OB Achim Hütten führte durch das Programm, und entging nur knapp einem „Attentat“
„Rauchende Colts“ im „Stadtrats-Saloon“
Andernach. Sie hatten sich fast alle den Anordnungen ihres Obersten wiedersetzt. Doch als OB Achim Hütten vergangenen Mittwoch im Stadtrat den erschienen politischen Entscheidungsträgern in Unkenntnis seinen Dank aussprach, durch Abgabe sämtlicher Waffen bei der Einlasskontrolle seinen Befehl befolgt zu haben, traute sich niemand, mit der Wahrheit herauszurücken. Fast niemand. Denn aus der hintersten Reihe erhob sich Bürgermeister a.D. Franz Breil von seinem Sitzplatz, ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und drückte ab. Dass sein nicht enden wollender Dauerbeschuss in Richtung Oberbürgermeister in schallendes Gelächter der Stadtratsmitglieder überging, hatte einen guten Grund: Die im Andernacher Polit-Senat vertretenen Fraktionen und Parteien feierten „Stadtratskarneval“. Mit dem Einzug des Prinzenpaars nebst Hofstaat und in Begleitung des Dreigestirns der vier Andernacher Korps, der Möhnen und der Gerak hatte eine wahrhaftig außerordentliche Stadtratssitzung wenige Tage vor Beginn des Straßenkarnevals seinen Lauf genommen. Zuvor war der Sitzungssaal im historischen Rathaus in einen Saloon verwandelt worden, die Feierlichkeit stand unter dem Motto „Rauchende Colts“. Nach der gewohnt gut gelaunten Begrüßung durch OB Hütten trugen Beiträge der vier Traditionsvereine zum Gelingen der Veranstaltung bei: Die Rot-Weißen Husaren schickten passend zum Motto ihr Kinderballett als „wilde Indianerhorde“ ins Rennen. Daniel Nonn von den Blauen Funken mit Kompagnon „Otmar“ erzählte Witze über Neuwied, ein gefundenes Fressen für den Humor Andernacher Politiker. Anekdoten über den „Zeitungs-Achim“ sowie „et Schnabbelschnüss“ (Claus Peitz) hatte Prinzengardist Jürgen Deböser das Jahr über aufgeschnappt, da schnappte so mancher Mandatsträger vor Lachen nach Luft. Und die „siwwe Annenacher Trauer-Schnallen“ entsendet vom Stadtsoldatenkorps präsentierten sich „lieber frisch als giftig“, dazu in humoristischer Topform. Kluge Worte hatte Festausschuss-Präsident Lutz Schnitzendöbel vorbereitet, als er dem Stadtrat den Narrenspiegel vorhielt: „Wir machen das mit Spaß und Freud, unterhalten damit alle Leut“ und empfahl dem Politkörper, es den Narren nachzumachen: „Gemeinsam wie an Faasenacht - das könnt ihr auch, wär doch gelacht!“ Nach reichlichem Ordenssegen endete der Stadtratskarneval 2013 mit geselligem Beisammensein im Foyer des Historischen Rathauses, wo der politisch närrische Abend allmählich ausklang. RAU
