Ein Erfolg für Andernach
„Essbare Stadt“ blüht in Berlin
Grüne Woche findet vom 17. bis 26. Januar in Berlin statt
Andernach. Alles begann mit einer kleinen Idee: Warum sollen denn nicht Nutzpflanzen in der Stadt sprießen? Ja, warum denn eigentlich nicht?, fragte sich auch die Stadtspitze. Und schon ging es los mit Tomate, Bohne, Kohl und Co. Mittlerweile ist aus der kleinen Idee ein großer Erfolg geworden. Das deutschlandweit einzigartige Projekt „Die essbare Stadt“ ist in aller Munde und mehrfach preisgekrönt. Und jetzt blüht Andernach sogar auf der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft auf. Vom 17. bis zum 26. Januar präsentiert Andernach die „Essbare Stadt“ auf der Grünen Woche in Berlin - und zwar in der Halle 9.
„Das wird uns einen weiteren riesigen Imagegewinn bringen“, freut sich Oberbürgermeister Achim Hütten. „Natürlich stellt diese Weltmesse unsere kleine Stadt auch vor ungeheure Herausforderungen. Aber unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter packen seit Wochen sehr hart an, und sie werden diese Herausforderungen meistern“, so Hütten, der sich besonders darüber freut, dass sich Andernach in der prestigeträchtigen Halle 9 zeigen darf: „Hier kommen alle vorbei, die Rang und Namen haben - vom Staatspräsidenten über Minister bis hin zu Größen aus Fernsehen, Sport und Kultur.“ Dies sind wichtigste Multiplikatoren, die den Namen Andernach in die Welt hinaus tragen werden.
Klein-Andernach entsteht in Halle 9
Derzeit laufen die Vorbereitungen in Berlin und in Andernach auf Hochtouren. Während die Macher der Messe in der Hauptstadt quasi das Grundgerüst für den Andernacher Auftritt legen, organisieren, laden, packen, planen und wirbeln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt in Andernach. Denn pünktlich zur Eröffnung am Abend des 16. Januar soll in der Halle ein Klein-Andernach mit Stadtmauer, Burgruine, essbaren Pflanzen, Picknick-Wiese, Hühnerhaus, Schulgarten und vielem mehr entstanden sein. Auf rund 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche können sich die Besucher gemütlich niederlassen und ein kleines Picknick genießen, das am Andernach-Stand erhältlich ist. Und auch der Picknick-Beutel „ist Andernacher“. Denn darin enthalten ist unter anderem in Andernach produzierte Wurst, die aus dem Fleisch der Schweine gemacht wurde, die auf der Permakultur aufgewachsen sind. „Wir wollen den Besuchern so authentisch wie möglich unser Projekt in der Hauptstadt präsentieren - ohne Show und Glitzer - sondern so, wie es wirklich ist“, berichtet Hütten. Jetzt hoffen der Oberbürgermeister sowie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sich auch der ein oder andere Andernacher auf den Weg nach Berlin macht. In Berlin ist die „Essbare Stadt“ vom 17. bis zum 26. Januar, täglich 8 bis 18 Uhr, in Halle 9 zu sehen. Weitere Infos zur Messe und Andernach gibt es im Internet unter www.gruenewoche.de
Konzept der nachhaltigen Stadt
Die Stadt Andernach möchte ihre Grünflächen langfristig als grüne und nachhaltige Stadt lebendig und vielgestaltig entwickeln. Hierbei stehen vor allem Aspekte der Nachhaltigkeit, der Biodiversität und der urbanen Landwirtschaft im Mittelpunkt. Neben der attraktiven Gestaltung der Grünflächen der Stadt sollen diese gleichzeitig im Sinne einer Multifunktionalität ökologische, ökonomische und auch ästhetische Funktionen gleichermaßen unterstützen. Erklärtes Ziel der Umgestaltungen ist es, zukünftig die städtischen Grünflächen der Stadt wieder erlebbarer zu machen. Hierbei soll das städtische Grün nicht nur für die Augen, sondern auch durch Duft und Geschmack erlebbar gestaltet werden.
Die Konzepte und Aktionen hatten in den vergangenen drei Jahren einen großen Wiederklang in Presse, Fernsehen und Rundfunk gefunden. In einer Vielzahl von Führungen und Seminaren konnte die Konzeption der „Essbaren Stadt Andernach“ erläutert und ausgebaut werden. Besonders ist hervorzuheben, dass in diesem Wettbewerb Entente Florale ausschließlich Projekte vorgestellt werden, welche langfristig und nachhaltig das Lebensgefühl in der Stadt verbessern. Hierzu zählen vor allem:
Einige langfristige Projekte
1. Nachdem 2010 die Anpflanzung von 101 Tomatensorten auf die Biodiversität im Bereich der Nutzpflanzen hingewiesen hatte, konnte dies 2011 mit Pflanzung von Bohnen fortgesetzt werden. 2012 wiederum war die Zwiebel im Mittelpunkt und 2013 der Kohl. Hierfür werden sowohl Beete mit Nutzpflanzen angelegt; es wurden bereits auch Tausende von Zwiebeln von Zierpflanzen gesetzt, so dass Andernach noch vielfältiger und schöner aufblühen wird.
2. Mit der Umgestaltung der kostenaufwändigen Wechselbeete in nachhaltige Staudenbeete wird die ökologische und ökonomische Umgestaltung der Grünanlagen fortgesetzt. Während in den Rheinanlagen kleinflächige Wechselbeete erhalten bleiben, werden Wechselbeete in der Stadt und Stadtteilen in abwechslungsreiche, vielgestaltige und ästhetisch anspruchsvolle Flächenpflanzungen umgewandelt. Hierbei stehen vor allem die beiden Kreisel „Am Wasserturm“ und „Johannesplatz“ im Mittelpunkt.
3. Das Konzept der „Essbaren Stadt“ wird weiter umgesetzt. Im Bereich des Stadtgrabens wurde eine Vielzahl essbarer und ästhetisch ansprechender Gehölze gepflanzt. Dies reicht von Mandeln, Pfirsich bis zu Mispeln und Birnenspalieren. Dabei gilt es, auch in der Stadt als „Lebens-“mittelpunkt wieder „Lebens“-mittel erlebbar zu machen. Zudem ist es Ziel, städtische Flächen multifunktional zu gestalten, so dass auch ein Nutzaspekt anvisiert wird. Auch soll die städtische Bevölkerung hierdurch mehr für das öffentliche Grün sensibilisiert werden und gegebenenfalls auch in die Nutzung und Pflege eingebunden werden.
4. Im Bereich der Grundschulen sind Schulgärten entstanden. Zudem ist in Miesenheim ein naturnaher Erlebnisspielplatz entstanden. Zusammen mit dem fahrbaren Schulgarten sind diese Projekte von entscheidender Bedeutung, um die Ideen der Nachhaltigkeit zu vermitteln. Übrigens: Die Essbare Stadt ist auch um eine „tierische“ Variante reicher geworden: Im Bereich des Schlossgartens scharren glückliche Hühner im frischen Grün.
Pressemitteilung der
Stadtverwaltung Andernach
Tonnenweise Material, vom Schulgarten über das Hühnerhaus bis hin zu Bäumen und Fässern, werden in Andernach auf Lkw verladen und dann nach Berlin zur Grünen Woche gefahren, wo sich Andernach auf einer Ausstellungsfläche von 300 Quadratmetern mit seinem Projekt „Essbare Stadt“ präsentiert. Foto: Stadtverwaltung/Maurer
