Wirtschaftsjunioren warnen vor Mindestlohn und neuen Hürden
Der jungen Wirtschaft fehlen Mitarbeiter
Berlin/Kreis Ahrweiler. Der jungen deutschen Wirtschaft fehlen schon jetzt 50.000 Mitarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Wirtschaftsjunioren Deutschland unter ihren Mitgliedern gemacht haben. „Wenn wir den Fachkräftenachwuchs nicht in den Griff bekommen, dann können wir das Thema Wirtschaftswachstum in ein paar Jahren abhaken“, sagt Sándor Mohácsi, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Gesucht werden nicht nur Fachkräfte. „Uns fehlen vor allem Mitarbeiter mit dualer Ausbildung, zum Teil sogar ungelernte Kräfte“, betont Mohácsi. Schon jetzt sei es nicht mehr möglich, ausreichend gute Bewerber zu bekommen, um für den eigenen Bedarf auszubilden. „Ein Viertel der Ausbildungsplätze in unseren Unternehmen bleibt bereits unbesetzt“, erläutert Mohácsi. „Diese Situation ist auch eine Chance für unsere Gesellschaft“, betont Mohácsi. „Wir haben die Chance, jetzt einen Arbeitsmarkt zu gestalten, der modern und familienfreundlich ist, an dem alle teilhaben und der in Zukunft ein Standortvorteil im internationalen Wettbewerb sein wird.“ Deshalb spricht sich die junge Wirtschaft gegen Mindestlöhne und neue Zugangshürden zum Arbeitsmarkt aus. „Wer Mindestlöhne will, nimmt in Kauf, dass Menschen der Zugang zum Arbeitsmarkt verbaut wird“, betont Mohácsi. „Wohin das führt, sehen wir gerade in Südeuropa“, sagt Mohácsi. „Die Folge von Mindestlöhnen sind sozialer Unfriede und zerstörte Chancen.“ Gleichzeitig fordert die junge Wirtschaft, mehr in Bildung zu investieren und den Übergang von der Schule in den Beruf besser zu begleiten. „Wenn es gelingt, dass unser Bildungssystem keine Bildungsverlierer mehr produziert, dann ist das schon die halbe Miete“, betont Mohácsi. Die Situation auf Bundesebene gilt auch für den Landkreis Ahrweiler, bestätigt Dr. Bernd Greulich, Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Rhein-Ahr. „In den Unternehmen unserer Mitglieder wird es zunehmend schwerer, freie Stellen adäquat zu besetzen. Insofern decken sich die Ergebnisse der bundesweiten Mitgliederbefragung mit den Gegebenheiten vor Ort“, stellt Dr. Greulich fest. Pressemitteilung der
Wirtschaftsjunioren Deutschland
