Allgemeine Berichte | 10.05.2026

Exkursion zu Tuffsteinbrüchen

Geführte Exkursion zu den Tuffsteinbrüchen in Weibern mit Expertenwissen

Auf dem Gelände der Steinhauer. (von links) Prof. Dr. Viereck, Uwe Kruse, Erwin See, Dr. Schumacher und Gisela Ebert.

Weibern. Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, die man nicht zweimal bekommt: Die Heimatfreunde Weibern durften die Weiberner Tuffsteinbrüche nicht nur besuchen, sondern sie gemeinsam mit zwei ausgewiesenen Experten erkunden, die diese Landschaft lesen können wie ein offenes Buch.

Mit dabei waren Prof. Dr. Lothar Viereck, Geowissenschaftler und Vulkanologe, der bereits in den 1980er‑Jahren über den Riedener Vulkankomplex promovierte, sowie Dr. Karl‑Heinz Schumacher, Geologe und Denkmalpfleger mit tiefen Wurzeln in der Eifel. Beide engagieren sich im Vorstand der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft in Mendig – und beide nahmen sich einen ganzen Vormittag Zeit, um ihr Wissen zu teilen.

Am 30. April trafen sich sieben neugierige Teilnehmer um 9 Uhr am Wanderparkplatz. Die Luft war frisch, die Stimmung erwartungsvoll. Schon nach wenigen Schritten öffnete sich der Blick auf die erste Station: die Windkaul, wo die Firma Kalenborn bis heute Tuff abbaut.

Weiter führte die Route zum Alten Berg (Abbau Mendiger Basalt), zur stillgelegten Weichlay und zu den überwachsenen Brüchen In der Lärchen. Dort wurde es besonders persönlich: Hermann Hilger, Jahrgang 1939, der selbst noch als Steinmetz in den Brüchen gearbeitet hatte, erzählte Anekdoten aus einer Zeit, als der Abbau harte Handarbeit war. Seine Erinnerungen ließen die Vergangenheit für einen Moment lebendig werden.

Gegen Mittag legte die Gruppe eine Pause am Werkstattgebäude des Steinhauervereins ein, wo ein Imbiss gereicht wurde. Gestärkt ging es weiter zum Schützenplatz, dem ehemaligen Abbaugebiet Laientälchen – einem Steinbruch, der selbst vielen Einheimischen kaum bekannt ist.

Den Abschluss bildete die Sandkaul am Ende der Bergstraße. Auch sie präsentierte sich wie ein aufgeschlagenes Buch aus unzähligen Schichten. In den Wänden waren Spuren der Eiszeit ebenso erkennbar wie Hinweise auf längst vergangene fließende und stehende Gewässer. Hier wurde noch einmal deutlich, wie lebendig und vielschichtig die geologische Vergangenheit der Region ist.

Fünf Stunden lang erklärten Viereck und Schumacher mit Leidenschaft, Humor und beeindruckender Fachkenntnis, wie man in einem Steinbruch liest wie in einem Archiv der Erdgeschichte. Mal stand die Gruppe dicht gedrängt an einer Felswand, mal schweifte der Blick über weite Abbauflächen, mal wurde ein unscheinbarer Stein zum Schlüssel für ein ganzes Kapitel regionaler Geologie. Am Ende waren die Beine müde, aber die Köpfe voller Eindrücke – und die Heimatfreunde hatten eine Reise durch Jahrtausende vulkanischer Geschichte erlebt.

Abbaugebiet Windkaul der Firma Kalenborn aus Rieden, mit einer Mächtigkeit von ca. 30 m. Links Abbauspuren moderner Art, rechts fast unberührte Wand.

Abbaugebiet Windkaul der Firma Kalenborn aus Rieden, mit einer Mächtigkeit von ca. 30 m. Links Abbauspuren moderner Art, rechts fast unberührte Wand. Foto: Bernhard Klapperich

An der Sandkaul am Ende der Bergstraße in Weibern.

An der Sandkaul am Ende der Bergstraße in Weibern. Foto: Gisela Ebert

Ehemaliges Abbaugebiet Leientälchen mit sichtbaren Spuren.

Ehemaliges Abbaugebiet Leientälchen mit sichtbaren Spuren. Foto: Bernhard Klapperich

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Auf dem Gelände der Steinhauer. (von links) Prof. Dr. Viereck, Uwe Kruse, Erwin See, Dr. Schumacher und Gisela Ebert. Foto: Bernhard Klapperich

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