TuS Weibern
1. Herrenmannschaft zeigt zwei Gesichter
Weibern. Die 1. Herrenmannschaft des TuS Weibern hatte den Tabellenführer der Handball-Rheinlandliga, den TV Moselweiß in der Robert-Wolff-Halle zu Gast. Dabei setzte es nach einer guten und völlig ausgeglichenen ersten Halbzeit (14:12) noch eine deftige 22:31-Niederlage ein.
Die Hausherren begannen forsch und zeigten den Koblenzern ihre Grenzen auf. Nach 6 Minuten führten sie 3:2 und sollten während den ersten 30 Minuten diese Führung auch nicht mehr aus der Hand geben. Die Abwehr um den starken Torhüter Tobi Arenz stand wesentlich besser als in den letzten Begegnungen. Daher hatten die Gäste auch ihre Mühe, ihren sonst so treffsicheren Rückraum mit Thorsten Lemke und Serdar Begen, in Szene zu setzen. Schnelle Tempogegenstöße und ein gut aufgelegter Joshua Reuland als Spielmacher ließen den TuS in der Offensive gut aussehen. Über die Spielstände 6:5, 12:10 und schließlich die Halbzeitführung 14:12 gestaltete Weibern das Spiel auf Augenhöhe und konnte sich berechtigte Hoffnungen auf etwas Zählbares gegen die letztjährigen Absteiger aus der RPS-Liga machen.
Was dann aber in der 2. Halbzeit folgte, war ein völliger Einbruch: Das Team des Trainergespanns Reuland/Müller geriet in den ersten Minuten in doppelte Unterzahl, sodass Moselweiß in der 39. Minute das erste Mal mit 15:16 in Führung ging. Und das, obwohl Moselweiß in der 36. Minute, wegen einer Tätigkeit gegen Sven Schumacher, ihren Spielmacher Serdar Begen durch eine rote Karte verlor. Zunächst folgten einige Minuten, in denen viele technische Fehler auf beiden Seiten das Geschehen beherrschten, ab der 40. Minute lief aber bei den Hausherren überhaupt nichts mehr zusammen. Im Angriff verfiel die Mannschaft zusehends in Einfallslosigkeit und in der Abwehr konnte der 38 jährige Thorsten Lemke ein ums andere Mal fast völlig ohne Gegenwehr seine Treffer setzen. Zum Spielende stand dann die deftige 22:31-Niederlage des TuS fest. Auf Weiberner Seite muss das Team sich in dieser Woche hinterfragen, wie ein Spiel, das in der ersten Hälfte mit 14:12 geführt wurde, in der zweiten Hälfte noch mit 8:19 verloren werden kann.
Doch damit nicht genug: Wie aus dem Umfeld des Vereins zu hören war, steht zu befürchten, dass die 1. Herrenmannschaft zum Saisonende ganz auseinander bricht. Ältere Leistungsträger tragen sich mit dem Gedanken ihre Handballschuhe an den Nagel zu hängen und die Jungen, die eigentlich das Gerüst für ein erfolgreiches Team in der neuen Saison bilden sollten, werden aller Wahrscheinlichkeit nach zu Vereinen im Koblenzer Raum wechseln. Der Verein hatte in den letzten Wochen versucht weitere junge, teilweise vom Verein ausgebildete Spieler nach Weibern zu locken, war aber an allzu gegensätzlichen Vorstellungen hierin gescheitert. Daraus resultiert auch der Abgang der einheimischen Spieler. „Die Situation für den leistungsorientierten Herrenhandball in Weibern ist prekär. Wenn es so aussieht, wie es sich im Moment darstellt, wird die 1. Herrenmannschaft des TuS wohl im nächsten Jahr nicht in der Rheinlandliga spielen können. Der Verein muss sehen, welche Spieler in der kommenden Saison zur Verfügung stehen: Dann wird entschieden ob es eine, oder vielleicht auch zwei Klassen, nach unten geht. Es wäre für einen traditionsreichen Verein wie den TuS Weibern natürlich sehr schade, wenn es so käme. Der TuS hat aber nicht die Möglichkeiten, die die Vereine in Koblenz und Umgebung ihren Spielern bieten können und so müssen wir etwas hilflos mit ansehen, wie unsere Mannschaft ausblutet.“, so der Leiter der Geschäftsstelle Florian Müller.
Heimspiele am kommenden Wochenende
Samstag: 14 Uhr männl. C-Jugend - HSV Rhein-Nette, 15:45 Uhr m B-Jgd - HV Vallendar, 17:30 Uhr weibl. A-Jgd - Sportfreunde Neustadt, 19:30 Uhr Damen III - VfL Hamm II.
Sonntag: 11:30 Uhr w D-Jgd - TV Engers, 13 Uhr m A-Jgd - TuS Kaisersesch, Damen II - HSG Wittlich, 17 Uhr Herren II - HSG Kastellaun/Simmern.
