Politik | 28.12.2012

Fusion von Stiftungsklinikum Mittelrhein und Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen beschlossen

Klinikstandorte sollen durch Fusion gestärkt werden

Die Fusionspläne wurden am 20. Dezember während einer Pressekonferenz verkündet.WPA

Koblenz. Das Stiftungsklinikum Mittelrhein und das Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen wollen ihr medizinisches Leistungsangebot im Rahmen einer Fusion zusammenführen. Das berichteten der Koblenzer Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und der Landrat von Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, gemeinsam mit den Führungsgremien der Krankenhäuser während einer Pressekonferenz. Am Tag zuvor hatten der Koblenzer Stadtrat, drei Tage vorher der Kreistag von Mayen-Koblenz diesem Ansinnen zugestimmt und damit den Weg freigemacht. Hintergrund dieser Kooperationsbestrebungen ist die von der Landesregierung unterstützte und geforderte Neustrukturierung der Koblenzer Krankenhauslandschaft für eine zukunftssichere und hochwertige Versorgung. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt, denn mit Jahresbeginn wird in Verhandlungen getreten, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Zuvor wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die laut Pressemitteilung zum Ergebnis kommt, dass ein Zusammenschluss zu hohen medizinischen und wirtschaftlichen Synergieeffekten führen kann. Der Koblenzer OB Hofmann-Göttig nannte die Pressekonferenz „wahrscheinlich historisch“. Das Vorhaben begrüßt er „außerordentlich“. Der Mayen-Koblenzer Landrat Saftig sagte, es gelte, die Zeichen der Zeit früh zu erkennen. Die Krankenhausgestaltung sei einer „Herausforderung“, die es „sinnvoll“ zu gestalten gelte. Neben der Stärkung des Standortes Koblenz ist auch die medizinische Versorgung in der Fläche, also im eher ländlichen Bereich für die Verantwortlichen sehr wichtig. Tatsächlich gehen die Umwälzungen im medizinischen Bereich stetig weiter, der Fachkräftemangel bei Ärzten wie auch beim Pflegepersonal macht sich zunehmend bemerkbar. Lambert Aßmann, der Aufsichtsratsvorsitzende des Stiftungsklinikums Mittelrhein, ergänzte, der Schulterschluss regionaler Stiftungen mit den Gebietskörperschaften biete in der Region Koblenz die Chance, einen starken, in der Region verwurzelten Krankenhausbetrieb zu etablieren.

Maximalversorgung an den Standorten erreichen

Die Macher der Fusion wollen zukunftsorientierte Versorgungsstrukturen aufbauen mit dem entstehenden Klinikum der Maximalversorgung. So sollen hohe medizinische Synergien durch Schaffung weiterer medizinischer Zentren und eines Zentrums für Geriatrie erreicht werden. Die Sicherung der fünf Standorte soll durch eine leistungsfähige und nachhaltig wirtschaftliche Organisationsstruktur im nicht-medizinischen Bereich geschafft werden - wie das aussehen wird, muss offensichtlich erst verhandelt werden. Der Koblenzer OB sagte auf Nachfrage, das käme ohnehin auf alle Häuser zu, der jetzige Zustand sei auf Dauer „nicht tragbar“. Somit sei auch eine Fusion die „beste Antwort“. Und: „Das, was wir jetzt machen, ist jedenfalls sozial verträglicher, als wenn es nachher in größter Not gemacht wird.“ Durch die Fusion soll für das medizinische Personal eine größere Attraktivität entstehen. Letztlich gilt es natürlich, die Verbesserung und Zukunftssicherung der medizinischen Versorgung und Qualität für die Bürger der gesamten Region zu erreichen.

Verhandlungen starten

Was bislang spruchreif ist, ist eine Willenserklärung. Der Weg zu einem Vertrag ist noch ein „steiniger und mühsamer“, so Hofmann-Göttig. Zudem müssen notwendige Investitionen vom Land gefördert werden. Die Kliniken haben Lenkungskreise zur Steuerung der beginnenden Verhandlungen gebildet, die gemeinsam mit den Geschäftsführern mit der Vorbereitung beauftragt wurden. Nach einem halben Jahr erhofft man sich erste Zwischenergebnisse.

Fünf Krankenhäuser, drei Altenheime und rund 3600 Mitarbeiter

Mit einer Fusion gingen fünf Krankenhäuser und drei Altenheime mit rund 3.600 Mitarbeitern zusammen. Zum Stiftungsklinikum Mittelrhein GmbH gehören drei Krankenhäuser in Koblenz, Boppard und Nastätten. In Koblenz wird ferner eine Unfallabteilung und eine Reha-Abteilung der Berufsgenossenschaften in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Duisburg betrieben. Das Stiftungsklinikum Mittelrhein ist Betreiber von drei Altenheimen. Kurzzeit- und Tagespflege, Einrichtungen des betreuten Wohnens, ambulanter Pflege und Rehabilitation sowie eines Medizinischen Versorgungszentrums. Über 1.800 Mitarbeiter arbeiten in den Einrichtungen. Das Gemeinschaftsklinikum Kemperhof Koblenz-Mayen gGmbH besteht aus zwei Krankenhäusern: Der Kemperhof Koblenz gilt als Schwerpunktversorger, das St. Elisabeth Mayen als Grund- und Regelversorger. Gemeinsam werden 793 Betten in 16 Kliniken, drei Belegkliniken und Tageskliniken vorgehalten. Neben dem onkologischen Schwerpunkt gibt es ein zertifiziertes Brustzentrum, ein regionales Traumazentrum und ein anerkanntes Gefäßzentrum. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist eine der größten in Deutschland. Rund 1.800 arbeiten in Koblenz und Mayen.

WPA

Der Koblenz Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (li.) und der Landrat von Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, berichteten von der Notwendigkeit, früh genug die Klinikstandorte zu fusionieren.

Der Koblenz Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (li.) und der Landrat von Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, berichteten von der Notwendigkeit, früh genug die Klinikstandorte zu fusionieren.

Die Fusionspläne wurden am 20. Dezember während einer Pressekonferenz verkündet.Fotos: WPA

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