Allgemeine Berichte | 02.07.2013

Förderverein St. Josef Krankenhaus Adenau

„Ärztliche Hilfe rückt weiter weg“

Notfallpatienten müssen ab sofort nach Bad Neuenahr-Ahrweiler ausweichen

Alfred Pitzen und Vorsitzender Bernd Schiffarth.UM

Adenau. Bisher galt, wer am Wochenende, feiertags oder am Mittwochnachmittag bis zum Donnerstag in der Früh krank wurde, konnte den Bereitschaftsdienst der Hausärzte innerhalb der Verbandsgemeinde Adenau anrufen und bekam Hilfe. Das ist jetzt vorbei, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz hat die Verbandsgemeinde Adenau und damit die im Notfall erkrankten Menschen ab dem 1. Juli an die Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) Bad Neuenahr-Ahrweiler angegliedert. Dies sei auf Wunsch der Ärzte geschehen, so die KV RLP Vorsitzende, in einem Schreiben, das den Versorgungsbereich Adenau regelt. Für den Förderverein des St. Josef Krankenhauses Adenau ein nicht hinnehmbarer Zustand. Denn der einzige Vorteil, den der Vorsitzende Bernd Schiffarth für die in der Verbandsgemeinde Adenau erkrankten Menschen sieht, ist, dass sie „keine Bereitschaftsarzt-Telefonnummer“ heraussuchen müssen, sich dafür aber ins Auto setzen und in einfacher Fahrt 40 bis 50 Kilometer zurücklegen, um dann ärztlich versorgt zu werden.

Weiter wird dies dazu führen, dass der Notarzt häufiger für sogenannte Bagatellfälle gerufen wird und im Ernstfall ist dieser dann gerade mal bei einem Fieberpatienten, so das Vorstandsmitglied Alfred Pitzen. Vom BDZ in Bad-Neuenahr-Ahrweiler wird es bestimmt keinen Hausbesuch bis tief in die Eifelregion geben, befürchtet der Förderverein St. Josef Krankenhaus, der sich auch fragt, warum es nicht auch eine Bereitschaftsdienstzentrale am Krankenhaus in Adenau gibt. Eine Bereitschaftsdienstzentrale ist der zentrale Anlaufpunkt für Patienten außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Arztpraxen und das immer von 19 bis 7 Uhr sowie an Feiertagen und Wochenenden von Freitag, 13 Uhr, bis Montag, 8 Uhr. Auch wenn ein Hausarzt in der Verbandsgemeinde Adenau nun seinen Patienten helfen möchte, bekommt er dafür keine Bezahlung, da es ja in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine zentrale Notfallversorgung gibt. Weiterhin gilt, dass bei akuten lebensbedrohlichen Notfällen der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 angefordert wird.

Bei der neuen Regelung sieht der Förderverein auch eine Schwächung des Adenauer Krankenhauses, da sich Erkrankte aus der Verbandsgemeinde Adenau auch in die Nachbarbereitschaftsdienste orientieren werden und dann sind die Patienten zuerst einmal für das St. Josef Krankenhaus weg, so Schiffarth. Allerdings ging der Vorstand des Fördervereins davon aus, dass das St. Josef Krankenhaus bei der Standortauswahl des BDZ berücksichtigt würde, so Schiffarth. Wenn man von einer einheitlichen Versorgung in der Fläche redet, heißt dies, dass alle Patienten in gleichem Maße ihre Versorgung erfahren. Hier werden aber die Patienten der Verbandsgemeinde Adenau und in Teilen der VG Vordereifel durch extrem weite Entfernungen wesentlich schlechtergestellt. Daher fordert der Förderverein die Verantwortlichen und die Politik auf, im Sinne der Patienten, der jungen und alten Menschen im Adenauer Land, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken für eine zeit- und ortsnahe Behandlung. Das Fördervereinsmitglied Alfred Pitzen ließ für das Adenauer St. Josef Krankenhaus wissen, dass im Bedarfsfall auch weiterhin das Krankenhaus in Adenau für seine Patienten aus der Region offen steht.

