Weihbischof Peters firmt in Saffig 31 Jugendliche
„Sich quer legen und handeln“
Saffig. Mehreren Hundert Jugendlichen hat Weihbischof Jörg Michael Peters während seiner Visitations- und Firmreise durch das Dekanat Andernach-Bassenheim das Sakrament der Firmung gespendet. Den letzten Firmgottesdienst der Reise feierte Peters mit 31 Jugendlichen nun in der Pfarrkirche Saffig St. Cäcilia. Die jungen Leute aus den Pfarreien St. Kastor in Andernach-Miesenheim und St. Cäcilia in Saffig hatten sich über ein halbes Jahr mit einem Team von Katechetinnen auf ihre Firmung vorbereitet – zunächst unter der Leitung von Gemeindereferentin Bärbel Gorges und später gemeinsam mit Pfarrer Alexander Kurp.
Sich engagieren
„Die Firmung soll unseren Glauben stark machen und festigen, wir hoffen ‚begeistert‘ zu werden“, begrüßten die Firmbewerber Merlin Krämer und Felix Dötsch den Weihbischof zu Beginn des Festgottesdienstes, den Pfarrer Kurp mit zelebrierte. In den Gruppenstunden der Firmvorbereitung hätten sie sich intensiv mit ihrem Glauben und dem eigenen Leben auseinandergesetzt und sich in sozialen Projekten engagiert. Weihbischof Peters griff in seiner Predigt das Engagement als wichtigen Teil des Christeins auf. „Legt euch quer“ habe es in einem gerade gesungenen Lieder geheißen, so Peters, „und das heißt – macht nicht einfach weiter, sondern setzt euch ein für andere.“ Die aktuellen Nachrichten zeigten deutlich, worum es gehe, wenn man etwa die Flüchtlingskrise betrachte. Mit Blick auf das Evangelium sagte Peters, Jesus habe seinen Jüngern immer wieder deutlich gemacht, dass nicht diejenigen ganz vorne stehen, die am lautesten sind und das für sich einfordern, sondern die, die selbstlos für andere da sind.
Dinge ändern
Es gelte deshalb, hinzusehen, und Dinge zu ändern, auch wenn es nur kleine Schritte im direkten Umfeld seien, so Peters. Die Jugendlichen hätten beispielsweise bei dem Besuch der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Barmherzigen Brüder Saffig diesen Menschen ihre Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt – genau das sei gemeint. „Der Heilige Geist will bewirken, dass wir Not sehen, dass wir helfen und handeln.“
Ein persönliches Gespräch
Über ihre sozialen Projekte und die Gruppenstunden hatten die Jugendlichen Weihbischof Peters schon in einem persönlichen Gespräch vor dem Gottesdienst berichtet. So hätten sie vor allem darüber gesprochen, wo Glaube sie in ihrem Leben betreffe, in der Familie, Schule oder in ihrer Freizeit. Den Katechetinnen dankte Peters besonders für ihr eigenes „Glaubenszeugnis“, dass sie auch an die Jugendlichen weitergegeben hätten. Neben dem Besuch der Einrichtung in Saffig hatten die jungen Leute auch Plakate mit Spendenaufrufen für Flüchtlinge gestaltet, die Kleider und Spielzeugspenden gesammelt und verteilt, eine andere Gruppe hatte im Haus der Familie Andernach Flüchtlingskinder getroffen und mit ihnen gespielt.
Warum katholische Priester nicht heiraten dürfen
Auch ihre persönlichen Fragen an den Weihbischof konnten die Jugendlichen loswerden, etwa, wie man genau Weihbischof wird und welche Aufgaben man in diesem Amt hat oder warum katholische Priester nicht heiraten dürfen. Er hoffe sehr, dass auch nach der Firmung das Interesse am Glauben und an der Kirche nicht verloren gehe, gab Peters den jungen Leuten mit auf den Weg. Dem schloss sich auch Pfarrgemeinderatsmitglied Sonja Windheuser-Völlmeke mit ihrem Grußwort nach dem Gottesdienst an. Sie gratulierte den Firmlingen und unterstrich: „Wir brauchen euch und eure Meinung ist uns wichtig.“
