Männerchor Plaidt
Plaidter Sänger waren auf Altstadttour in Düsseldorf
Plaidt. Anfang Mai machten sich die Sänger und einige Fans des Plaidter Männerchors auf, um die Düsseldorfer Altstadt zu erkunden. Bei kühlem Wetter, aber wunderbarem Sonnenschein, startete die Gruppe ab Bahnhof Plaidt. In Düsseldorf angekommen, wurden die circa 30 Teilnehmer am Hauptbahnhof von Hubertus Palenberg empfangen, der sich als Düsseldorfer hervorragend in der kulturellen und politischen Szene der Stadt auskannte und so manches aus dem „Nähkästchen“ der Stadt zu erzählen wusste. Er ist seit vielen Jahren ein Fan des Chors und hat schon an so mancher Unternehmung der Plaidter Sänger teilgenommen. Hubertus Palenberg führte den Chor durch die Stadt zum ersten Anlaufpunkt, einer alten, stadtbekannten Gaststätte mit großer Tradition. Dort genossen die Männer die ersten Altbiere und ein deftiges Mittagessen, meist nach alter, rheinischer Machart und verschafften sich so eine gute „Unterlage“ für die Stunden, die noch kommen sollten. Danach ging es weiter durch die Stadt, wobei Stadtführer Hubertus nicht müde wurde, vieles über Sehenswürdigkeiten und Ereignisse in der Stadt zu erzählen. Die Gruppe schlenderte entlang der „Kö“, wo auf der einen Straßenseite Banken residierten und auf der anderen mondäne Geschäfte ihre Auslagen präsentierten, die oft für Otto Normalverbraucher unbezahlbar waren. Schließlich gelangte der Tross zu der ruhig gelegenen evangelischen Johanneskirche, in deren Foyer ein Café für Kirchenbesucher eingerichtet war. Es herrschte eine gute Akustik im Kircheninnern und so nutzte man die Gelegenheit, um ein paar sakrale Lieder vorzutragen. Weiter führte der Weg durch die Stadt, die zurzeit leider auch viele Baustellen aufzuweisen hat, zum Beispiel durch die Umgestaltung des „Tausendfüßlers“, einer viel befahrenen Hochstraße, die nun unter die Erde verlegt werden soll oder das beinahe fertiggestellte Gebäude zwischen Kö-Bogen und Hofgarten des berühmten Architekten Daniel Libeskind, das einen tollen Eindruck vermittelte. Bald musste Hubertus Palenberg den Chor wegen eines eigenen Termins verlassen. Doch der Vorstand hatte vorgesorgt und so startete kurz darauf eine gebuchte Führung durch die Düsseldorfer Altstadt mit Bierverkostung. Angeführt von einer jungen Dame setzte der Männerchor Plaidt bereitwillig seine Tour fort und erfuhr in den folgenden zweieinhalb Stunden noch viel mehr über Einzelheiten der Bier- und Freizeitkultur in der Hauptstadt von NRW. Die Stadtführerin ließ keine Fragen offen und erzählte den Männern so manche Ereignisse aus der Düsseldorfer Geschichte, wie etwa die Herkunft des Namens „Retematäng“, gemeint ist die wohlbekannte Ratinger Straße, die Teil der „längsten Theke der Welt“ ist, mit 350 Gaststätten im Bereich der Düsseldorfer Altstadt. Einige Chormitglieder waren von der Stadtführerin vorgemerkt für eine geheimnisvoll angekündigte „Bestrafung“ wegen vorlauter und frecher Bemerkungen. In einer Gaststätte wurde nun die Bestrafung durchgeführt. Die Delinquenten „durften“ eine Spezialität des Hauses verkosten, die nicht genippt, sondern gekippt werden musste. Der Chili-Schnaps erwies sich für die „Übeltäter“ als besonders „brennend“ und sollte auch noch ein zweites Mal brennend zu spüren sein, so die Ankündigung der Stadtführerin.
Besonders interessant war die moderne, besonders für jüngeres Publikum hergerichtete Hausbrauerei Kürzer, wo der Inhaber an den jederzeit zugänglichen Braukesseln alles Wesentliche über die Altbierherstellung erklärte. Die Straßen wurden immer voller, besonders beim „Ürigen“. Nach dem Abendessen im „Goldenen Kessel“ begann allmählich der Rückzug der Männer, die nun nach vorgerückter Stunde und vielen verschieden schmeckenden Altbiersorten leicht besäuselt den Weg zum Bahnhof einschlugen.
In Köln musste man auf den Anschlusszug warten; klar, dass diese Zeit noch für einige schnelle Kölsch gegenüber dem Bahnhof genutzt wurde. In der Mittelrheinbahn wurden noch ein, zwei Lieder zum Besten gegeben, was eine Schaffnerin in Entzücken versetzte. Schließlich ging ein schöner, ereignisreicher Tag am Bahnhof Andernach zu Ende und die Männer wurden grüppchenweise nach Hause transportiert.
Eine Altbierverkostung durfte natürlich bei einer Tour durch die Düsseldorfer Altstadt nicht fehlen.
