Politik | 14.07.2026, 06:58 Uhr

FWG-Antrag zur Verbesserung des ÖPNV im Ahrtal abgelehnt

Kreistags-Nein zu besserem Nahverkehr: FWG zeigt Unverständnis

Kreis Ahrweiler. Die FWG-Fraktion im Kreistag Ahrweiler zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung des Kreistages, ihren Antrag zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zwischen Walporzheim und Dernau abzulehnen.

Auch ein von der FWG vorgeschlagener Prüfauftrag zur Suche nach kostengünstigeren Alternativen fand keine Mehrheit.

Hintergrund der Initiative war der von der Kreisverwaltung vorgelegte Lokale Nahverkehrsplan. Danach wird im Abschnitt der Buslinie 869 zwischen Walporzheim und Altenahr außerhalb des Schülerverkehrs nicht mehr durch Busse bedient. An Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien gibt es dort weder einen regulären Linienverkehr noch ein Rufbusangebot. Die Anbindung erfolgt ausschließlich durch die Ahrtalbahn mit Halten in Walporzheim und Dernau.

Die FWG hatte darauf hingewiesen, dass gerade der Bereich zwischen Walporzheim und Altenahr zu den touristisch bedeutendsten Regionen des Ahrtals gehört. Insbesondere an Wochenenden nutzen zahlreiche Wanderer, Tagesgäste und Touristen die Region. Dennoch fehlt dort eine ergänzende Busverbindung.

Nach Auffassung der FWG führt die unzureichende ÖPNV-Versorgung zu einem höheren Individualverkehr und damit zu zusätzlichen Belastungen für Anwohner und Umwelt. Gleichzeitig werde der Zustand vor der Flutkatastrophe vom Juli 2021 bis heute nicht wieder erreicht. Unterstützung erhielt die Forderung auch durch die Petition der Hochwasserhilfe Marienthal e.V., die von mehr als 1.450 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet wurde.

Die Kreisverwaltung begründete die Ablehnung mit geschätzten Mehrkosten von rund 170.000 Euro jährlich für ein fahrplanmäßiges Busangebot. Die FWG verwies dagegen darauf, dass dies lediglich rund 1,3 Prozent des jährlichen ÖPNV-Budgets des Kreises von etwa 13,4 Millionen Euro entspreche.

Besonders unverständlich ist für die FWG, dass selbst ihr Vorschlag, alternative und möglicherweise kostengünstigere Lösungen durch Verwaltung und VRM prüfen zu lassen, keine Zustimmung fand.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die ÖPNV-Versorgung in diesem Bereich fünf Jahre nach der Flut noch immer schlechter ist als zuvor“, erklärt FWG-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Münch. „Die aktuelle Situation sorgt bei vielen Gästen und Touristen für Verwunderung und wird weder den Bedürfnissen der Bevölkerung noch der touristischen Bedeutung der Mittelahr gerecht.“

Nach Auffassung der FWG steht die Entscheidung zudem im Widerspruch zu den Bemühungen, den Tourismus im Ahrtal weiterzuentwickeln. „In vielen anderen Tourismusregionen sind attraktive Busverbindungen selbstverständlich. Ob die jetzt vom Kreistag festgeschriebene Situation ein positives Signal, für das derzeit von der Ahrtal Marketing GmbH erarbeitete Tourismuskonzept ist, darf bezweifelt werden“, so Münch abschließend.

Pressemitteilung der FWG-Fraktion im Kreistag Ahrweiler

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