Das Krankenhaus ist rund um die Uhr 24 Stunden und an 365 Tagen im Jahr besetzt und da stehen Ärzte und Mitarbeiter, wie bisher zur Verfügung für Patienten und Betroffene. In akuten, lebensbedrohlichen Notfällen gilt allerdings immer, den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 anzufordern. Der Förderverein wünscht sich für die Patienten im Adenauer Land einen offiziellen Bereitschaftsdienst direkt am St. Josef Krankenhaus, das St. Josef Krankenhaus ist gut aufgestellt und genießt das Vertrauen der Bevölkerung. Notfalls müssen wir gemeinsam kämpfen und unsere Stimmen erheben, damit der Patient bei der Planung nicht überflüssig wird, so der Vorsitzende Bernd Schiffarth, es darf keine Schwächung des Krankenhauses geben, denn die Region braucht das St. Josef Krankenhaus in Adenau.

Alfred Pitzen und Vorsitzender Bernd Schiffarth.Foto: UM

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Schulze Klima -Image
Dachdecker (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Titelanzeige
Titel
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
159

Region. Die DB InfraGO startet in knapp zwei Monaten mit der Korridorsanierung der Bahnstrecke am rechten Rheinufer zwischen Troisdorf und Wiesbaden. In der Zeit vom 10. Juli bis zum 12. Dezember 2026 bündeln die Bauteams entlang der rund 160 Kilometer langen Strecke zahlreiche Arbeiten, die die Infrastruktur langfristig leistungsfähiger und weniger störanfällig machen.

Weiterlesen

Symbolbild.
91

Vulkaneifel. Nach umfassender Prüfung des Antrags hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord nun grünes Licht gegeben: Die „wpd Windpark Sarmersbach Repowering GmbH & Co. KG“ darf auf dem Gebiet der Gemeinde Sarmersbach im Kreis Vulkaneifel vier neue Windenergieanlagen bauen und betreiben. Die fünf bestehenden Anlagen sollen zurückgebaut werden. Um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu berücksichtigen, wurden 27 Fachstellen befragt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Verleihung Ehrenamtspreis Stadt Andernach am 29. April 2026 (v.l.n.r.): Bürgermeister Claus Peitz, Gerd Kaul, Vorsitzende des Vereins Freundschaftskreis Dimona-Andernach e.V. Barbara Söhngen, Oberbürgermeister Christian Greiner)Foto: Sebastian Waluga
5

Gerd Kaul und Freundschaftskreis Dimona-Andernach ausgezeichnet

Ehrenamtspreis der Stadt Andernach verliehen

Andernach. Im Historischen Rathaus der Stadt Andernach sind am 29. April 2026 zwei besondere ehrenamtliche Engagements mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ehrte Oberbürgermeister Christian Greiner den Miesenheimer Bürger Gerd Kaul sowie den Verein Freundschaftskreis Dimona-Andernach e. V. für ihren langjährigen Einsatz.

Weiterlesen

15

Bonn/Meckenheim. Nicht einmal Graupelschauer und Aprilwetter konnten die gute Stimmung an diesem Tag vermiesen: Ulla Schmidt besuchte im März den Unternehmensverbund der Lebenshilfe Bonn. Konkret stand ein Rundgang durch das Werk Meckenheim der Bonner Werkstätten auf dem Programm. Drei Stunden nahm sich die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe Zeit, um sich verschiedene Arbeitsbereiche zeigen zu lassen.

Weiterlesen

Symbolbild.
266

36-jähriger Autofahrer verliert bei Starkregen die Kontrolle über sein Fahrzeug

04.05.: Dramatisher Unfall auf der B 56: Motorradfahrer schwer verletzt

Lohmar. Am Montag, den 4. Mai, ereignete sich in Lohmar ein schwerer Verkehrsunfall, als zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr kollidierten. Dabei erlitt ein Motorradfahrer schwere Verletzungen. Gegen 16:00 Uhr fuhr ein 36-jähriger Mann aus Siegburg mit seinem Pkw auf der Bundesstraße 56 von Siegburg nach Lohmar. Bei starkem Regen verlor er im Ortsteil Heide aus bisher ungeklärten Gründen die Kontrolle über seinen Mercedes-Benz.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Daueranzeige
Essen auf Rädern
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Industriemechaniker
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Anzeige Show Alive
AZ_Gelenk 2026
Betriebsferien Mai 2026
Image
Innovatives rund um Andernach
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß