Arbeitsmarkt trotzt der Krisenstimmung
Agentur für Arbeit veröffentlicht Dezember-Zahlen und zieht Bilanz 2012
Kreis AW. Zum Jahreswechsel ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ahrweiler wie üblich angestiegen: 2.704 Frauen und Männer auf Beschäftigungssuche zählten die Statistiker der Agentur für Arbeit Ende Dezember, 159 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote klettert damit um 0,3 auf nun 4,2 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Stellen blieb mit 123 stabil, im November wurde lediglich ein Stellenangebot mehr gezählt. Derzeit sind bei der Arbeitsagentur damit 301 offene Stellen aus dem Ahrkreis gemeldet. In der stark von saisonabhängigen Branchen geprägten Region entspreche diese Entwicklung durchaus dem üblichen Jahresverlauf, erklärt Ulrike Mohrs, die Leiterin der zuständigen Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Dafür spricht auch, dass der größte Zuwachs im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III, also bei den Mitgliedern der Versichertengemeinschaft zu verzeichnen ist, die in der Regel weniger als ein Jahr arbeitslos sind. Hier liegt das Plus bei 138, während es im SGB II - also bei den sogenannten Hartz IV-Empfängern - lediglich 21 ausmacht. „Das alles spricht dafür, dass die meisten Personen, die sich jetzt arbeitslos gemeldet haben, in einigen Wochen neue Jobs finden oder sogar zu ihren früheren Arbeitgebern zurückkehren können. Das Winterloch ist ein bekanntes und vorübergehendes Phänomen.“
Anders sieht es beim Vergleich mit den Zahlen vom Dezember 2011 aus. Vor einem Jahr zählte die Arbeitsverwaltung 259 Arbeitslose weniger, die Arbeitslosenquote lag bei 3,8 Prozent. Im SGB III lag die Arbeitslosigkeit um 154, im SGB II um 105 niedriger. Das spreche dafür, dass die Lage am Arbeitsmarkt sich insgesamt leicht verschlechtert habe, räumt Ulrike Mohrs ein, warnt aber gleichzeitig davor, diese Entwicklung über zu bewerten. Zum einen stehe der Landkreis mit einer Arbeitslosenquote von knapp über vier Prozent noch immer sehr gut da. „Und zum anderen relativieren sich die Zahlen, wenn man sich den Jahresschnitt anschaut, erheblich.“ Denn im Durchschnitt waren 2012 im Landkreis Ahrweiler 2613 Menschen arbeitslos gemeldet - das sind gerade mal drei mehr als im Jahresdurchschnitt 2011. „Was die Arbeitslosigkeit betrifft, schauen wir also auf ein recht stabiles Jahr zurück“, meint Mohrs. Weniger günstig entwickelte sich dagegen die Zahl der gemeldeten Stellen. Sie sank 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 400 auf 1.777 ab. „Wir können deshalb nicht behaupten, dass die Verunsicherungen an den weltweiten Märkten an Rhein und Ahr völlig ohne Auswirkungen blieben. Aber Grund zur Panik gibt es nicht.“ Eine Prognose wagt die Agenturchefin allerdings nicht. „In einer globalen Welt ist die Zukunft auch von Faktoren abhängig, die wir nicht im Blickfeld haben können. Bislang haben Deutschland und die Region der allgemeinen Krisenstimmung aber wirkungsvoll getrotzt. Und ich hoffe, dass dies auch weiter gelingen wird.“ Pressemitteilung der Agentur
für Arbeit Koblenz-Mayen
