufe.

Maria Sauermilch wird ihre Erfahrungen während des Auslandspraktikums in der Schweiz regelmäßig auf der Facebookseite des Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef Bad Breisig posten und sie so allen Interessierten zugänglich machen.

Die Pflegedienstleiterin Galina Richter (rechts) bespricht mit der Auszubildende Maria Sauermilch die Lerntafel im Stationszimmer. Foto: Jörg Warnke

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