Die Pilgerreise mit dem ziel Paris, zur UN Klimakonferenz
Der ökumenische Pilgerweg
Andernach-Bassenheim. Es wurde schon langsam dunkel, als die Pilger, die zu Fuß auf dem Weg zur UN Klimakonferenz nach Paris sind, am Sonntagabend in Andernach eintrafen. Von Remagen kommend, begrüßte sie Pastoralreferent Günter Leisch im Namen der Vorbereitungsgruppe des ökumenischen Pilgerweges. Im Pfarrheim der Christuskirche erwarteten die Wanderer dann nicht nur ein kleiner Imbiss sondern auch die Gastfamilien, die sich auf die Begegnung mit ihnen freuten. Nach dem ersten Kennenlernen lud Pfarrer Andreas Horn zu einer ökumenischen Andacht in die Christuskirche ein. Der ökumenische Pilgerweg setzt sich zum Ziel, auf der Strecke von Flensburg nach Paris nicht nur die Kilometer im Blick zu haben, sondern auch immer wieder inne zu halten, um gemeinsam zu beten, zu singen und über Grundfragen der menschlichen Existenz nachzudenken. Kraftorte werden aufgesucht und so war es selbstverständlich, dass die Gruppe auf ihrem Weg nach Mendig am nächsten Tag nicht nur in Maria Laach Station machte, sondern auch die Permakultur in Eich besuchte. Beeindruckt zeigten sich die Pilger von der Idee, sozial- und umweltverträglich Landwirtschaft zu betreiben, die Produkte zum Teil im Fair-Regio Laden zu vermarkten, umso nachhaltig wirtschaften zu können. Dass die Permakultur gut zu dem Alleinstellungsmerkmal der essbaren Stadt Andernach passe, darauf wies Oberbürgermeister Achim Hütten bereits morgens im historischen Rathaus hin. Aber nicht nur Kraftpunkte lagen auf dem Weg. Auch vor Schmerzpunkten, die oft Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht aufzeigen, schreckten die Pilger nicht zurück. Der Steinbruch zwischen Nickenich und Eich steht symbolisch für die weltweite Bergung von Bodenschätzen, die in der Pellenz für den Straßenbau aber auch etwa für den Küstenschutz in den Niederlanden eingesetzt werden. Bürgermeister Busch aus Nickenich empfing die Pilger und nahm sich Zeit, die Auswirkungen auf seine Gemeinde zu schildern. „Wir leben hier mit einem erhöhten LKW Aufkommen, wissen aber auch, um die Arbeitsplätze, die der Abbau sichert. Es gilt doch immer, Interessen zu verstehen und sie auszubalancieren“, so Busch. Eine Pilgerin griff den Gedanken auf und wies darauf hin, wie wichtig es sei, die wertvollen Rohstoffe, die oft seit Millionen Jahren in der Erde liegen, nicht durch Raubbau dem Planeten zu entreißen, um sie dann durch das Verbrennen von Kohle und Erdöl in die Atmosphäre belastendes CO2 zu verwandeln. Das sei ja jetzt schon ein Problem und befördere nicht nur den Klimawandel, sondern entreiße auch zukünftigen Generationen die Grundlage für ein Menschenwertes Leben. Glockenläuten empfing die Gruppe dann abends in Mendig. Nach fast 25 Kilometern unter fachkundiger Führung von Franz Bläser und anderen Mitgliedern der Sankt-Jakobus-Gesellschaft konnte der Pilgerstab an das dortige Gastgeberteam um Beate Ternes übergeben werden. Der evangelische Pfarrer Beetschen freute sich, dass alle den Weg von Andernach gut bewältigt hatten und nahm die Gruppe herzlich in Empfang. Am nächsten Tag ging es weiter nach Münstermaifeld.
Aktuell
Inzwischen setzt die Gruppe ihren Weg in Frankreich fort, um gegen Ende November in Paris pünktlich zum UN-Klimagipfel anzukommen. Infos zum Ökumenischen Pilgerweg gibt es unter www.klimapilgern.de, oder bei Günter Leisch, Pastoralreferent, Tel. (0 26 30) 8 43 49.
