Aufsuchendes Angebot für Seniorenzentren
Psychiatrische Institutsambulanz der Barmherzigen Brüder Saffig verstärkt Gerontopsychiatrie
aus Saffig
Saffig und Lahnstein. Ältere Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen benötigen häufig eine besonders intensive und auf ihre Lebenssituation abgestimmte Behandlung. Die Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) in der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Saffig und im St. Elisabeth Lahnstein setzen daher verstärkt auf die aufsuchende Behandlung in Senioreneinrichtungen. Dadurch soll für Betroffene auch bei eingeschränkter Mobilität oder kognitiven Beeinträchtigungen eine angemessene psychiatrische Versorgung ermöglicht werden.
Im Mittelpunkt stehen Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenzerkrankungen, die mit psychischen Symptomen oder Verhaltensauffälligkeiten einhergehen, sowie Menschen mit affektiven Störungen wie Depressionen oder psychotischen Erkrankungen. Diese Krankheitsbilder erfordern häufig eine differenzierte psychiatrische Diagnostik und Behandlung sowie eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen.
Die Fachkräfte der beiden Institutsambulanzen betreuen bereits mehrere Senioreneinrichtungen in der Region. Dazu gehören unter anderem die Seniorenzentren Maria vom Siege in Plaidt und St. Josef in Münstermaifeld, mit denen eine enge Zusammenarbeit besteht.
Die psychiatrischen Fachkräfte besuchen die Einrichtungen regelmäßig. Häufigkeit und Umfang der Besuche richten sich dabei nach dem individuellen Behandlungsbedarf der Bewohnerinnen und Bewohner. Voraussetzung für die Behandlung ist eine entsprechende ärztliche Überweisung. Die Versorgung in der vertrauten Umgebung erspart den Betroffenen zusätzliche Wege und kann insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Demenzerkrankungen eine erhebliche Entlastung bedeuten.
Verantwortlich für die Weiterentwicklung des gerontopsychiatrischen Angebots ist Stefanie Dierkes, ärztliche Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanzen in Saffig und Lahnstein. Sie betont: „Ich wünsche mir vor allem eine gut vernetzte, wohnortnahe Versorgung, in der ältere Menschen unkompliziert die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.“
Ein zentraler Bestandteil des Behandlungskonzepts ist die enge Zusammenarbeit mit Pflegekräften, Hausärzten, Angehörigen und weiteren beteiligten Berufsgruppen. „Gerade das Pflegepersonal erlebt die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag und kann Veränderungen häufig sehr früh wahrnehmen“, erläutert Dierkes. Der regelmäßige fachliche Austausch ermöglicht es, psychiatrische Behandlungen individuell anzupassen, Veränderungen im Krankheitsverlauf zu berücksichtigen und nach Möglichkeit belastende Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
Auch Christiane Krebs, Direktorin Seniorendienste bei den Barmherzigen Brüdern Saffig, hebt die Bedeutung der multiprofessionellen Zusammenarbeit hervor. „Gerade bei älteren Menschen ist es wichtig, die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten aufmerksam zu beobachten und die Erfahrungen aus dem Pflegealltag in die Behandlung einzubeziehen“, erklärt sie. Psychische Erkrankungen wie schwere Depressionen sollten auch im höheren Lebensalter ernst genommen und nicht als unvermeidliche Begleiterscheinung des Älterwerdens betrachtet werden.
Die Psychiatrischen Institutsambulanzen richten sich an Menschen, die aufgrund der Art, Schwere oder Dauer ihrer psychischen Erkrankung eine intensive und multiprofessionelle ambulante Behandlung benötigen. Durch die engere Vernetzung der Standorte Saffig und Lahnstein soll das aufsuchende gerontopsychiatrische Versorgungsangebot in der Region weiterentwickelt und gestärkt werden.
Das Team der Psychiatrischen Institiutsambulanz (PIA) der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Saffig (v.l.n.r.: Merle Trappel, Stefanie Dierkes, Ute Michaelis, Louisa Neumann). Foto: Erik Hau