Erfolgreiche Sitzung der KG Bad Breisig
„Et jeht auch ohne Prinzenpaar“
Programm mit vielen Höhepunkten in gut besetzter Jahnhalle
Bad Breisig. Ende gut - alles gut! Nach sechs Stunden bester karnevalistischer Unterhaltung wechselnden Inhalts zogen die Narrenfreunde in der gut gefüllten quellenstädtischen Jahnhalle das Resümee: „Et jeht auch ohne Prinzenpaar“ - wie vorher schon von der Bad Breisiger KG-Führung beschworen. In Ermangelung eines nicht vorhandenen Paars auf dem närrischen Thron, hatten der KG-Vorsitzende Rolf Henzgen und der Sitzungspräsident Wolfgang Gerlitz die finanziellen Ressourcen der KG angreifen müssen: Prächtige Gastgruppen füllten als Zugnummern die vom fehlenden Prinzenpaar hinterlassene Lücke, zum Beispiel das nicht nur zahlenmäßig höchst ansehnliche Korps des „Vaterstädtischen Vereins Ehrengarde“ aus Bonn. Die prominente Ehrengarde aus der Bundesstadt bot mit über 80 Uniformierten, einem Musikkorps und mehreren Tanzformationen eine rasante Bühnenshow. Fast noch hinreißender die „Poppelsdorfer Madämchen“, eine närrische Damengruppe mit rund dreißig, überaus temperamentvollen Tänzerinnen und deren adäquater männlicher Unterstützung. Weitere Stimmungsmacher waren die „Weitersburger Bengelcher“ und endlich - da geht nichts drüber -: die „Botzedresse“ aus Niederzissen, die leider erst spät nach Mitternacht zu ihrem Auftritt kamen, aber auch zu diesem Zeitpunkt noch die Halle zum Kochen brachten. Viele gewichtige Ehrengäste aus Politik, Narretei und Wirtschaft, an der Spitze Landrat Dr. Jürgen Pföhler, hatten zuvor ihre Würdigung erhalten und die ersten des neuen Jahresordens umgehängt bekommen. Jürgen Wozlawek, eines der treuesten und zuverlässigsten Aktiven der KG, (Funke, Tanzoffizier, Elferrat, Prinz, immer hilfsbereiter Handwerker) wurde mit dem den silbernen Verdienstorden der RKK geehrt. Das Programm der Sitzung hatte neben den Ehrungen viele unterhaltsame, ja kurzweilige Momente. Neben den Tanzauftritten der „Kadetten“ (der Jüngsten in blau-roter Funken-Uniform, betreut von Claudia Dreesbach) begeisterten das Dragoner-Tanzkorps (trainiert von Tine Klapperich) mit einem zackigen Gardetanz, darüber hinaus das Tanzkorps der Skylight-Majorettes mit einer von Alexandra Hoss und Marion Feix einstudierten, sehenswerten Bühnenshow. Alexander Kurp, der veritable „närrische Pastor“ ließ mit seinem Partner Sebastian Goerke die einstige Zwiegespräch-Nummer seines Vaters, die „Vielharmoniker“, noch einmal aufleben und beide ernteten damit manchen Lacherfolg. Alexander Kurps Idee war auch der Auftritt eines imaginären „Dreigestirns“, ein ironisch gemeinter Sketch mit Heiko Kapser, Jens-Uwe Gehrke und Dieter Kindler - eine Einlage mit viel Komik.
Irmgard Köhler-Regnery - der Star in der Bütt
Das Publikum aber fieberte dem Auftritt der „Ähn aus Jönneschdorf“ entgegen, und wieder wurde es von der unvergleichlichen Irmgard Köhler-Regnery nicht enttäuscht. „Die Frau hat ihren Beruf verfehlt“, resümierte bewundernd Landrat Dr. Pföhler. Ihm, wie allen im Saal imponierte, wie die „Jönneschdorferin“ Banalitäten des Alltags zerpflückte und daraus Gag auf Gag zauberte. Neben vielen anderen Themen (Euro, verfehlter „Respekt“ für Uli Hoeneß, Pegida-Demonstration) hatte es ihr die Fußball-WM und deren Umfeld angetan, zum Beispiel die Persiflage „Poldi und die Kanzlerin“. Überhaupt Poldi: „Er hat nur eine halbe Stunde gespielt und ist der King bei jeder Veranstaltung.“ Prima studiert hatte sie - und spielte das ungelenk nach -, wie Götze den Schürrles Flankenball mit der Brust stoppt und „mit Links“ ins Tor schießt. Köstlich, wie sie den Auftritt der Weltmeister vor dem Brandenburger Tor nacherlebt. „So geh'n die Gauchos“… eine Parodie von umwerfender Komik. Sie zeigt auch in Zeitlupe, wie ein „Walllldorfer“ die gleiche Nummer vollziehen würde. Ein von ihr kabarettistisch - ungemein lustig - aufgearbeitetes Thema ist der Wechsel im Amt des Stadtbürgermeisters von Bernd Weidenbach zu Gabriele Hermann-Lersch. Sie singt ihr zu Ehren „Weil ich ein Mädchen bin“. Gar nichts Bösartiges - aber viel zum Lachen. Man muss die stets ohne Manuskript fabulierende Irmgard erlebt haben, wirklich schildern kann man die Glanzleistung dieses karnevalistischen Urgesteins nicht. Irmgard ist ein Juwel auf der Bühne der Bad Breisiger Narretei. Etwas trauriger die Stimmung beim Abschied des bis dahin amtierenden Prinzenpaars Peter Busch und Biggi Geef. Leicht rührende Abschiedsworte der beiden Super-Narren, verbunden mit viel guter Erinnerung. Große Komplimente des Vorsitzenden Rolf Henzgen - und dann der Henker mit dem „Hackebeil“. Nach alter Bad Breisiger Tradition trennt er mit sauberem Schlag die Federn von der prinzlichen Narrenkappe - das Ende der närrischen Herrschaft. Das ganze Brimborium spielte sich vor dem aufmarschierten Korps der blau-roten Funken unter Kommandant Philipp Klee ab, die für das scheidende Prinzenpaar noch einmal ihren prächtigen Bühnenauftritt vollführten. Ausklang - siehe oben - mit „de Botzedresse“. Et jing auch ohne Prinzenpaar - und wie!
Letztmaliger Einzug des Prinzenpaars, schon im Abschieds-Outfit.
Irmgard Köhler-Regnery in ihrem Element.
Der Henker tut sein Werk.
