Allgemeine Berichte | 06.07.2013, 10:00 Uhr

DFV-Verbandstag mahnt gute Bedingungen für das Ehrenamt an

Feuerwehr fordert lücken- losen Versicherungsschutz

Stuttgart. Ein Vierteljahr vor der Bundestagswahl mahnt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) verlässliche Bedingungen für das Ehrenamt an. Die 60. Delegiertenversammlung des Spitzenverbandes aller Feuerwehren hat in Stuttgart einen umfassenden Versicherungsschutz für Einsatzkräfte gefordert und sich für den Status quo beim Erwerb von Führerscheinen ausgesprochen. „Wir kämpfen für einen Versicherungsschutz ohne Wenn und Aber“, sagte DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. Er beklagte ablehnende Bescheide der Versicherungsträger nach Dienstunfällen mit existenziellen Folgen für die Betroffenen. Die DFV-Delegierten beschlossen einstimmig, dass Gesundheitsschäden oder Todesfälle als Unfälle gelten sollen, wenn sie in unmittelbarem sachlichen, räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Feuerwehr eingetreten sind – unabhängig von dem vorherigen Gesundheitszustand des Versicherten. Der Verband setzt sich für eine bundeseinheitliche Lösung ein. Außerdem wollen die Feuerwehren, dass Führerscheine für Fahrzeuge von mehr als 3,5 Tonnen weiterhin schon vom 18. Lebensjahr an erworben werden können. Das Mindestalter soll laut EU-Richtlinie auf 21 Jahre angehoben werden, für Feuerwehren ist aber eine Ausnahme möglich. Der DFV setzt sich bei Bund und Ländern dafür ein, diese Option zu ziehen.

„Brückenbauer sind gefragt“: Integrationskampagne vorgestellt

An der Versammlung des 9. Deutschen Feuerwehr-Verbandstages im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle nahmen mehr als 170 Delegierte und Gäste teil. Sie war eingebettet in den 11. Landesfeuerwehrtag Baden-Württemberg. In

vielfältiger Weise wurde der Aufbauleistung des ersten DFV-Nachkriegspräsidenten Albert Bürger gedacht, der vor zwei Wochen 100 Jahre alt geworden wäre. Bei einem Festakt in der Alten Reithalle sprach sich Landesinnenminister Reinhold Gall dafür aus, den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr besser an berufliche und familiäre Pflichten anzupassen. Unvereinbarkeit sei ein Hauptgrund, warum Menschen sich nicht engagierten. Wenn die Feuerwehr bestehen wolle, müsse sie sich auch stärker für Menschen mit Migrationshintergrund öffnen. „Brückenbauer sind gefragt“, sagte Reinhold Gall. Der Deutsche Feuerwehrverband stellte bei seinem Verbandstag eine Kampagne vor, die sich an Menschen mit Einwanderungsgeschichte richtet. Die Jahresaktion „Willkommen bei uns“ soll das deutsche Feuerwehrsystem erklären, Brandschutztipps geben und auch mögliche neue Mitglieder ansprechen. Der DFV-Fachberater für Integration, Orhan Bekyigit, erläuterte das Konzept. Alle Feuerwehrverbände erhalten im Laufe des Sommers entsprechende Medienpakete.

Brandschutz gehört zu wettbewerbsfähiger Infrastruktur

Bei einem Empfang im Rathaus hatte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn Führungskräfte der deutschen Feuerwehren begrüßt. Er hob die Bedeutung des Brandschutzes für die wirtschaftliche Entwicklung hervor: „Die Infrastruktur wird in einer Welt der Globalisierung den entscheidenden Ausschlag geben. Dazu gehört ein gut organisiertes, effektives Feuerwehrwesen“, betonte Fritz Kuhn. Im Rahmen des DFV-Verbandstages wurde der Bundestagsabgeordnete Klaus Riegert (Wahlkreis Göppingen) für sein großes Engagement im DFV-Beirat mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Der Ehrenpräsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, Hans Jochen Blätte, erhielt zum Dank für seine langjährigen Verdienste von Feuerwehr-Präsident Kröger die Goldene Ehrennadel des DFV.

Pressemitteilung

Deutscher Feuerwehrverband

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