Politik | 16.12.2013, 12:08 Uhr

Deutscher Gewerkschaftsbund Region Koblenz

Besorgnis über die Verfestigung der Armut im Hartz-IV Systemim Landkreis Ahrweiler

Besorgnis über die Verfestigung der Armut im Hartz-IV Systemim Landkreis Ahrweiler
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Kreis AW. Die Verfestigung der prekären Lebensverhältnisse ist bedrückend, wenn mehr als ein Drittel der Hartz-IV-Bezieher im Landkreis mindestens vier Jahre auf staatliche Fürsorge angewiesen sind.

4,5 Prozent der erwerbsfähigen Menschen im Landkreis waren Ende 2012 auf Hartz-IV Leistungen angewiesen. Damit waren 3.633 im Alter von 15 – 64 Jahren auf staatliche Fürsorge angewiesen. Das Hartz-IV-Risiko ist im Landkreis Ahrweiler ähnlich hoch wie in vergleichbaren Landkreisen. Mehr als die Hälfte der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher/Bezieherinnen des Kreises sind bereits im Langzeitbezug und haben in den letzten zwei Jahren mindestens 21 Monate Hartz-IV bezogen. Mehr als ein Drittel aller Empfänger/Empfängerinnen im Alter von 15 – 64 Jahren sind sogar seit mindestens vier Jahren auf Hartz-IV angewiesen. „Dem Hartz-IVSystem ist es bisher nicht gelungen, eine Verfestigung prekärer Lebenslagen zu verhindern“, so Gabi Weber, DGB Region Koblenz.

„Die Anzahl der hilfebedürftigen Menschen geht weit über die der hier genannten Arbeitslosen hinaus. Viele Hartz-IV-Bezieher/Bezieherinnen befinden sich z.B. in Fördermaßnahmen oder gehen einer Beschäftigung nach, die durch niedrige Löhne, eine geringe Stundenzahl oder durch eine kurzfristige Dauer nicht existenzsichernd und prekär ist. Andere haben Betreuungspflichten oder befinden sich noch in Ausbildung,“ erläutert die Regionsvorsitzende.

Trotz der Verhärtung im Hilfebezug gibt es auch im Hartz-IV-System relativ viel Bewegung.

Ständig kommen weitere hinzu, während andere den Hilfebezug beenden können. Erstmals hat der DGB für den Landkreis Ahrweiler differenzierte Daten zum Eintritts- und Verbleiberisiko im Hartz-IV-System vorgelegt. Ihnen zufolge liegt das Eintrittsrisiko in Hartz-IV für Erwerbsfähige im vergangenen Jahr bei 2,7 Prozent, d.h. knapp 3 Prozent der Bevölkerung von 15 – 64 Jahren muss innerhalb eines Jahres Hartz-IV beantragen.

Bei dem Risiko, hilfebedürftig zu bleiben, lässt sich für diesen Landkreis festhalten, dass mehr als 42 Prozent der Hartz-IV Beziehenden im ersten Jahr die Überwindung der Hilfebedürftigkeit gelingt. Dieser Anteil ist in vergleichbaren Landkreisen in Westdeutschland jedoch höher und liegt bei knapp 47 Prozent.

Angesichts dieser Situation im Landkreis Ahrweiler fordert der DGB das Jobcenter und den Kreis

zu weiteren Anstrengungen zur Vermeidung und zum Abbau von Langzeitbezug auf. „Dazu braucht es weiterhin eine stärkere Professionalisierung der Betreuung und vor allem auch einen anderen Betreuungsschlüssel. Stabilisierungs-, Unterstützungs- und Eingliederungsmaßnahmen müssen dringend am Ziel der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Zudem ist es nötig, die sozialintegrativen Maßnahmen des Kreises - wie Schuldnerberatung, etc. – sowie abschlussorientierte Qualifizierungen für diese Zielgruppe auszubauen. Ebenso halte ich es für sinnvoll, Menschen über mehrere Monate nach einer erfolgten Arbeitsaufnahme zu betreuen, um ein neues Arbeitsverhältnis möglichst zu stabilisieren.

Auch die Bundesregierung ist gefordert: Durch die Kürzung der Arbeitsförderung in den vergangenen Jahren haben sich die Förderchancen für Hartz-IV-Empfänger/Empfängerinnen massiv verschlechtert; dies hat dazu beigetragen, dass viele Menschen längerfristig auf staatliche Fürsorge angewiesen sind.

Aber auch die Unternehmen haben ihren Anteil einzubringen und Hartz-IV-Empfängern und Empfängerinnen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben,“ resümiert Gabi Weber, MdB, „denn jeder Mensch, der so lange im Hartz IV System bleibt, ist einer zu viel.“

Pressemitteilung Deutscher

Gewerkschaftsbund

Region Koblenz

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