Förderverein St. Josef Krankenhaus Adenau
„Ärztliche Hilfe rückt weiter weg“
Notfallpatienten müssen ab sofort nach Bad Neuenahr-Ahrweiler ausweichen
Adenau. Bisher galt, wer am Wochenende, feiertags oder am Mittwochnachmittag bis zum Donnerstag in der Früh krank wurde, konnte den Bereitschaftsdienst der Hausärzte innerhalb der Verbandsgemeinde Adenau anrufen und bekam Hilfe. Das ist jetzt vorbei, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz hat die Verbandsgemeinde Adenau und damit die im Notfall erkrankten Menschen ab dem 1. Juli an die Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) Bad Neuenahr-Ahrweiler angegliedert. Dies sei auf Wunsch der Ärzte geschehen, so die KV RLP Vorsitzende, in einem Schreiben, das den Versorgungsbereich Adenau regelt. Für den Förderverein des St. Josef Krankenhauses Adenau ein nicht hinnehmbarer Zustand. Denn der einzige Vorteil, den der Vorsitzende Bernd Schiffarth für die in der Verbandsgemeinde Adenau erkrankten Menschen sieht, ist, dass sie „keine Bereitschaftsarzt-Telefonnummer“ heraussuchen müssen, sich dafür aber ins Auto setzen und in einfacher Fahrt 40 bis 50 Kilometer zurücklegen, um dann ärztlich versorgt zu werden.
Weiter wird dies dazu führen, dass der Notarzt häufiger für sogenannte Bagatellfälle gerufen wird und im Ernstfall ist dieser dann gerade mal bei einem Fieberpatienten, so das Vorstandsmitglied Alfred Pitzen. Vom BDZ in Bad-Neuenahr-Ahrweiler wird es bestimmt keinen Hausbesuch bis tief in die Eifelregion geben, befürchtet der Förderverein St. Josef Krankenhaus, der sich auch fragt, warum es nicht auch eine Bereitschaftsdienstzentrale am Krankenhaus in Adenau gibt. Eine Bereitschaftsdienstzentrale ist der zentrale Anlaufpunkt für Patienten außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Arztpraxen und das immer von 19 bis 7 Uhr sowie an Feiertagen und Wochenenden von Freitag, 13 Uhr, bis Montag, 8 Uhr. Auch wenn ein Hausarzt in der Verbandsgemeinde Adenau nun seinen Patienten helfen möchte, bekommt er dafür keine Bezahlung, da es ja in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine zentrale Notfallversorgung gibt. Weiterhin gilt, dass bei akuten lebensbedrohlichen Notfällen der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 angefordert wird.
Bei der neuen Regelung sieht der Förderverein auch eine Schwächung des Adenauer Krankenhauses, da sich Erkrankte aus der Verbandsgemeinde Adenau auch in die Nachbarbereitschaftsdienste orientieren werden und dann sind die Patienten zuerst einmal für das St. Josef Krankenhaus weg, so Schiffarth. Allerdings ging der Vorstand des Fördervereins davon aus, dass das St. Josef Krankenhaus bei der Standortauswahl des BDZ berücksichtigt würde, so Schiffarth. Wenn man von einer einheitlichen Versorgung in der Fläche redet, heißt dies, dass alle Patienten in gleichem Maße ihre Versorgung erfahren. Hier werden aber die Patienten der Verbandsgemeinde Adenau und in Teilen der VG Vordereifel durch extrem weite Entfernungen wesentlich schlechtergestellt. Daher fordert der Förderverein die Verantwortlichen und die Politik auf, im Sinne der Patienten, der jungen und alten Menschen im Adenauer Land, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken für eine zeit- und ortsnahe Behandlung. Das Fördervereinsmitglied Alfred Pitzen ließ für das Adenauer St. Josef Krankenhaus wissen, dass im Bedarfsfall auch weiterhin das Krankenhaus in Adenau für seine Patienten aus der Region offen steht.
Das Krankenhaus ist rund um die Uhr 24 Stunden und an 365 Tagen im Jahr besetzt und da stehen Ärzte und Mitarbeiter, wie bisher zur Verfügung für Patienten und Betroffene. In akuten, lebensbedrohlichen Notfällen gilt allerdings immer, den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 anzufordern. Der Förderverein wünscht sich für die Patienten im Adenauer Land einen offiziellen Bereitschaftsdienst direkt am St. Josef Krankenhaus, das St. Josef Krankenhaus ist gut aufgestellt und genießt das Vertrauen der Bevölkerung. Notfalls müssen wir gemeinsam kämpfen und unsere Stimmen erheben, damit der Patient bei der Planung nicht überflüssig wird, so der Vorsitzende Bernd Schiffarth, es darf keine Schwächung des Krankenhauses geben, denn die Region braucht das St. Josef Krankenhaus in Adenau.
