Politik | 25.01.2015, 15:30 Uhr

Schülerfirmen am Gymnasium Nonnenwerth stellten ihre Unternehmen vor

Erfolgreiche und kreative Jungunternehmer und Producer

Im Projekt lernen die Schüler die Märkte, Angebot und Nachfrage und internationale Geschäfte kennen

Die Jungunternehmer und die betreuende Lehrerin Astrid Heilmann-Cappel freuen sich über die erfolgreichen Projekte. WM
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Nonnenwerth. Sie jonglieren mit Begriffen wie Umsatz, Sozialversicherung, Lohn- und Materialkosten, sie zahlen Steuern, mit Aktiva und Passiva kennen sie sich aus, sie präsentieren ihre Produkte und ihre Firmen als Geschäftsführer und Marketingleiter, stehen sicher vor der großen Gruppe der Anteilsnehmer und reden über ihre Geschäfte, als hätten sie das seit Jahren gemacht. Und: Sie sind gerade einmal 14 oder 15 Jahre alt und Jungunternehmer seit September.

Nun stellten drei Schülerfirmen am Gymnasium Nonnenwerth ihre kleinen Unternehmen vor. Ungewöhnliche Produkte hatten sie sich ausgesucht, um auf dem Weltmarkt Umsatz zu machen. Wie in den großen Unternehmen gab es Sprecher, die als Vorstandsmitglieder ihre Zuständigkeitsgebiete in offener Rede selbstsicher vertraten. Großes Lob kam da aus berufenem Munde: „Diese Präsentation war wirklich toll. Wie die Schüler da vor den vielen Zuhörern ihre Betriebe ins rechte Licht rückten, das hätte ich in dieser Form so jungen Menschen noch nicht zugetraut. Ich bin tief beeindruckt, auch von den Ideen und den Erfolgen dieser Firmen“, erklärte Sascha Monschau von der Volksbank, die das Projekt auf der Insel unterstützt hatte. Auch Schulleiter Dieter Peter äußerte sich, die Öffnung des Gymnasiums in Richtung Wirtschaftswissen habe sich bewährt: „Was unsere Schüler mit ihrer Betreuungslehrerin Astrid Heilmann-Cappel da auf die Beine gestellt haben, ist überzeugend. Es zeigt, wie engagiert die neunten Jahrgangsstufen – auch in ihrer Freizeit – sich eingebracht haben. Wenn diese Schüler das Gymnasium verlassen, dann geben wir ihnen viel Wissen und Können mit auf den Weg, um sich im Geschäftsleben besser zurechtfinden und behaupten zu können“.

Wer kennt es nicht? Man ist unterwegs und der Akku des Handys gibt seinen Geist auf: leer. Kein Anschluss unter dieser Nummer. Da kann sich glücklich schätzen, wer sich auf Nonnenwerth bei der Schülerfirma SEB (Sun Electronic Bag) die Handtasche mit eingenähtem Solar-Ladegerät gekauft hat und mit diesem Unikat überall erreichbar ist. Nächste Geschäftsidee: Bello hat Geburtstag, oder man sucht ein Geschenk für Frauchen und Herrchen, was kann man da Originelles mitbringen? Wie wäre es mit einem stabilen Fressnapf von „Selfnapf“ für den Vierbeiner, Hund oder Katze, passend ergänzt mit einem eingearbeiteten Foto. Wer ein ausgefallenes Möbelstück für zu Hause oder draußen sucht, der kauft bei „Kultwanne“ sein Sofa, seinen Sessel. Alles Handarbeit, gefertigt nach den Wünschen der Kunden, garantiert einmalig auf der Welt. Die 14- und 15-Jährigen stellen die Sitzgelegenheiten aus Badewannen her, Kreativität und Ideenreichtum garantiert. Alle Firmen sind im Internet unter ihren Namen erreichbar.

Ein Jahr existieren diese Schülerfirmen erst einmal. Das Projekt auf der Insel wird gefördert von „Junior“, dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln. Im Team erlernen und erproben die jungen Schüler Grundprinzipien unternehmerischen Handels. Bei der Umsetzung der Geschäftsideen lernen die Jugendlichen, wie es „an den Märkten“ zugeht, wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln, was sich verkaufen lässt und welches Marketing Erfolg verspricht - wie im richtigen Leben. Sie präsentierten ihre Solartaschen, ihre Fressnäpfe und Badewannen-Möbel bei verschiedenen Veranstaltungen, im Internet, auf Flyern und bewarben sie regional. Der Erfolg gab ihnen recht: Alle drei Firmen weisen ausgeglichene Bilanzen aus, sind die Bestände verkauft und die Außenstände kassiert, können sie sich über ein deutliches Plus freuen. Das Geld geht an Hilfsaktionen, als Dividende an die Anteilseigner (meist Freunde, Familienmitglieder) oder die Hauptversammlung befindet noch darüber.

Das Projekt hat sich auf jeden Fall gelohnt: Die Teilnehmer, ob Schüler oder Kollegium, waren begeistert, und wer den Jungunternehmern zuhörte, der stellte fest, dass Unterricht heute sehr nah an den Anforderungen des „Lebens draußen“ orientiert sein kann. Der lateinische Spruch, der schon so manchen Pennäler geärgert hat, nämlich „Non scholae, sed vitae discimus“, bewahrheitet sich beim Schülerprojekt sehr deutlich: „Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir“.

Die Jungunternehmer und die betreuende Lehrerin Astrid Heilmann-Cappel freuen sich über die erfolgreichen Projekte. Foto: WM

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