Allgemeine Berichte | 22.01.2013

Klagen und Jubeln an der Grenzlinie des Lebens

Viele Gäste beim Neujahrsempfang des Hospizverein Rhein-Ahr in der Bad Neuenahrer Begegnungsstätte

Gäste des Neujahrsempfangs des Hospizvereins Rhein-Ahr in der Bad Neuenahrer Begegnungsstätte. -FIX-

Bad Neuenahr. Das Thema des Neujahrsempfangs des Hospizvereins Rhein-Ahr „Klagen und Jubeln an der Grenzlinie des Lebens“, umriss den Inhalt der sehr harmonischen Veranstaltung in der Hauptgeschäftsstelle und Begegnungsstätte in der Bad Neuenahrer Kreuzstraße. Zahlreise Gäste begrüßte hier die Vorsitzende Ulrike Dobrowolny aus Politik und Gesellschaft mit dem Kreisbeigeordneten Friedhelm Münch an der Spitze. „Wir nehmen das Gewesene mit und vor uns liegt unberührtes und weites Land“, sagte die Vorsitzende einleitend in ihrer Begrüßung. „Manchmal gibt es Dinge, die uns scheinbar den Boden unter den Füßen verlieren lassen. Deshalb sind unsere guten Neujahrswünsche weniger eine Floskel, sondern vielmehr ein wichtiges Ritual. Es ist wichtig, den Blick zu schärfen, seine Einstellungen zu prüfen, um Perspektiven zu finden“. Und weiter: „Dies gilt nicht alleine für die Sterbenden und diejenigen, die den Tod nahe vor Augen haben, sondern für uns alle hier Anwesenden“. Sie erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr der Hospizverein sein 20-jähriges Bestehen feierte. Dies sei Anlass zu verschiedenen Aktivitäten gewesen. Die große 20-Jahrfeier in Sinzig zum Thema „Sterben lassen“ war mit großer öffentlicher Resonanz verbunden. Ein Kinoprojekt, gemeinsam mit dem Kinocenter Rhein-Ahr hier in Bad Neuenahr fand statt. Eine Vortragsreihe in Adenau folgte. So wie auch der Ausbau des Ehrenamts mit zwei Ausbildungskursen zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter. Weiter ausgebaut wurden die Begegnungsstätten. Der Verein hat die 700ter Marke gekappt und nun mehr als 710 Mitglieder berichtete sie. Und: In der Begleitung gab es ein erneutes Anwachsen: 2011 waren es 293, in 2012 waren es 316 Begleitungen sterbender Menschen und deren Angehöriger.

Insgesamt stehen dem Verein 43 ausgebildete ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen/er zur Verfügung. „Es ist besonders den ehrenamtlich Tätigen an dieser Stelle großer Dank zu sagen“, betonte sie. Der galt unter andren den Sterbebegleiterinnen und -begleitern, aber auch den ehrenamtlichen Vorstandskolleginnen Hildegard Schneider als stellvertretende Vorsitzende, die die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter mit Ihrer im Beruf erworbenen Kompetenz begleitet, Ulla Berretz im Büro, Martha Sesterheim, die Schatzmeisterin sowie Berta Bauer, die sich viel Zeit für die Trauernden nimmt. „Viele Menschen arbeiten mit uns daran, Sterben und Tod wieder zum Thema in der Gesellschaft werden zu lassen“, hob Ulrike Dobrowolny hervor.

Seit 20 Jahren vor Ort im Ahrkreis

Seit 20 Jahren arbeitet der Hospizverein an der Initiierung eines stationären Hospizes im Ahrkreis und so manchen Rückschlag musste der Verein verarbeiten. Zuletzt war es die geplatzte Projektierung eines stationären Hospizes auf dem Altenheim St. Maria Josef in Ahrweiler. „Aber es geht weiter“, zeigte sie sich optimistisch. Im Dezember gab es einen Tag intensiver Vorarbeit der drei potentiellen Träger v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, der Marienhaus GmbH und dem Hospizverein Rhein-Ahr in den Räumen des Hospizvereins, berichtete sie. Der Verein hat seit langer Zeit an der Einrichtung eines stationären Hospiz gearbeitet. Aber ein Standort scheint nun auf dem Gelände hinter dem Krankenhaus Maria Hilf gefunden zu sein. Es läuft zur Zeit eine Bauvoranfrage. „Der Kreis wird sie unterstützen,“ Und: „Wir würden uns glücklich schätzten“, versicherte Friedhelm Münch als Vertreter des Landkreises, „wenn es im Kreisgebiet ein Hospiz geben würde“. Großes Interesse fand beim Neujahrsempfang eine Installation „Klagen und jubeln ... Alles hat (m)eine Zeit“ der Frauenselbsthilfe nach Krebs, die Landesvorsitzende Dr. Sylvia Brathuhn erläuterte, dass diese Klagemauer im Original drei Meter hoch, 40 Zentimeter hoch und acht Meter lang ist. Im Begegnungszentrum war dazu eine Fotowand aufgebaut, da das Original hierzu zu groß für die Präsentation gewesen wäre. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., entwickelte die Dahner Künstlerin Ingrid Wo/ff, selbst zwei Mal an Krebs erkrankt und stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, die Idee einer Klage- und Jubelmauer unter dem Motto „Klagen und Jubeln an der Grenzlinie des Lebens“. Inspiriert durch Pablo Picassos Gedanken „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ hat sie die Teilnehmerinnen der 44 regionalen Gruppen dazu motiviert, sich durch künstlerisches Schaffen ihres Seelenstaubes zu entledigen. Unter dem Motto „Klagen und Jubeln - alles hat (m)eine Zeit“ entstand aus dieser Idee im Laufe eines Jahres ein Gesamtkunstwerk aus nahezu 100 Einzelelementen, schöpferisch gestaltet und zu einer eindrucksvollen Klage- und Jubelmauer zusammengefügt. Hundertmal haben an Krebs erkrankte Frauen ihr Erlebtes preisgegeben, haben ihrem ganz persönlichen Klagen und Jubeln gestalterisch Ausdruck verliehen. Viele der kleinen Kunstwerke wurden in Gruppenstunden erarbeitet. Es wurde gemeinsam hinterfragt, was war das Dunkle, das Schmerzhafte, das Leidvolle im eigenen Krankheitsprozess, und was war das Helle, das Leuchtende, das Kostbare. Über allem gestalterischen Tun stand unausgesprochen die Frage „Was hat uns reifen lassen“. GMI

Gäste des Neujahrsempfangs des Hospizvereins Rhein-Ahr in der Bad Neuenahrer Begegnungsstätte. Foto: -FIX-

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