25-jähriges Bestehen des Fördervereins Marienhaus wurde gefeiert
Eine Reise in die kölsche Musik- kultur mit Willi Ostermanns Werk
Bad Breisig. Wenn es einen angemessenen Anlass gibt, etwas zünftig und originell zu feiern, dann ist man in der Quellenstadt dabei. Grund diesmal war die Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Fördervereins Marienhaus St. Josef, ursprünglich als „Förderverein Kapellchen“ gegründet. Aber das Altenheim „Kapellchen“ hatte dem vor 20 Jahren neu erbauten, modernen Seniorenheim „St. Josef“ Platz gemacht und das Betätigungsfeld des Fördervereins wurde auf dieses Haus übertragen. Nun war der Zeitpunkt gekommen, dass sich die Leitung des Marienhauses und der Förderverein auf ein angemessenes Geburtstagsfest geeinigt hatten. Die Erinnerungsfete sollte nicht nur die bereits erfolgte Arbeit des Vereins in den Blickpunkt rücken, sondern auch für weitere Mitglieder und finanzielle Unterstützung werben. Diesem Zweck sollte ein fröhliches Fest dienen, musikalisch untermalt mit bekannten Liedern.
Dazu hatte man mit Peter Schmitz-Hellwing einen Altmeister „Kölscher“ Musikkultur engagiert. Man hätte kaum eine bessere Wahl treffen können. Der Bewahrer und Pfleger des Nachlasses des legendären „Krätzches-Sängers“ Willi Ostermann schaffte es mit seinem Pianisten Reiner Schnitzler, die rund hundertköpfige Geburtstagsgesellschaft bald in die gewünschte fröhliche Stimmung zu bringen. Tatsächlich machte es Spaß, einmal ausgiebig - verbal und musikalisch - mit der ungewöhnlichen Vita und dem Liedgut Willi Ostermanns konfrontiert zu werden. Dank Schmitz-Hellwings charmanter Vortragskunst konnte man Ostermanns komplette, oft feinsinnige Texte genießen und in das „kölsche Herz“ der Lieder eindringen. Die bekannten Refrains lockten zum Mitsingen und Schunkeln. Peter Schmitz-Hellwing versteht es, mit geschickten Wortspielen und hintergründigem Humor den Menschen und das - über Köln hinausgehende - musikalische Schaffen Willi Ostermanns nahe zu bringen, und er hat in Reiner Schnitzler den idealen Partner am Flügel.
So sympathisierten bald alle im Publikum mit der schlitzohrigen Lustigkeit des Verlassenen beim Lied „Dem Schmitz sing Frau es durchgebrannt“, wünschten der Familie Wienand guten Appetit bei dem Lied „Die Wienands han ene Has em Pott - miau, miau, miau“, litten mit der „Frau Palm on ihrer janze Stuff voll Qual“ und klagten mit der historischen Grete Fluss: „Wat wor dat fröher schön doch en Colonia“. Auch die gesellschaftskritischen Lieder des die Umgebung stets beobachtenden und in Lieder umsetzenden Kölner Urgesteins wurden nicht vergessen. Bald wurde auch geschunkelt bei Ostermanns Rhein-, Wein- und Karnevalsliedern, und alle geladenen Gäste, aber auch viele Bewohner des Seniorenheims waren begeistert mit dabei. Und es wurde auch durchaus ein Tränchen verdrückt bei dem berühmten „Heimweh nach Köln“ und der hübschen Anleihe beim Komponisten Fritz Weber: „Ich bin ene Kölsche Jung, wat willste maache“ Eine tolle Stimmung machte sich über den Abend breit.
Der Blick auf die Leistungen des Fördervereins kam allerdings nicht zu kurz: Franz-Heiner Butenkemper, seit jeher dynamischer Vorsitzender des Vereins, hielt selbst am Mikrofon Rückblick auf das, was in dem Vierteljahrhundert der Vereinstätigkeit für Heimbewohner und Pflegepersonal auf die Beine gebracht wurde - und das war nicht wenig. Dieser Tatsche zollte auch Generalvikarin Schwester Gerlinde-Maria von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Träger des Marienhauses, tiefe Anerkennung. Sie wurde unterstützt von Marc Gabelmann, dem Leiter des Sektors „Altenheime“ in der Marienhaus GmbH. Zu den Gratulanten gesellten sich Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch im Namen der Stadt, Verbandsgemeinde-Beigeordneter Hans-Josef Marx und Friedhelm Münch als Vertreter des Landrats, jeweils ausgerüstet mit einem „geheimnisvollen“ Briefumschlag, und Pastor Günter Marmann von der St. Marien-Pfarrei, der die selbstlose Arbeit der im christlichen Sinn ehrenamtlich Wirkenden - nicht nur im Förderverein - lobte.
Franz-Heiner Butenkemper erhielt eine Ehrenurkunde
Schließlich war es an Heimleiter Hermannjosef Berg, den Dank des Hauses an den Förderverein auszusprechen. Er tat dies, indem er dem unermüdlich und in immer christlicher Demut tätigen Vereins-Vorsitzenden Franz-Heiner Butenkemper seine tief empfundene Anerkennung aussprach und eine Ehrenurkunde widmete. Bereichert wurde der Dank an alle Mitglieder des Vorstands durch Präsentkörbe, übergeben von den Abgesandten des Ordens aus Waldbreitbach und der Heimleitung. Nach so viel Fröhlichkeit und Dank folgte eine Einladung zu einem Umtrunk samt leckerem Büffet, eine gern wahrgenommene Gelegenheit zu Meinungsaustausch und Pflege von Kontakten. Das Fest soll Ansporn sein zu weiterem unermüdlichen Einsatz des Fördervereins, und diese Bereitschaft hörte man aus vielen Gesprächen der Gäste.
