Allgemeine Berichte | 07.05.2013

Jungesellenverein „Einigkeit“ Reifferscheid setzte auf Tradition

Pferde zogen den Maibaum ins Dorf

Die Reifferscheider Junggesellen in historischer „Kluft“ beim Maibaumstellen. UM

Reifferscheid. Die Maibäume und ihre Bräuche blicken in der Eifel auf eine lange Tradition zurück und so erinnerten die Junggesellen von Reifferscheid in diesem Jahr daran, wie es vor 100 Jahren aussah, denn genau diesen Geburtstag feiern die 57 Junggesellen mit ihrem Vorsitzenden Mario Müller in diesem Jahr. Der Maibaum sollte im Jubiläumsjahr nicht nur größer ausfallen, auch sollte er wie vor 100 Jahren mit dem Pferdegespann in den Ort gezogen werden, waren sich die Junggesellen einig, als sie bereits vor längerer Zeit im Reifferscheider Gemeindewald in Niederadenau die mächtige 36 Meter lange Fichte aussuchten. Jetzt war es soweit als am Morgen des 1. Mai zuerst mit dem Traktorgespann der Baumriese vor den Ort gebracht wurde und dann begann für die Rückepferde Wilma und Odin die schwere Arbeit, nachdem das vorgesehene Dreiergespann fehlgeschlagen war. Bei einer so schweren Zuglast gab es erst einmal einen Bruch in der Deichsel, doch als die Junggesellen diesen repariert hatten, legten sich die Ackergäule mächtig ins Zaumzeug und schleppten den Maibaum ins Dorf, wo die Bevölkerung schon gespannt wartete. Noch einmal kam der Traktor zum Hilfseinsatz doch dann schafften es Wilma und Odin alleine bis zum vorbereiteten Maibaumloch. Nach einer Verschnaufpause für Pferde und Junggesellen begann dann der historische Moment des Maibaumstellens und dazu hatten sich die Junggesellen ebenfalls in die Kluft wie vor 100 Jahren gekleidet, mit Schlägerkappen, Arbeitsjacken, Pfeife im Mundwinkel und den Hosenträgern über den karierten Hemden. Nachdem die bunt geschmückte Krone den mächtigen Maibaum schmückte, konnte der nun über 40 Meter Riese in die Senkrechte gehoben werden. Hier gab es allerdings Unterstützung von den Ehemaligen, da der Maibaum traditionell nur mit Muskelkraft ins Maibaumloch befördert wurde. Immer wieder angefeuert von der Bevölkerung, die das historische Maibaumstellen begleitete, ragte der wohl längste Maibaum in der Geschichte der Junggesellen in den Himmel. Dann durfte zünftig der 1. Mai gefeiert werden. Den 100. Geburtstag allerdings feiert der Junggesellenverein Einigkeit Reifferscheid mit der Kirmes und dem Junggesellenfest im September mit einem großen Fest, bei dem der Verein ebenfalls das Brauchtum pflegt.

Mit einem Pferdegespann wurde der Maibaum in das Dorf gezogen.

Mit einem Pferdegespann wurde der Maibaum in das Dorf gezogen.

Die Reifferscheider Junggesellen in historischer „Kluft“ beim Maibaumstellen. Fotos: UM

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