Westnetz-Bilanz - RWE macht Stromnetz fit für die Zukunft - Anzeige -
Hexacopter übernimmt Inspektionsarbeiten
Die mit einer Thermografie-Kamera bestückte Drohne mit einem Durchmesser von einem Meter hilft Westnetz bei Inspektionsarbeiten wie etwa der Kontrolle von Strommasten
Saffig. Die rasante Entwicklung der Energiewelt stellt nicht nur die Energieversorger, sondern auch die Netzbetreiber vor große Herausforderungen. So auch den RWE-Verteilnetzbetreiber Westnetz. „Wir befinden uns mitten in einem massiven Wandel unseres Energiesystems und richten daher unsere Netze und Anlagen neu aus, um auch künftig eine sichere und bezahlbare Versorgung zu ermöglichen“, sagte Dr. Heinz-Willi Mölders, Vorstand von RWE Deutschland, im Rahmen eines Pressegesprächs im Regionalzentrum Saffig. In den vergangenen drei Jahren haben wir in den Landkreisen Ahrweiler, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und Vulkaneifel mehr als 100 Millionen Euro für den Erhalt, den Ausbau und die Modernisierung unserer Netze investiert“, so Dr. Mölders.
RWE investierte mehr als 100 Millionen Euro für Erhalt und Modernisierung der Netze
Das 300.000 Kilometer lange Verteilnetz von RWE Deutschland müsse aus- und umgebaut werden, um den Anforderungen der neuen Dezentralität gerecht zu werden, so der RWE-Vorstand. Dabei spielen für das Unternehmen Zukunftsprojekte, wie beispielsweise das Energiewende-Projekt „Smart Country“ in der Eifel sowie die intelligente Netzsteuerung eine wichtige Rolle.
„Wir automatisieren unsere Netze immer mehr“, betont Lothar Oelert, Leiter der RWE Region Rheinland-Pfalz. Dass diese Automatisierung nicht ohne Risiken ist, insbesondere in Verbindung mit dem geplanten Anschluss der Netzstationen ans Glasfaserkabel, ist den Betreibern bewusst. „Eine hundertprozentige Sicherheit gegen Angriffe von außen werde es nie geben, dennoch ist unser Netz gegen eventuelle Hackerangriffe sehr gut geschützt“, versicherte Dr. Mölders. Spätestens bei einer kompletten Umstellung auf erneuerbare Energien, müsse man jedoch versuchen die Erzeugung und den Verbrauch über die vernetzten Stationen in Einklang zu bringen. Speicher alleine reichten nicht aus, um die unregelmäßige Stromerzeugung aufzufangen. Hier sei auch die Mitwirkung der Verbraucher gefragt, indem sie beispielsweise die elektrischen Geräte (Waschmaschine etc.) dann einschalten, wenn gerade viel Strom zur Verfügung steht. „In der Regel sei dies in der Mittagszeit der Fall“, so Mölders.
Insbesondere in der Region Rauschermühle, einem eher ländlich geprägtem Gebiet, engagiere sich die RWE für die Energieversorgung der Zukunft. Obwohl sich hier der Zubau von Wind- und Solaranlagen verlangsamt habe, gelte es das Netz zu erweitern und zu modernisieren. So seien bis Ende des Jahres 2014 rund 9.900 Photovoltaikanlagen mit einer Einspeiseleistung von mehr als 200 Megawatt und rund 190 Windenergieanlagen mit einer Einspeiseleistung von rund 270 Megawatt am Netz gewesen. Damit liege die Saffiger Region hinter den Gebieten Trier und Rhein-Nahe-Hunsrück zurück. Allerdings seien in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren überall kaum neue Anlagen hinzugekommen, sagt Hill. Er gehe jedoch davon aus, dass es sich bei der Windkraft nur um eine vorübergehende Flaute handelt, wobei er dem Zubau von Photovoltaikanlagen eher kritisch gegenübersteht, sollten keine neuen Förderprogramme angeboten werden.
„Innerhalb eines Jahres haben wir etwa 70 Kilometer neue Mittelspannungs- und rund 35 Kilometer neue Niederspannungskabel gelegt“, sagte Thomas Hill weiter. Dass das Geld gut angelegt sei, zeige die Tatsache, dass in Deutschland im Jahre 2014 die Dauer der Versorgungsunterbrechungen im Schnitt bei 12 Minuten gelegen habe. Intelligente Technologien spielten insbesondere in unserer Region, wo sich stellenweise sogar die Richtung des Stromflusses durch die Einspeisung ändere, eine wichtige Rolle, sagt Hill. So werden in diesem Jahr sieben automatisierte Ortsnetzstationen im Regionalzentrum Rauschermühle errichtet, die durch aktives Eingreifen mittels ferngesteuerter Schaltgeräte gelenkt werden können. Bei Störungen können so die Fehlerquellen durch die digitale Information direkt an die Netzführung gemeldet werden. „Das spart Zeit und vermeidet lange Versorgungsunterbrechungen für den Kunden“, so der Leiter des Regionalzentrums.
Zur Kontrolle von Strommasten wird mittlerweile ein Hexacopter eingesetzt. Auch bei der Inspektion von Windkraftwerken oder der Thermografie von Photovoltaikanlagen leistet das unbemannte Flugobjekt gute Dienste. