Politik | 04.12.2012

Neue DGB-Statistik enthüllt:

Viele Vollzeitbeschäftigte im Kreis Mayen-Koblenz und in der Stadt Koblenz erhalten nur Niedriglohn

Kreis Mayen-Koblenz/Koblenz. 9.391 Vollzeitkräfte im Kreis Mayen-Koblenz verdienen miserabel. Sie

arbeiteten nach einer aktuellen Erhebung des DGB für einen Niedriglohn. Im

Jahr 2010 waren dies fast ein Viertel aller Vollzeitbeschäftigten (24,2%). In

der Stadt Koblenz sind es 9.455 Vollzeitkräfte im Niedriglohnsektor, die

20,5 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten ausmachen. Auszubildende sind

nicht einmal mitgezählt. Auch qualifizierte Arbeitskräfte im Landkreis erhalten

oftmals nur einen mickrigen Lohn.

Erstmals legt der DGB regionale Daten zum Niedriglohnsektor vor. Konkret

lag die Niedriglohnschwelle 2010 in allen westdeutschen Ländern bei einem

Monatsbrutto von 1.890 Euro. So zählten im Kreis Mayen-Koblenz bereits

19,4 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten mit Berufsabschluss zu den

Niedrigverdienern. In der Stadt Koblenz sind es 15,5 Prozent.

In den alten Bundesländern insgesamt waren es demgegenüber 16,0

Prozent der Erwerbstätigen in Vollzeit und mit Ausbildung. Auch qualifizierte

Beschäftigte bekommen den Druck auf das Lohngefüge zu spüren. Im Kreis

Mayen –Koblenz befinden sich Vollzeitbeschäftigte also noch häufiger im

Niedriglohnsektor als in den alten Bundesländern insgesamt.

Dieses hohe Niedriglohnrisiko von qualifizierten Arbeitskräften passt nicht zu

den Klagen von Arbeitgebern über Fachkräftemangel, heißt es in der

Auswertung der DGB Region Koblenz.

Noch weit miserabler sei die Entlohnung für viele ohne Berufsabschluss. 27,2

Prozent der Geringqualifizierten im Kreis MYK und 34,1 Prozent in der

Stadt Koblenz zählen nach der DGB-Auswertung zugleich zu den

Geringverdienern. Das Risiko, als Vollzeitbeschäftigte/r einen Niedriglohn zu

erhalten, ist für Beschäftigte ohne Berufsabschluss also viel höher als für

Qualifizierte. Dies gilt für diesen Landkreis ebenso wie die alten Bundesländer insgesamt.

Insbesondere im Dienstleistungsgewerbe sei das Risiko einer schlechten

Bezahlung für Qualifizierte wie Beschäftigte ohne Berufsabschluss

überdurchschnittlich hoch. Nach Einschätzung des DGB Koblenz haben

Menschen, die wenig verdienen, oftmals auch ein instabiles Arbeitsverhältnis

und ein hohes Entlassungsrisiko.

Die beruflichen Aufstiegschancen für Niedriglohnverdiener seien ungünstiger

als in vielen anderen Industrieländern. Wer behaupte, Niedriglöhne seien

Einstiegslöhne, der liege falsch. Die Chancen, in besser bezahlte Jobs

aufzusteigen, seien hierzulande relativ gering. Viel häufiger als der Einstieg

in besser bezahlte Tätigkeiten, ist eine Verfestigung der Niedriglohnfalle,

warnt der DGB.

Der hohe Niedriglohnsektor in der Region um Koblenz ist nach Einschätzung

des DGB auch eine Zeitbombe für künftige Altersarmut. Wer über einen

längeren Zeitraum wenig verdient, wird künftig verstärkt von Altersarmut

bedroht sein. Hinzu kommt, dass private Altersrücklagen bei niedrigem

Einkommen so selten sind, dass das soziale Problem der Altersarmut

dadurch kaum gemindert werden kann.

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