Politik | 05.02.2013, 15:39 Uhr

Winter lässt Arbeitslosenzahlen steigen

Agentur für Arbeit geht von überwiegend saisonaler Entwicklung aus

Kreis Ahrweiler. Der Winter hatte die Region in den letzten Wochen fest im Griff. Das machte sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen deutlich an. In einem Landkreis wie Ahrweiler sei dies keine Entwicklung, die einen beunruhigen müsse, versichert Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Hier gibt es zum einen viele touristische Betriebe, die nach dem Weihnachtsgeschäft in die Winterferien gehen. Zum anderen mussten angesichts frostiger Temperaturen und Dauerschnee aber auch alle anderen witterungsabhängigen Unternehmen die Arbeit einstellen. So gab es zum Beispiel für Baubetriebe, Straßen- oder Garten- und Landschaftsbauer zu Jahresbeginn nur wenig zu tun.“ Allerdings, räumt die Agenturchefin ein, nahm die Arbeitslosigkeit auch im Vergleich zum Vorjahr zu. Da nicht jeder Winter gleich verlaufe, sei aber auch dies nicht automatisch ein Grund zur Sorge, sagt die Expertin.

So sieht die aktuelle Entwicklung in Zahlen aus: Ende Januar sind im Ahrkreis 3.244 Menschen arbeitslos gemeldet - 521 mehr als im Dezember und 326 mehr als vor einem Jahr. Von der Zunahme der Arbeitslosigkeit sind vor allem Männer betroffen, was sich laut Ulrike Mohrs dadurch erklären lässt, dass vor allem sie es sind, die in saisonabhängigen Betrieben arbeiten und deshalb im Winter ihre Arbeit verlieren. Allerdings werden sie dann meist im Frühling auch wieder eingestellt. Die Arbeitslosenquote steigt von 4,2 auf 5 Prozent; im Januar 2012 lag sie bei 4,5 Prozent. Zurückgegangen ist angesichts des Winterwetters die Zahl der gemeldeten Stellen: 90 Angebote gingen im Januar beim Arbeitgeberservice der Agentur ein - 33 weniger als im Dezember, aber nur 3 weniger als vor einem Jahr. Derzeit sind der Agentur damit 296 offene Stellen aus dem Landkreis gemeldet.

Dafür, dass es sich bei der aktuellen Entwicklung vor allem um einen saisonalen Effekt handelt, spricht auch der Blick auf die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), in denen die Arbeitslosigkeit geregelt wird. So verzeichnet der Rechtskreis des SGB III - hier wird die Arbeitslosenversicherung geregelt, wo die betroffenen Menschen meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind - mit 379 einen deutlich höheren Anstieg als die im SGB II geregelte Grundsicherung. Bei den so genannten Hartz IV-Empfängern stieg die Arbeitslosigkeit um 161. Damit zählen im Landkreis Ahrweiler derzeit 1.652 Menschen zum Rechtskreis des SGB III und 1.592 zum SGB II.

Wie viel des aktuellen Anstiegs der Arbeitslosigkeit tatsächlich dem Winter geschuldet ist und wie viel der allgemeinen konjunkturellen Lage, lasse sich letztlich erst im Frühjahr beurteilen, wenn die Saisonbetriebe ihre Arbeit aufnehmen und Mitarbeiter einstellen, erklärt Ulrike Mohrs. „Wir gehen aber davon aus, dass die Lage sich dann wieder deutlich entspannen wird.“

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit

Koblenz-Mayen

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