Frauen-Union feierte gleich zwei runde Geburtstage
„Gleichberechtigung und Partnerschaft“
FU in Kreis und Stadt blickt auf viele Erfolge zurück und will noch mehr Frauen aktivieren
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es war ein großer Bahnhof für die Frauen-Union des Kreises Ahrweiler und von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die FU aus Kreis und Stadt feierte 50- und 40-jähriges Bestehen in Giffels Goldenem Anker. Und sie alle waren gekommen, die Parteifreunde und Gratulanten aus Politik und Gesellschaft. „Für die Union gehört es zum Kernbestand ihrer gesellschaftspolitischen Grundüberzeugungen, dass das Ziel einer Gesellschaft mit menschlichem Gesicht nur erreicht werden kann, wenn Frauen auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Gesellschaft an verantwortlicher Stelle mitwirken. Ohne den Sachverstand und die Kreativität der Frauen kann unsere Gesellschaft die Herausforderungen nicht bestehen, die an eine moderne und humane Industrienation gestellt werden. Die Verwirklichung der Gleichberechtigung und praktizierte Partnerschaft zwischen Frau und Mann sind dafür unerlässliche Voraussetzungen.“ Mit diesem Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Bedeutung der CDU-Frauenorganisation. Doch auch wenn an diesem Mittag viele Männer zu Wort kamen und ihre Glückwünsche überbrachten, so standen die Frauen doch im Mittelpunkt. Kreisvorsitzende Heike Krämer-Resch, die auch die städtische FU leitet, konnte eine illustre Gästeschar willkommen heißen. Die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil ergriff ebenso das Wort wie die stellvertretenden Vorsitzenden Ingrid Näkel-Surges und Gabriele Hermann-Lersch.
„Erlauben Sie mir zunächst einige wenige Anmerkungen zur aktuellen Positionierung der CDU-Frauen-Union. Und zwar aus Sicht einer kleinen organisatorischen Einheit, die wir als Frauen-Union-Gruppierung in Stadt und Kreis darstellen. Die FU will die weibliche Bevölkerung für Politik interessieren und für aktive Mitarbeit gewinnen. Sie bemüht sich besonders darum, auch den Jungen unter uns den Weg in Räte und Parlamente zu ebnen. Ziel ist dabei, den Einfluss der Frauen bei politischen Entscheidungen und im öffentlichen Leben insgesamt zu stärken. Durch die zwischenzeitliche Entwicklung sind in der Tat die Mitwirkungsmöglichkeiten der Frauen doch deutlich verbessert worden, allerdings noch nicht optimal. Als Untergliederung der CDU setzt sich die Frauen-Union innerhalb der Partei vorrangig für politische Themen ein, die Frauen in besonderem Maße betreffen. Sie alle kennen hierzu einige der Fragen wie Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt, Ausbildung von Mädchen und Rentengerechtigkeit mit der Anerkennung der Lebensleistung von Frauen im Mittelpunkt. Und wir freuen uns darüber, dass die CDU für ein Frauenbild steht, das den aktuellen Gegebenheiten im Umgang miteinander und in der Politik Rechnung trägt“, umriss die „doppelte“ Vorsitzende Heike Krämer-Resch das Selbstverständnis der Frauen-Union in Kreis und Stadt. Es sei gelungen, vor Ort eine Lobby für die Frauen aufzubauen.
Mehr Gewicht in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Seit Jahrzehnten leiste die FU gute frauenpolitische Arbeit und wolle noch mehr Frauen aktivieren, um noch mehr Gewicht in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu erlangen. „Und etwas mehr Fantasie, die im politischen Alltag genauso wichtig ist wie Durchsetzungsvermögen. Mir scheint, bei der Fantasie sind wir den Männern etwas überlegen.“ Die FU habe bei ihren Veranstaltungen stets Schwerpunkte auf frauenpolitische Themen gesetzt. „Zuletzt konnten wir uns anschaulich und bedrückend zugleich hier vor Ort zum Thema Gewalt gegen Frauen aufklären lassen. Aufklärung allerdings allein reicht nicht. Wir alle müssen aktiver werden, um Abhilfe im Vorfeld abscheulicher Taten gegenüber Frauen und Kindern zu organisieren.“
Einen Rückblick auf 50 Jahre Frauen-Union im Kreis Ahrweiler hielt Ingrid Näkel-Surges, die frühere Kreisvorsitzende. Die Geschichte der FU habe zwar bundesweit schon im Jahre 1948 begonnen, aber im Kreis Ahrweiler wurde die erste Kreis-Frauen-Union - zunächst noch CDU Frauenvereinigung genannt - erst 1964 von Anna Mönikes aus Oberbreisig gegründet, damals Mitglied im im Kreistag, später auch im Bundestag. Bis in die 70er-Jahre hinein wurde in den Medien ein sehr konservatives Frauenbild vertreten. Studentinnen wurden argwöhnisch beobachtet. 1976 übernahm dann Waltrud Steffens für 16 Jahre das Amt der Kreisvorsitzenden von Hildegard Louen aus Remagen, die es seit 1972 innegehabt hatte. Am 25. September 1992 wurde Ingrid Näkel-Surges auf Vorschlag von Waltrud Steffens zur neuen Kreisvorsitzenden gewählt und übte dieses Amt 21 Jahre lang aus.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus
Ihre ersten Jahre waren geprägt durch das Motto „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Die Förderung von Frauen in der Politik und die Quote beherrschten die Diskussionen. Weitere Eckpunkte waren die Wahl einer Frauenbeauftragten im Kreis, das Recht auf einen Kita-Platz oder das Thema Gewalt gegen Frauen und Frauenhaus. Diskutiert und auf den Weg gebracht wurden außerdem „Netzwerk für Familien in Not“ mit einem Volumen von über einer Million Mark, Frauenforum, Schwangerschaftskonfliktberatung, Tagesmutterbörse sowie Ganztagsschule. „Das Gesicht der CDU ist in diesen Jahrzehnten weiblicher geworden. Gleichberechtigung in der CDU ist kein Traum mehr, sondern gelebte Realität. Unter Angela Merkel ist die CDU zur führenden Frauenpartei geworden - so haben erstmalig bei der letzten Bundestagswahl die Frauen in allen Altersgruppen mehrheitlich die CDU gewählt.“
Viele Gratulanten stellten sich schließlich an, um die Arbeit der Frauen-Union in Kreis und Stadt zu würdigen. Doch damit noch Zeit für ein Gespräch oder die Planung neuer Aktivitäten blieb, hielten sich die Redner kurz. Bei einem kalten Büfett und kühlen Getränken standen die zahlreichen Gäste noch lange zusammen und feierten den doppelten Geburtstag.
Vorsitzende Heike Krämer-Resch konnte auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil beim Doppeljubiläum willkommen heißen.
