Reifferscheid feierte Junggesellenfest und Michaelis-Kirmes
„Einigkeit“ hat hundertjährige Tradition
Der Junggesellenverein ist einer der ältesten und größten der Region - Ehrenurkunden zum Jubiläum
Reifferscheid. Ganz im Zeichen der Jubiläumsfeierlichkeiten stand in diesem Jahr die Michaelis-Kirmes in Reifferscheid. „Einigkeit“, der Junggesellenverein des Ortes, der traditionell die Kirmes veranstaltet, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. So hatten die 57 Mitglieder unter ihrem Präsidenten Mario Müller ein mehrtägiges Festprogramm auf die Beine gestellt.
Die Feierlichkeiten begannen am Samstag im gut besuchten Festzelt mit einer Tanzparty, zu der die MSB Show Band aufspielte. Der Sonntag begann mit einer Messe im Zelt, zelebriert vom Reivesche Jong und Mitglied des JGV Michael Schäfer, bei der auch die neue Fahne des Junggesellenvereins „Einigkeit“ eingesegnet wurde.
Beim Festkommers am Nachmittag erzählte Michael Schäfer, dass sein Vater Josef Schäfer Mitbegründer und erster Präsident des neu gegründeten Vereins war. JGV-Präsident Mario Müller hob hervor, dass der Junggesellenverein mit fast 60 Mitgliedern einer der größten der Region ist, und die alten Tugenden Tradition, Gemeinschaft, Zusammenhalt und das Ehrenamt auch in der heutigen Zeit die Eckpfeiler des Vereins sind.
„Junggesellen sollen hohe Steuern zahlen! Es ist nicht gerecht, dass einige Männer glücklicher sein sollen als andere“, mit dieser Aussage von Oscar Wilde, der das Junggesellenleben Anfang des 20. Jahrhunderts lobte, brachte Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Anwesenden zum Schmunzeln. Weiter betonte der Landrat, dass die Pflege von Tradition und Brauchtum eine wichtige Aufgabe des Vereins ist. Dazu gehört auch das Aufstellen des Maibaums, der im Jubiläumsjahr eine Rekordmarke von 46,8 Metern erreichte. Dieser wurde, ganz wie in früheren Zeiten, in entsprechender Kleidung per Muskelkraft in die Höhe gebracht. Ob dieser Baum einer der höchsten in Deutschland ist, konnte nicht ermittelt werden.
Bürgermeister Hermann Josef Romes betonte, dass in der 100-jährigen Geschichte des Junggesellenvereins „Einigkeit“ von Generation zu Generation das Bewusstsein für Brauchtum, Traditionspflege, Zusammenhalt und Geselligkeit erfolgreich weitergegeben wurde. Dies bewiesen die vom Junggesellenverein veranstalteten Feste wie die Michaelis-Kirmes mit Junggesellenfest oder das jährliche Maibaumstellen. Aber auch im gemeinnützigen Bereich sind die Junggesellen sehr aktiv, sei es bei der Kapellenrenovierung, beim „Dreck weg“-Tag oder durch ihre Unterstützung bei Martinsfeuer und -umzug. Oder jüngst die Teamunterstützung beim Wettbewerb Bürgermeisterschaft Adenau-Reifferscheid. „Das ist, was sie auszeichnet, der Geist für das Gemeinschaftliche wie Hilfsbereitschaft, Freundschaft und echter Teamgeist“, lobte Romes die Arbeit des Vereins. Romes wünschte den Junggesellen angesichts der demografischen Entwicklung ein möglichst rasches Ehe- und Kinderglück, damit der Verein auch für das nächste Jahrhundert noch Nachwuchs hat. Denn wie sagt die alte Volksweisheit: „Junggesellen vermehren sich zwar nicht, und trotzdem sterben sie nie aus.“
Ortsbürgermeister Mike Henneberger dankte dem Verein für die geleistete Arbeit und hatte ein besonderes Geschenk für die Junggesellen: eine neue Krone für den Hahnenkönig. „Es ist zwar kein Platin, aber die Innenkappe ist aus echtem ‚Eifelwolf‘“, betonte der Ortsbürgermeister bei der Übergabe. Sämtliche Orts- und viele Brudervereine aus dem näheren Umkreis gratulierten dem Jubiläumsverein zum Geburtstag und zogen unter musikalischer Begleitung der Limbachtaler und des Tambourcorps Germania Schuld durch den festlich geschmückten Ort.
Aus der Hand des noch amtierenden Bürgermeisters Hermann Josef Romes konnte Vereinspräsident Mario Müller die Ehrenurkunde der Verbandsgemeinde Adenau entgegennehmen.
Von Ortsbürgermeister Mike Henneberger gab es zum 100. Jubiläum eine neue Hahnenkönigskrone.
