Vulkanpark Römerbergwerk Meurin präsentiert neue themenbezogene Ausstellung
Alles über die antike Technikwelt
Neuer Bereich wurde am 8. Mai eröffnet - 200 Gäste wohnten der Feierstunde bei
Kretz. Gemeinsam gründeten der Landkreis Mayen-Koblenz und das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz im Jahr 1996 die Vulkanpark GmbH. Diese sollte die vulkanische Landschaft der Osteifel und die Abbaugeschichte der vulkanischen Gesteine sichern und erforschen. Zahlreiche Natur-, Kultur- und Industriedenkmäler wurden so erforscht und für Besucher erschlossen. Im Rahmen einer Feierstunde wurde am 8. Mai der neue Ausstellungsbereich „Antike Technikwelt“ eröffnet. Rund 200 Gäste wohnten der Ausstellungseröffnung bei. Jörg Busch, Geschäftsführer der Vulkanpark GmbH hielt die Eröffnungsrede, gefolgt von dem Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Prof. Dr. Falko Daim. Weitere Redner waren: Staatssekretär Prof. Dr. Thomas Deufel vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz sowie Dr. Holger Schaaf, Leiter der Forschungsstelle VAT (Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte) des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz. Seit nunmehr 15 Jahren können sich Besucher im Römerbergwerk Meurin bei Kretz über die Entstehung und die Verwendung von Tuff am Originalschauplatz informieren. Das Bergwerk war vor rund 2.000 Jahren Teil des größten römischen Untertage-Tuffbergwerks nördlich der Alpen. Die „antike Technikwelt“ besteht unter anderem aus dem Nachbau eines antiken Baukrans. Mit diesem wurden die unter Tage gebrochenen Steine aus der Grube gehoben. Weiterhin sind eine Schmiede und Verpflegungshütten mit diversen Getreidemühlen zu sehen. Das Model der byzantinischen Marmorsäge mit Wasserantrieb aus der Zeit 600 n.Chr. veranschaulicht die Vorgehensweise beim Herstellen der Architekturverkleidungen aus poliertem Marmor.
Besucher können sich auf historische Maschinen freuen
Anhand von Schriftstücken aus der Zeit um Christi Geburt wurde die Steindrehbank rekonstruiert. Von diesen Steindrehbänken gibt es keinerlei archäologische Funde oder Abbildungen. Der Nachbau wurde durch verschiedene Experimente möglich.
In der Region wurden nicht nur vulkanische Steine be- und verarbeitet, sondern auch hochwertige Gebrauchs- und Baukeramik wurde produziert. Dachziegel und „Fliesen“ für den Bodenbelag der römischen Bäder wurden hergestellt. Die Region Mayen mit seinem Töpfereibezirk und seinen Töpferwerkstätten war für die Keramikherstellung von großer Bedeutung. Zu sehen ist auch der Nachbau einer Hypokaustenheizung (römische Fußbodenheizung) sowie ein künstlich angelegter Steinbruch.
„Hercules Saxanus“ war der römische Gott der Bergarbeiter. Auf sogenannten Weihesteinen brachten die Bergarbeiter ihm Opfer und baten um Beistand bei ihrer gefährlichen Arbeit. Die Nachbildungen solcher Weihesteine sind in der Ausstellung zu sehen. Günter Müller zeichnete die Eröffnungsfeier auf und stellt in seinem Beitrag verschiedene Rekonstruktionen vor. Zu sehen ist die Aufzeichnung im Programm des Offenen Kanal Andernach.
