Freundschaft & Kultur
Partnerschaft Nickenich und Montfort l’Amaury mit kulturellem Austausch 2026
aus Nickenich
Nickenich. Zu Gast bei Freunden – Französisches Savoir-Vivre bei Fahrt in die Partnerschaft Montfort l‘ Amaury erlebt – wie bereits seit 52 Jahren
Wer glaubt, dass die inzwischen seit 52 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen Nickenich und dem malerischen Städtchen Montfort l‘Amaury im Département Yvelines westlich von Paris in die Jahre gekommen sei, der konnte sich bei der 4tägigen Busreise, die der Freundeskreis Nickenich-Montfort l’Amaury vom 14.05.2026 bis 17.05.2026 mit Unterstützung der Ortsgemeinde Nickenich angeboten hatte, vom Gegenteil überzeugen.
27 Personen, darunter auch je ein Ehepaar aus Plaidt und Saffig sowie eine Dame aus Plaidt, erlebten während des Aufenthalts die herzliche Gastfreundschaft – schließlich waren alle in französischen Familien untergebracht - sowie das französische Savoir-Vivre par Excellence.
Nach einem musikalischen Empfang auf dem „Place de Nickenich“, der traditionell durch den örtlichen Musikverein „Harmonie de Montfort“ gestaltet wird, wurde die Gruppe im Saal „Boléro“ durch einige der frisch gewählten Gemeinderatsmitglieder als auch dem neuen Vorsitzenden des dortigen Freundeskreises begrüßt, und Ortsbürgermeister Detlev Leersch sowie die Freundeskreisvorsitzende Birgit Müller-Leersch überreichten zur Freude aller die Gastgeschenke in flüssiger Form sowie eine mit den Wappen der beiden Gemeinden zum Unikat gewordenen Gartenbank aus Akazienholz, auf der man sogleich Platz nahm.
Zum großen Bedauern aller wurde die Nachricht aufgenommen, dass der langjährige und bei der diesjährigen Kommunalwahl wiedergewählte Bürgermeister, Hervé Planchenault, krankheitsbedingt leider nicht am Programm teilnehmen könne. Genesungswünsche in Form einer liebevollen Karte, auf der alle unterschrieben, wurden an ihn weitergeleitet.
Beim abendlichen Arbeitsessen wurden mehrere Projekte erörtert, die die Partnergemeinden in Angriff nehmen werden, so z. B. einen Schüleraustausch, der während der Schulzeiten stattfinden soll, ein Fußballturnier der jüngeren Mannschaften, ein Besuch der französischen Feuerwehr beim Feuerwehrfest 2027 in Nickenich sowie eine „Tour de France“ von Montfort l’Amaury nach Nickenich für einen guten Zweck – letzteres in Anlehnung an den Staffellauf, der 1989 von Nickenich nach Montfort l‘Amaury sehr erfolgreich stattgefunden hatte.
Wie immer hatten unsere französischen Freunde für die Tage ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Es fand eine historische Eisenbahnfahrt durch das wunderbare Tal der Eure statt – ratternd und bimmelnd durchquerte die Bahn kleine hübsche Dörfchen mit historischen Kirchen bzw. Kapellen und vorbei an Wiesen und Feldern. Bei herrlichem Wetter konnten alle die Fahrt – zum Teil in offenen Waggons – genießen.
Nach einer kulinarischen Einkehr ging es weiter ins Chocolatrium mit Besichtigung der CLUIZEL-Schokoladenfabrik, einem Workshop, bei dem jeder seine Schokolade kreieren und zum krönenden Abschluss handgemachte Pralinés mit verschiedenen Füllungen kosten konnte – für alle ein Hochgenuss.
Da wie eh und je die Pflege der Freundschaften beim Aufenthalt in den Familien großgeschrieben wird, war das Programm für den nächsten Tag den Gastfamilien überlassen. Viele zog es selbstverständlich nach Paris, um der im neuen Glanz erstrahlenden Kathedrale „Notre Dame de Paris“ einen Besuch abzustatten. Andere besuchten die Kathedrale in Chartres oder das Städtchen St. Germain-en-Laye, von dessen Hügeln man einen großartigen Blick auf die Kulisse von Paris hatte.
Das gemeinsame vorzügliche Abendessen im benachbarten Saint-Léger-en-Yvelines bot ausreichend Gelegenheit, sich über die Erlebnisse der beiden vergangenen Tage auszutauschen.
Der Sonntagmorgen war geprägt durch den traditionellen Gang zum Friedhof, um die Gräber verdienter Gründer und Mitstreiter der Partnerschaft zu besuchen. Natürlich schaute man auch beim Mausoleum der Familie Aznavour vorbei, in dem der bekannte Chansonnier Charles Aznavour seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Der anschließende Besuch der heiligen Messe war ebenfalls für viele selbstverständlich. Hier wurde besonders des verstorbenen Bürgermeisters Gottfried Busch mit einer Fürbitte gedacht, dessen Todestag sich an diesem Tag zum achten Mal jährte.
Nach einer „Shoppingtour“ auf dem örtlichen „Marché“ und einem Abschiedstrunk mit leckerem Fingerfood im Saal „Boléro“ ging es wohl gesättigt und voller bleibender Eindrücke auf die Heimreise.
(Birgit Müller-Leersch, Vorsitzende)