Stadtratsitzung - Thema „Flüchtlinge“
Kosten für „Flüchtlinge“ bleiben die große Unbekannte
Andernach. Auch im Haushalt der Stadt spiegelt sich die Zuwanderung von Flüchtlingen wider. So sind für das Jahr 2016 rund 2,3 Millionen Euro für Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz eingeplant. Die größte Herausforderung liege laut den meisten Redner nicht allein in der Unterbringung, sondern vor allem in der Integration. Während die Kosten für die Unterbringung vom Kreis erstattet werden, geht die Betreuung zu Lasten der Stadt, betonte Oberbürgermeister Achim Hütten. „Zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen haben wir bisher einen gesunden Mix aus Wohnungen und Wohnprojekten gefunden, die wir käuflich erwerben oder bereits erworben haben“, bescheinigt Gerhard Masberg (CDU) den Verantwortlichen „ganze Arbeit geleistet zu haben“. Bisher seien in Andernach fast 300 Asylsuchende untergebracht, für 2016 könne diese Zahl noch weit übertroffen werden. Unter ihnen werden auch unbegleitete Minderjährige sein. Für ein geplantes Wohnheim zur Unterbringung der unbegleiteten Jugendlichen sind 800.000 Euro eingeplant, die ebenfalls erstattet werden. Marc Ruland (SPD) verweist auf die Chancen, die in Herausforderungen stecken, und kann sich vorstellen, dass das im Hotel Fuchs geplante Wohnheim zukünftig ein „Backpacking-Hotel“, unter der Federführung der Perspektive werde könne, in dem Menschen eine Beschäftigung finden, für die der Weg in den 1. Arbeitsmarkt schwierig sei. Christoph Henrichsen, Fraktionsvorsitzender der Grünen regte an, die Möglichkeit zu prüfen, Flüchtlingen bei der Stadt oder den Gesellschaften Praktika anzubieten. Bei aller Euphorie und der sinnvollen Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge, mahnte Hartmut Dressel an, die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft nicht zu vergessen. Parteiübergreifend lobten die Stadtratsmitglieder insbesondere die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren und damit wesentlich zur Integration der Zuwanderer beitragen. „Wir sind stolz auf die große Hilfsbereitschaft der Andernacher Bevölkerung“, betonte Hütten. „Ob die Integration tatsächlich gelingt, sehe man erst in etwa 20 Jahren“, so Christoph Henrichsen.
