Zur Millenniumsaktion der Verbandsgemeinde Adenau gehörte auch eine Bilderausstellung
„Trotz allem - wir leben“
Adenau. Zu den Millenniumsveranstaltungen in der Verbandsgemeinde Adenau gehörte auch eine Gemäldeausstellung mit dem Thema „Trotz allem - ich lebe“, die im Foyer des neuen Rathauses sowie in den Geschäftsstellen der Adenauer Kreissparkasse und Volksbank RheinAhrEifel Bilder zeigte, die von vier Flüchtlingsfrauen gemalt waren.
Kunststücke von Flüchtlingsfrauen
Diese Kunststücke entstanden von den Frauen aus dem Kosovo, Liberia, Kurdistan/Türkei und Iran, die alle ihre Ängste und Sorgen, teils von der Vertreibung, Krieg und Flucht, in einer Kunsttherapie verarbeitet haben. So wurden sie auch von den Frauen selbst betitelt und beschrieben wie „Die anatolische Frau“ mit Müdigkeit, Traurigkeit, Erschöpfung und schweigsame Seele oder das „Afghanische Mädchen“ als die geheimnisvolle Schöne und „Was wird aus meiner Zukunft“ „Es ist keine Freude mehr in meinem Herzen, all das kann ich nicht vergessen“. Der Schmerz ist überall in meinem Körper. Er betäubt mich, er lässt mich verzweifeln. Aber auch das sagen die Bilder aus „Blumen der Hoffnung“ Der Schmerz tritt in den Hintergrund. „Zeit des Vergessens, während ich zuhause male.“
Eröffnung der Ausstellung
Bei der Eröffnung der Kunstausstellung konnte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes, im Namen der Mitorganisatoren den evangelischen Pfarrer Holger Banse begrüßen, der in diesem Jahr die Thematik auf „Migration und Integration“ geleitet hatte. Aber auch Pfarrer i.R. Klaus Neufang, Vorsitzender der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr, der als Ideengeber diese Ausstellung nach Adenau geholt hatte. Weiter waren es Bernd Schlegel Vorsitzender der UNO-Flüchtlingshilfe, der Vorsitzende des Vereins „Markt für Leib und Seele“ Dieter Trojahn, Robert Nikolayczik, Jugendpfleger Jürgen Schwarzmann sowie der Vertreter der Kreissparkasse, Christoph Frings, und von der Volksbank RheinAhrEifel Mirco Staut, die beide als wichtige Sponsoren die Projekte der Millenniumsaktion in der Verbandsgemeinde Adenau unterstützt hatten.
Wer Großes bewegen will, muss im Kleinen anfangen
Bürgermeister Romes betonte, wer Großes bewegen will, muss im Kleinen anfangen, und da passe nichts besser als der Leitspruch „Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, kann das Antlitz der Erde verändert werden“ und dazu zähle auch diese Ausstellung der persönlich betroffenen Künstlerinnen. Der Vorsitzende der UNO-Flüchtlingshilfeh, Bernd Schneider, freute sich die Bilder in Adenau ausstellen zu können und dankte allen Verantwortlichen.
Schlegel erinnerte daran, dass sich unter Einbeziehung der sogenannten Binnenflüchtlinge weltweit mehr als 45 Millionen Menschen auf der Flucht befinden. Davon sind 80 Prozent, also 36 Millionen, Frauen und Kinder. Frauen sind oft die Hauptleidtragenden bei Flucht und Vertreibung, so wie diese Künstlerinnen, die ihren Leidensweg in Bildern und zum Thema „Trotz allem - wir leben“ verarbeitet haben. Die Bilder erzählen von Schmerz, Verzweiflung, Verwundung, aber auch von Mut, Lebenswillen und Hoffnung, so Schlegel. Zu den Bildern im Rathaus, in der KSK und in der Volksbank gab es auch Texttafeln, die Autobiografisches aus der Zeit vor, während und nach der Flucht aufzeigten.
In der KSK Adenau: die Mitarbeiter Gabi Berens und Andreas Bell.
