Wirtschaft | 09.11.2023

- Anzeige - Biologisch hergestellte Biere denken das Reinheitsgebot weiter

Wie Bio ist das Reinheitsgebot?

Die konventionelle Landwirtschaft hat dramatische Folgen für Natur und Gesundheit

Bioland-Landwirt Michael Ullenbruch auf dem Braugerstenfeld für die VULKAN Brauerei bei Maria Laach.  Foto: VULKAN Brauerei

Mendig. Das deutsche Reinheitsgebot, das im Jahr 1516 in Bayern

erlassen wurde, hat eine lange Tradition und ist weltweit bekannt. Es schreibt vor, dass lediglich vier Hauptzutaten bei der Bierherstellung verwendet werden dürfen: Wasser, Malz (aus Gerste), Hopfen und Hefe. Ziel des Reinheitsgebots war es, die Qualität und Reinheit des Bieres sicherzustellen und die Verwendung schädlicher Zutaten zu verhindern.

Doch während es die Zutaten streng definiert, schweigt es sich leider darüber aus, wie diese Rohstoffe angebaut werden. Die Nutzung von Pestiziden und chemischsynthetischem Dünger wird nicht geregelt, wodurch mindestens indirekt diese Schadstoffe ins Bier gelangen.

Die Bedeutung von ökologisch hergestelltem Bier

Die Lebensmittelbranche ist im Wandel – Bio boomt und wächst kontinuierlich. Die Gesellschaft achtet bei vielen Lebensmitteln bereits genauer auf deren Herkunft, den Anbau oder die Haltung. Bei Bier hat sich dieses Bio-Bewusstsein leider noch nicht ausgeprägt und das obwohl 2022 der Bierkonsum pro Kopf in Deutschland bei 91,8 Liter lag.(Statista)

Bier wird allgemein als Naturprodukt angesehen und daher dessen Rohstoffanbau nicht weiter hinterfragt.

„Während Bio-Lebensmittel bereits 6,8% am Gesamtmarkt ausmachen, beträgt der BioAnteil in der Bier-Branche mal gerade 1%“, sagt Malte Tack, Geschäftsführer der VULKAN Brauerei in Mendig.

Wie schädlich ist der konventionelle Anbau von Hopfen & Gerste?

Beim Anbau von Hopfen und Gerste kommen Fungizide, Insektizide und Herbizide zum Einsatz, die nicht nur gesundheitsschädlich sein können, sondern auch die Natur nachhaltig schädigen. Diese Chemikalien gelangen in den Boden, ins Grundwasser und letztendlich auch in unser Bier. Das ist ein Aspekt, den das Reinheitsgebot nicht regelt.

Fungizide, also Pflanzenschutzmittel, werden eingesetzt, um Schadorganismen zu bekämpfen. Insektizide sollen Schädlinge töten. Beides tötet jedoch auch „wichtige ökologische Funktionsträger“, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) nützliche Insekten und Bodenorganismen nennt.

Unkraut und Gräser werden durch Herbizide, also Unkrautvernichtungsmittel, chemisch abgetötet, damit sie Hopfen und Gerste nicht verdrängen.

Mineralischer Stickstoffdünger kommt zum Einsatz, um Nährstoffe im Boden anzureichern. Durch regelmäßige Nutzung schaden sie den Böden allerdings und tragen zum Verlust der Bodenfruchtbarkeit bei, auch die Bodenorganismen werden dadurch geschädigt. Laut Umweltbundesamt gelangen 50 kg Stickstoff pro Kopf in Deutschland in die Umwelt und den Großteil verursacht dabei die kommerzielle Landwirtschaft. Die Folgen. „Zu viel Nitrat auf den Feldern und später im Grundwasser, zu viel Ammoniak und Feinstaub in der Atemluft und zu viel Lachgas, das das Klima schädigt“, schreiben sie in ihrem Artikel auf www.umweltbundesamt.de

Wo das Reinheitsgebot aufhört, fängt Bio an

Bio-Biere bieten hier eine Alternative. Bei Bio-Bieren wird nicht nur darauf geachtet, dass die verwendeten Zutaten biologisch angebaut werden, sondern auch, dass ökologische Prinzipien und nachhaltige Anbaumethoden eingehalten werden. Pestizide und chemisch-synthetische Dünger sind in der Bio-Landwirtschaft streng verboten. Anstatt gesundheitsbedenkliche Mittel einzusetzen, gilt es, Produkte auf natürlicher Basis gegen Schadorganismen einzusetzen, durch natürliche Fressfeinde den Schädlingen entgegenzuwirken und den Böden ihre Fruchtbarkeit wiederzugeben. Wichtig ist jedoch auch bei Bio genau hinzuschauen. An dieser Stelle schafft die Arbeit der Bio-Verbände in Deutschland Transparenz.

Die drei größten Bio-Verbände heißen Bioland, Naturland und Demeter. Ihre Auflagen für alle Partner in der Wertschöpfungskette sind streng und schaffen dadurch Vertrauen. Für den Schritt zur Produktion von Bieren in Bio-Qualität hat sich die VULKAN Brauerei aus Mendig für Bioland als Partner entschieden. Bioland Partner müssen den gesamten Betrieb biologisch im Kreislauf bewirtschaften und neben dem Ackerbau auch die Richtlinien der Bio-Tierhaltung, sowie Vorgaben zur Regionalität einhalten. Die Vulkan Brauerei erreicht das beispielsweise, indem der größte Anteil der Vulkan Bioland Braugerste im nur 5 km entfernten Maria Laach von Bioland-Landwirt Michael Ullenbruch angebaut wird.

Als erste Bioland-Brauerei in Rheinland-Pfalz möchten Malte Tack und sein Team BioBieren eine laute und bunte Stimme geben. In den nächsten drei Jahren wollen sie den Anteil an biologisch hergestellten Bieren verdoppeln und andere Brauereien ermutigen, diesem Weg zu folgen.

VULKAN Brauerei

Bioland-Landwirt Michael Ullenbruch auf dem Braugerstenfeld für die VULKAN Brauerei bei Maria Laach. Foto: VULKAN Brauerei

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
fit für`s Alter?
SB Standesamt
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Anzeige KW 14
Empfohlene Artikel
Gartenmarkt in Neuwied am 11. und 12. April.  Foto: Nadine Schöneberg
42

Neuwied. Wenn die Neuwieder Innenstadt mit dem Gartenmarkt wieder zig Tausende Besucher anlockt, ist die GSG Neuwied samt eigenem Pavillon auf dem Luisenplatz mit dabei. Zum 100-jährigen Bestehen der Gemeindlichen Siedlungs-Gesellschaft gibt es hier am Samstag. 11. April, von 10 bis 18 Uhr, sowie am Sonntag, 12. April, von 11 bis 18 Uhr, Informationen rund um das Thema Wohnen sowie einen Blick in die Geschichte der GSG mit historischen Fotos aus den Archiven des Unternehmens.

Weiterlesen

Im Mittelpunkt stehen die beiden Künstler Ute Möller und Stephan Maria Glöckner aus dem Marienthaler Atelier.  Foto: privat
35

Dernau. Am 09. April 2026 laden wir Sie ganz herzlich in unsere Vinothek Dernau ein. Unter dem Motto „Dagernova & Kunst“ erwartet Sie ein besonderer Abend, an dem Wein, Kunst und persönliche Begegnungen auf genussvolle Weise zusammenfinden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2293

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulze Klima -Image
Ostergruß
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft
Stellenanzeige mehrere Stellen
Angebotsanzeige (April)
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Kita