Eine Früherkennung von Darmkrebs kann Leben retten
„Darmkrebs? - Bloß nicht, dann lieber Vorsorge“
Interdisziplinäres Bauchzentrum des Marienhaus Klinikums im Kreis Ahrweiler und die Fördervereine des Krankenhauses Maria Hilf und der Brohltal-Klinik St. Josef veranstalteten anlässlich des Darmkrebsmonats ein Arzt-Patienten-Seminar
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Zur Vorsorge zu gehen und sich gesund zu ernähren, ist gar nicht so schwierig, wir müssen es nur tun“, so lautete die gemeinsame Aussage der Referenten beim Arzt-Patienten-Seminar „Darmkrebs - bloß nicht, dann lieber Vorsorge“, das interdisziplinäre Bauchzentrum zusammen mit den Fördervereinen in der Brohltal-Klinik veranstaltet hat. Ein erhöhter Konsum von rotem Fleisch zum Beispiel - dazugehören unter anderem Rind-, Schweine- und Lammfleisch - und Alkohol begünstigen die Entstehung von Darmkrebs, berichtete Prof. Dr. Jörg Heller, der Chefarzt der Innere Medizin/Gastroenterologie. Ballaststoffe hingegen könnten vor dieser Erkrankung schützen. Das sind Empfehlungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.
Besonders wichtig sei die Früherkennung des Darmkrebses, so der niedergelassene Gastroenterologe Dr. Georg Grzeschik, der durch die Veranstaltung führte. Denn würden Polypen und Krebsvorstufen rechtzeitig im Darm entdeckt, könnten diese entfernt und damit das Entstehen eines Tumors, verhindert werden. Mit Hilfe des Haemoccult-Testes können winzige Blutmengen im Stuhl aufgespürt werden, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. „Das kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein, denn Tumore und Krebsvorstufen bluten im Darm“, erläuterte Prof. Heller. Noch genauer lasse sich der Darm mit Hilfe einer Darmspiegelung (Coloskopie) untersuchen, „doch diese, von den Kassen ab dem 55. Lebensjahr finanzierte Vorsorgeuntersuchung, wird nur von rund zwölf Prozent der Versicherten in Anspruch genommen“, bedauerte Prof. Heller. Mit einer Darmspiegelung werden auch nicht blutende Polypen entdeckt und entfernt, die sich zu Tumoren entwickeln können. Die Vorsorge sei auch deshalb so wichtig, weil Darmkrebs erst dann Symptome verursacht, wenn er weit fortgeschritten und möglicherweise nicht mehr vollständig heilbar ist.
Privatdozent Dr. Klaus Prenzel, der Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie informierte über therapeutische und operative Maßnahmen bei Darmkrebs und die Möglichkeiten einen künstlichen Darmausgang (Stoma) zu vermeiden. Einzelne Videosequenzen ermöglichten den Teilnehmern der Veranstaltung einen Blick in die OP-Säle.
Dr. Gerhard Kreuter, der Vorsitzende des Fördervereins und ehemalige langjährige Chefarzt für innere Medizin des Krankenhauses Maria Hilf und der Brohltal-Klinik, betonte die große Bedeutung der engen Zusammenarbeit der Ärzte, die die ambulante, stationäre und rehabilitative Versorgung der betroffenen Patienten auf höchstem Niveau sicherstellen. Pressemitteilung
Marienhaus Klinikum
im Kreis Ahrweiler
Aufmerksam folgte das Publikum den Informationen von Privatdozent Dr. Klaus Prenzel, der anschaulich das zur Darmkrebsbehandlung eingesetzte OP-Verfahren der Schlüssellochchirurgie erläuterte.
Sie informierten interessierte Bürger und Betroffene in der Aula der Brohltal-Klinik über das Thema Darmkrebs (v. l): Privatdozent Dr. Klaus Prenzel, der Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Prof. Dr. Jörg Heller, Chefarzt für innere Medizin/Gastroenterologie und der niedergelassene Gastroenterologe Dr. Hans-Georg Grzeschik aus Niederzissen. Der Vorsitzenden des Fördervereins des Krankenhauses Maria Hilf Dr. Gerhard Kreuter (4. v l) führte in das Thema ein.Fotos: Cornelia Kreutzberg
