Engagement fördern
„Krise plus X!“ - Schulzentrum ermutigt am Bertha-von-Suttner-Gymnasium zu Einsatz für Demokratie
aus Andernach
Andernach. Gleich mit einem ganzen Thementag „Schule mit Courage“ hat das Bertha-von-Suttner-Gymnasium (BvSG) am Mittwoch, 29.04.26, Mut gemacht zu Engagement und Einsatz für die Demokratie. Wie kommen wir zu einer ermutigenden Sicht auf die Welt in diesen Zeiten, in denen junge Menschen die Welt als krisenhaft erleben und oft verunsichert in ihre Zukunft schauen?
Dazu hatte das BvSG in Zusammenarbeit mit der St.-Thomas-Realschule plus, der Geschwister-Scholl-Realschule plus, der August-Horch-Schule BBS Andernach und dem Kurfürst-Salentin-Gymnasium gleich zwei eindrückliche Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 – 12 organisiert.
<span class=“\“ImTitle\““>Wie könnte man also trotz all der Negativität eine andere Erzählung entwickeln?<span> Und so wurde zunächst einfach sehr persönlich und berührend erzählt: „Wir sind jetzt hier. Geschichten über das Ankommen in Deutschland“ – so heißt der Dokumentarfilm, den Niklas und Ronja von Wurmb-Seibel produziert haben und in dem sieben geflüchtete Männer schlicht und einfach erzählen, über ihre Leben, ihre Fluchtgeschichten, ihre Erfahrungen des Ankommens und des Fremdseins, das lange Warten auf einen Bescheid über ihren Asylantrag, das beengte Leben in Sammelunterkünften, ihre Erfolge im Sprachkurs und in der Berufsausbildung und ihr Hoffnungen für die Zukunft. Und so hörten dann alle Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrkräften zu, wie Menschen mit einer konkreten Biographie und einem Gesicht (über das Medium Film) sich ihnen auf ganz persönliche und berührende Weise öffneten. Hussein Al Ibrahim, einer der Protagonisten im Film, und Regisseur Niklas von Wurmb-Seibel standen im Anschluss zum Filmgespräch zur Verfügung. Entsprechend waren die Reaktionen: Zwei Schülerinnen erzählten, dass sie im Film angefangen hätten zu weinen – so berührt waren sie. Eine weitere Schülerin berichtete nachdenklich, dass sie zum ersten Mal ihre Eltern, die aus Russland eingewandert waren, mit anderen Augen sähe. So machten viele die Erfahrung, dass ein konkreter Mensch, Begegnung und Kontakt dabei helfen, Vorurteile zu zerstören und Gemeinschaft zu ermöglichen.
<span class=“\“ImTitle\““>Daran konnte die Journalistin und Autorin Ronja von Wurmb-Seibel mit einer zweiten Veranstaltung nahtlos anschließen.<span> Sie hat ein Buch gegen die Negativität im Land geschrieben mit dem Titel: „Wie wir die Welt sehen. Was negative Nachrichten mit unserem Denken machen und wie wir uns davon befreien können.“ Ihr Vorschlag für die Schüler und Schülerinnen: „Krise plus X!“ – d. h. die Krisenerfahrung ernst nehmen und analysieren, aber „plus X“, also zusätzlich eine kleine positive Reaktion entwickeln, eine kleine Aktion, eine Idee zur Veränderung, eine kleine Verbesserung der Welt verwirklichen. So könne der Blick trotz der vielfältigen Katastrophennachrichten konstruktiv umgelenkt werden – von der Erfahrung der Ohnmacht hin zur Aktion und zum Engagement.
Der Tag wurde finanziell gefördert von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Landeskoordination „Schule ohne Rassismus“ des Courage-Netzwerks.
„Die vielen positiven Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler beglücken mich“, so zog Christiane Bals, Lehrerin am BvSG und Organisatorin des Tages, am Ende des Tages ihr Fazit und auch die Erfahrung der gelungenen Kooperation nahmen die beteiligten Lehrkräfte mit für die Zukunft in ihre Schulen im Schulzentrum.
C. Große Rüschkamp, BvSG</span></span></span></span>
