Politik | 08.04.2026

Nach der Landtagswahl:

IHK-Regionalbeirat fordert konkrete Antworten

IHK-Vizepräsident Jörg Schäfer und IHK-Regionalgeschäftsführerin Andrea Stenz.

Wirtschaftspolitische Themen aus der Region sollen in Koalitionsverhandlungen einfließen

Bad Neuenahr, 8. April 2026. Nach der Landtagswahl formuliert der IHK-Regionalbeirat Ahrweiler klare Erwartungen. Er richtet sich damit an die neu gewählten Landtagsabgeordneten der Region, die die wirtschaftspolitischen Anliegen des Kreises in Mainz vertreten sollen. Vor dem Hintergrund der laufenden Sondierungs- und Koalitionsgespräche appelliert das Gremium, zentrale wirtschaftspolitische Herausforderungen frühzeitig und verbindlich in die politischen Vereinbarungen der kommenden Legislaturperiode aufzunehmen.

Bereits im Vorfeld der Wahl hatte der IHK-Regionalbeirat Ahrweiler eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidatinnen und -kandidaten der Wahlkreise durchgeführt. Dabei kristallisierten sich drei Themenfelder als besonders drängend für die regionale Wirtschaft heraus. Im Fokus standen drei zentrale Standortfragen der Region: der Abbau bürokratischer Belastungen, die Entwicklung ausreichender Gewerbeflächen sowie auf die Stärkung von Infrastruktur, Mobilität und Innenstädten.

„Die Diskussion im Vorfeld der Wahl hat deutlich gezeigt, dass es ein breites Bewusstsein für die Herausforderungen unserer Unternehmen gibt. Jetzt müssen daraus politische Entscheidungen werden“, betont Jörg Schäfer, Vorsitzender des IHK-Regionalbeirats Ahrweiler und Vizepräsident der IHK Koblenz.

Als erste Kernforderung nennt der IHK-Regionalbeirat den Abbau bürokratischer Hürden. „Gerade beim Bürokratieabbau erwarten wir konkrete, spürbare Entlastungen für unsere Betriebe. Komplexe Verfahren, lange Genehmigungsprozesse und unklare Zuständigkeiten bremsen Investitionen und Innovation aus – hier braucht es zügige Verbesserungen.“

Zweitens geht es um die Verfügbarkeit und Entwicklung von Gewerbeflächen im Landkreis. Viele Betriebe stoßen an Wachstumsgrenzen, weil geeignete Flächen fehlen oder Planungsprozesse zu lange dauern. Drittens sieht der Regionalbeirat Handlungsbedarf bei Infrastruktur, Mobilität und der Zukunft der Innenstädte. Leistungsfähige Verkehrswege, gut erreichbare Standorte und attraktive Zentren sind aus Sicht der Wirtschaft zentrale Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräftesicherung.

„Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region hängt maßgeblich davon ab, ob es gelingt, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen – für bestehende Unternehmen ebenso wie für Neuansiedlungen und Gründungen“, erklärt Andrea Stenz, IHK-Regionalgeschäftsführerin Ahrweiler. „Unsere Abgeordneten in Mainz müssen die Standortinteressen des Kreises jetzt mit Nachdruck in die politischen Verhandlungen einbringen. Dazu gehören ausreichend verfügbare Gewerbeflächen, eine leistungsfähige Infrastruktur sowie attraktive und lebendige Innenstädte. Diese Themen müssen jetzt verbindlich in den politischen Entscheidungsprozess einfließen.“

Ergänzend verweist der IHK-Regionalbeirat auf das von den Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz erarbeitete „100-Tage-Programm“, das konkrete wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen für die neue Landesregierung formuliert. Der Fünf-Punkte-Plan setzt unter anderem Impulse für Bürokratieabbau, Planungsbeschleunigung, Fachkräftesicherung und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz insgesamt.

Die IHK Koblenz sieht hierin eine wichtige Grundlage für die politische Arbeit der kommenden Monate. „Mit dem 100-Tage-Programm liegt ein klar strukturierter Maßnahmenkatalog auf dem Tisch. Wir erwarten, dass die Inhalte in den Koalitionsverhandlungen Berücksichtigung finden und zügig in konkrete Maßnahmen überführt werden“, so Schäfer.

Der IHK-Regionalbeirat Ahrweiler wird den Austausch mit den neu gewählten Landtagsabgeordneten auch über die Regierungsbildung hinaus aktiv fortführen. Ziel ist es, die Interessen der regionalen Wirtschaft kontinuierlich in den politischen Dialog einzubringen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Herausforderungen vor Ort zu entwickeln.

„Wir verstehen uns als konstruktiver Partner der Politik und werden den Dialog gezielt suchen“, so Stenz abschließend. „Die Unternehmen im Landkreis Ahrweiler brauchen Verlässlichkeit, Planungssicherheit und spürbare Fortschritte – dafür werden wir uns weiterhin mit Nachdruck einsetzen.“

--Die IHK-Regionalgeschäftsstelle Ahrweiler ist die Vor-Ort-Präsenz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz im Landkreis Ahrweiler und vertritt das Gesamtinteresse der rund 9.800 dort ansässigen Unternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Ihre Arbeit beruht auf dem Prinzip der unternehmerischen Selbstverwaltung anstelle staatlicher Bürokratie und ist unabhängig von Einzel- oder Brancheninteressen. Die IHK fördert die berufliche Bildung und erfüllt hoheitliche Aufgaben. Sie engagiert sich für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft und bietet ihren Mitgliedern ein breit gefächertes Serviceangebot. Mit acht Standorten in der Region ist die IHK Koblenz vor Ort bei den Unternehmen.

IHK-Vizepräsident Jörg Schäfer und IHK-Regionalgeschäftsführerin Andrea Stenz. Foto: Kathrin Leo

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