Römertag am Kurfürst-Salentin-Gymnasium
Der verlockende Duft römischer Köstlichkeiten
Andernach. „Römertag - da will ich hin“, entschied die Viertklässlerin Sophia von der Grundschule St. Stephan spontan, als sie die Einladung des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums in Händen hielt. Das Andernacher Gymnasium mit altsprachlichem Zweig hatte Viertklässler der umliegenden Grundschulen eingeladen, sich bei Spiel und Spaß mit den „alten“ Römern und ihrer Sprache zu beschäftigen. „Unser Ziel ist es, Interesse an den Wurzeln unserer Kultur zu wecken und mögliche Schwellenängste bezüglich der vermeintlich toten Sprache Latein abzubauen“, erläutert Studiendirektor Iven Grossmann, selbst Lateinlehrer. Kurz vor den Herbstferien nutzten zahlreiche Kinder und ihre Eltern dieses Angebot und machten nebenbei Bekanntschaft mit dem Kurfürst-Salentin-Gymnasium (KSG). Der weitläufige Eingangsbereich mutierte quasi zum Forum Romanum: hier kam man zwanglos miteinander ins Gespräch, erfuhr Neuigkeiten, traf Bekannte und tauschte Informationen aus.
Römische Köstlichkeiten
Ein verlockender Duft von römischen Köstlichkeiten schwebte durch die Luft und lud in die Taberna Romana ein, wo nach römischen Rezepten zubereitete süße und herzhafte Speisen angeboten wurden.
In den anliegenden Räumen präsentierten die Lateinlehrer der Schule den kleinen und großen Besuchern ein vielseitiges Mitmachprogramm. Dabei wurden sie von Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen tatkräftig unterstützt. Angeboten wurden römische Spiele, eine Werkstatt zum Basteln, Schreiben und Malen, eine römische Modenschau, antike Sagen sowie Singen von Volksliedern in lateinischer Sprache. Eine besondere Attraktion war die anschauliche Vorführung römischer Waffen durch den Archäotechniker Kuno Menschen vom Römerbergwerk Meurin. Schnupperunterricht im Fach Latein gab erste Einblicke in die fremde Sprache. In einer kleinen Ausstellung konnten sich die Besucher ausführlich über die Möglichkeiten informieren, am KSG Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache zu lernen. Lust an Latein als erste Fremdsprache weckten die Berichte und Bilder von der regelmäßig angebotenen Fahrt für Schüler des altsprachlichen Zweiges in die Römerwelt nach Xanten. „In der 6. Klasse erarbeiten wir mit den Schülern im Projekt „Roman-Britain“, welche kulturellen Spuren die Römer in England hinterlassen haben. Viele englische Städte, zum Beispiel auch London, gehen auf römische Gründungen zurück“, berichtet Lateinlehrerin Tanja Moog-Zimmer. Wer müde war oder eine Pause machen wollte, konnte sich mit Poma palmae dulcia (süße gefüllte Datteln), Globi (Grießkugeln mit Honig und Mohn) oder Paniculi (römische Brötchen) trefflich stärken. Für die Eltern gab es auch etwas ganz und gar Unrömisches: Kaffee. „Der Römertag hat Spaß gemacht, am besten haben mir die Lieder und die Römerwerkstatt gefallen“, resümiert Sophia am Ende des Vormittags.
