Förderverein Marienhaus feiert 25sten Geburtstag
Die große Geburtstagsfeier im August wirft ihre Schatten voraus
Bad Breisig. In mehreren Folgen berichteten wir über die segensreiche Arbeit der Waldbreitbacher Franziskanerinnen in der Quellenstadt.
Rund 150 Jahre hatten sie aus dem Geist christlicher Nächstenliebe den bejahrten Bürgern von Bad Breisig und Umgebung (etwa im Bereich des historischen „Breisiger Ländchens“) eine Heimstatt gegeben, darüber hinaus sich in der unentgeltlichen Krankenpflege viele Verdienste erworben. Nach Kriegsende ab 1945 hatten sie in ihrer Niederlassung St. Josefsheim segensreich gewirkt, Kranke gepflegt, Alte betreut und einen Kindergarten und eine Nähschule betrieben. 1987 zeichnete sich zum Erschrecken der Bad Breisiger ab, dass ein Ende des von den Franziskanerinnen betrieben unverzichtbaren Altenheims St. Josef bevorstand. Die alte Villa im lauschigen Park am Rhein bot nicht mehr die Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Senioren- und Pflegeheim, und so wurde das Haus gewerbepolizeilich geschlossen. Von diesen Nachrichten aufgeschreckt, machte sich etwa ab Mitte des Jahres 1985 der Pfarrgemeinderat St. Marien zum Sprecher der Bürger und verfasste diesen Aufruf: „Unsere landschaftlich so schön gelegene Stadt mit ihren Kurangeboten ist seit jeher ein bevorzugter Alters- und Ruhesitz. Das Altenheim St. Josef mit seinem alten Park, direkt am Rhein gelegen, im Herzen unserer Stadt, bietet Ruhe und Geborgenheit. An dieser Stelle muss ein christlich geführtes Altenwohnheim erhalten bleiben. Viele von uns sind im Alter auf einen solchen Platz in der Nähe ihrer Familien angewiesen!“ Das Memorandum gipfelte in einer Bitte um breite politische Unterstützung der Initiative. Eine Unterschriftensammlung mit diesem Hintergrund wurde in die Wege geleitet und hatte großen Erfolg.
Politiker griffen das Thema auf
Der Weckruf des Pfarrgemeinderates hatte ein ungeahntes Echo. Die lokale Politik griff das Thema auf. Besonders ins Zeug legten sich, der damalige stellvertretende Landrat Gerhard Steffens, aber auch Landrat Joachim Weiler und Pastor Josef Menzenbach. Besonders Gerhard Steffens, der örtliche CDU-Vorsitzende und Bad Breisiger Revierförster setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um einen Neubau voran zu treiben. Als führender CDU-MdL hatte er Einfluss in Mainz, organisierte Gelder von Land, Kreis, Kommune und Diözese, und gab den frommen Damen des Franziskanerordens den notwendigen Rückhalt, damit diese einen Neubau des Altenheims an Stelle des inzwischen abgerissenen Altenheims im St. Josefshaus angehen konnten. Über die den langen Weg der Realisierung des modernen Alten- und Pflegeheims „Marienhaus St. Josef“ haben wir schon berichtet. An dieser Stelle gilt es, einmal der überaus wichtigen Leistung des rührigen „Fördervereins Marienhaus“ gebührend Referenz zu erweisen. Angestoßen durch den aufrüttelnden Appell des Pfarrgemeinderats rekrutierte sich 1989 der „Förderverein Marienhaus“; Ziel des unter dem Vorsitz von Franz-Heiner Butenkemper ins Leben gerufenen Vereins war die Unterstützung der sich abzeichnenden Pläne für das neue Seniorenheim. Der Verein unterstützte nicht nur den Neubau, er nahm auch Einfluss auf Details des neuen Marienhauses.
Förderverein besteht nun seit 25 Jahren
Nun ist es 25 Jahre her, dass der Förderverein mit zunächst 37 Gründungsmitgliedern seine Tätigkeit aufgenommen hat. Franz-Heiner Butenkemper und sein Team können mit berechtigtem Stolz auf das Geleistete zurückschauen und neue Zukunftspläne schmieden. Von Beginn an galt die Aufmerksamkeit des Fördervereins der Befindlichkeit der Bewohner. Was man daran mit verbessern konnte, wollte der Förderverein leisten. Butenkemper konnte in einer kürzlich stattgefundenen Sitzung des Fördervereins mit dem heutigen Heimleiter Hermannjosef Berg an erstaunliche Leistungen erinnern. Das erste Geschenk des Vereins an die Seniorinnen und Senioren des Altenheims war seinerzeit ein moderner Kleinbus; das Fahrzeug eröffnete den Heimbewohnern die Möglichkeit, selbstständig und gemeinsam Ausflüge zu organisieren, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, also ein wenig Unabhängigkeit ins Heimleben zu bringen und das Leben in Geselligkeit zu genießen.
Eine besondere, viel beachtete Leistung war die Anschaffung eines Konzertflügels von ansprechender Qualität für den Saal. Er wurde von Beginn an für viele wertvolle Konzerte eingesetzt. Das Marienhaus wäre ein großes Stück ärmer ohne das Instrument. Auch wurden sakrale Ausstattungsteile für die Kapelle beschafft. Für das Pflegepersonal schlägt immer wieder die Anschaffung moderner technischer Hilfsmittel für die Pflege und Versorgung der Heimbewohner zu Buche. Dabei stehen zum Beispiel Transporthilfen, Arbeitsgeräte, die den Pflegedienst erleichtern, im Vordergrund. Heimleiter Hermannjosef Berg ist von der tatkräftigen Hilfe des Fördervereins begeistert. „Was von ihm beschafft und zur Verfügung gestellt wird, dient hervorragend und in allererster Linie den pflegebedürftigen Heimbewohnern; zusätzlich wird allerdings auch für die Unterstützung der hoch beanspruchten, meist jungen Pflegekräfte einiges Wertvolle getan. Wir haben die Hoffnung, dass durch die vom Förderverein gestifteten Hilfsgeräte der zu schnelle körperliche Verbrauch der Pflegerinnen nach Kräften gestoppt wird,“ erklärt der Heimleiter.
Waldbreitbacher Franziskanerinnen führen das „Marienhaus St. Josef“
Das „Marienhaus St. Josef“ wird nach wie vor unter den Fittichen der Waldbreitbacher Franziskanerinnen geführt, aber das Konstrukt der einzelnen Abteilungen und Firmen, die das weitverzweigte Gebiet der Marienhaus GmbH betreiben, hat dazu geführt, dass Ordensschwestern im Bad Breisiger Altenheim nicht mehr tätig sind. Im vorderen Park des Anwesens, im früheren Haus des ehemaligen Arztes Dr. Olbrich, ist lediglich ein Seniorenheim für bejahrte Franziskanerinnen eingerichtet. Die aber trifft man höchstens in der Mitwirkung bei den Gottesdiensten in der hauseigenen Kapelle des Marienhauses an. Die Kapelle steht übrigens - wie das ganze Haus - Angehörigen der unterschiedlichsten Konfessionen offen. Auch viele Ausstattungsgegenstände des kleinen Gotteshauses sind vom Förderverein gestiftet. Viele Veranstaltungen aller Art - Konzerte, Lesungen, Theater, Vorträge - werden von Martina Gruber, der Kulturbeauftragten des Marienhauses organisiert und vom Förderverein entweder ganz oder teilweise finanziert. Der Vorsitzende (und „Vordenker“) des Fördervereins, Franz-Heiner Butenkemper, ist glücklich, dass alle Leistungen des Vereins durch eine gesunde Kassenlage ermöglicht werden.
Jubiläumsfeier findet am 29. August statt
Die Jubiläumsfeier ist für Freitag, den 29. August geplant. Es soll ein fröhliches Fest zwischen Bewohnern und Gästen werden. Ein besonderer Gast wird den unterhaltenden Teil bestreiten: Peter Schmitz-Hellwing aus Köln, der sich nachhaltig für die Bewahrung des Nachlasses von Komponist und Volkssänger Willi Ostermann einsetzt, wird in einer Hommage an diesen Künstler dessen bekannteste Lieder in Erinnerung bringen. Das alles eingebettet in ein geselliges Treffen bei Speis und Trank. Die Vorbereitungen für den Geburtstag laufen, und inzwischen wirkt der Förderverein erfolgreich weiter. Mitglied werden kann jeder für einen kleinen Mindest-Jahresbeitrag. Und spenden kann man auch. „Je mehr wir in der Kasse haben, desto mehr Gutes kann man tun,“ sagt Franz-Heiner Butenkemper, und er weiß, wovon er spricht.
