„Tag des Ehrenamtes“ der Landkreises Mayen-Koblenz
Einsatzkräfte des Kreises erhielten verdiente Würdigung
Plaidt. Ohne ehrenamtliche Tätige würde unsere Gesellschaft kaum in gewohnter Weise funktionieren - dies wissen Politiker nur zu gut und nutzen daher allzu gerne Gelegenheiten, sich für das Engagement zu bedanken.
Eine dieser Gelegenheiten schuf die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am 11. Dezember mit dem „Tag des Ehrenamtes“ in der Plaidter Hummerich-Halle. Aufhänger für diese Veranstaltung war die große Katastrophenschutzübung im Frühjahr, an der mehrere hundert Rettungskräfte teilnahmen. Entsprechend war die Halle voll mit Feuerwehrleuten, Rettungskräften des DRK, Helfern des THW und des DLRG sowie weiteren Einsatzkräften.
Landrat: „Menschen, die ihren Worten auch Taten folgen lassen“
„Wir wollen einfach Danke sagen“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig. Mit dem Tag des Ehrenamtes werden Menschen geehrt, „die ihren Worten auch Taten folgen lassen“, ohne zu fragen, was sie dafür bekommen. „Sie sind Vorbilder.“
Ohne ehrenamtliche Katastrophenschutzeinheiten, so der Landrat, wäre keine Kommune in der Lage, diese Aufgaben zu übernehmen. Die Katastrophe wäre, „wenn es Menschen wie Sie nicht gäbe“. Dann wären alle Pläne für den Ernstfall Makulatur. „Daher ist es wichtig, dass wir Sie haben.“ Die Einsatzkräfte reagieren auf den Piepser, führte Dr. Saftig aus, egal ob es in den Zeitplan passt, ob man ausgeschlafen ist. Am Einsatzort schließlich werden die Ehrenamtler manchmal an die körperlichen und seelischen Grenzen herangeführt. „Diese Bereitschaft zum Dienst an der Gesellschaft ist wahrlich nicht selbstverständlich und verdient unser aller Respekt.“
„Wir in Mayen-Koblenz sind vorbereitet!“ Um die Aufgaben zu bewältigen, sind eine gute Ausbildung und ständige Übungen Pflicht, sagte der Landrat. Die Katastrophenschutzübung in diesem Jahr mit mehreren gleichzeitigen angenommenen Unglücksfällen war das bislang größte Übungsszenario auf Landkreisebene: Rund 700 Einsatzkräfte sowie 300 Statisten und Helfer war während der zwei Tage im Einsatz. Das, so Saftig, erforderte ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft und Kompetenz im Handeln. „Alle waren gefordert und mussten zeigen, wie sie im Ernstfall reagieren.“
Ergebnis: „Wir in Mayen-Koblenz sind vorbereitet!“
Der Landrat will stets einen engen Kontakt zu den Einsatzkräften halten, „wir wollen an einem Strang ziehen und den Katastrophenschutz, wo es möglich ist, unterstützen“. Materiell bedankt sich der Kreis per Beschluss des Kreisausschusses mit Zuwendungsanträgen zur Beschaffung von Einsatzfahrzeugen für die leitenden Notärzte, die organisatorischen Leiter und die Notfallseelsorger. Gleiches gilt für zwei Hochwasserboote für Andernach-Namedy und die Ausschreibungen für ein Krankentransportfahrzeug sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug für die Schnell-Einsatz-Gruppen des DRK. Die Feuerwehren werden nach Beschlüssen der Wehrleitungen im Januar in die Verwaltungsentscheidungen eingebunden.
„Grandiose Einsatzbereitschaft“
Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Nell gab einen kleinen Überblick über die Erkenntnisse nach der großen Übung. Der Landrat „wollte sehen, wo wir stehen“ und er habe stets hinter den Einsatzkräften gestanden, sagte er einleitend - diese Übung habe einige Kosten verursacht. Sinn sei es gewesen, so Nell, das erworbene Wissen und „noch nicht ganz sichere Strukturen“ zu trainieren. „Wir bräuchten nicht zu üben, wenn wir es könnten.“ Am Ende nahm er „positive Erfahrungen“ mit, wie auch „kleinere Schwachpunkte, die es jetzt gilt, aufzuarbeiten“. Im kommenden Jahr soll das aus der Übung Erworbene in die Einheiten getragen werden. Rainer Nell lobte die „grandiose Einsatzbereitschaft“ der Helfer. Bei verschiedenen Firmen konnte man im Echtbetrieb die Bereitstellung vom Notstrom üben. „Das hat funktioniert.“ Verbesserungspotenzial sieht der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur etwa bei der Kommunikation der Führungsstrukturen. Wo es innerhalb der Organisationen keine Probleme bei der Kommunikation im Ernstfall gebe, müsste bei der Kommunikation zwischen den Organisationen die Nennung einer gemeinsamen Einsatzleitung gefunden werden. Grundsätzlich sieht Nell keine einheitliche Lösung für den Katastrophenfall. „Bei Katastrophen gibt es nicht die eine Lösung.“ Vielmehr müsse man auch Alternativen einplanen, „die man im Ernstfall abrufen können muss“. Den Rettungskräften wurde in Plaidt ein Abend bereitet, um gemeinsam zu feiern - daher wurde auch auf lange Reden verzichtet. Es gab ein Bühnenprogramm mit zwei gesangsstarken jungen Damen des Musical-Ensembles der IGS Plaidt, einer Darbietung der „Sensation Cheerleader“ des SV Urmitz, frischen Döppekuche und symbolisch für alle Einsatzkräfte eine Krone aus Lebkuchen. WPA
Teilnehmer der großen Katastrophenschutzübung im Frühjahr wurden von Landrat Dr. Alexander Saftig (mi.) geehrt. Fotos: Wolfgang Pape
Es ist „wichtig, dass wir Sie haben“, dankte Landrat Dr. Alexander Saftig den ehrenamtlichen Rettungskräften des Kreises für ihren Einsatz.
Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Nell fasste Ergebnisse der Katastrophenschutzübung zusammen.
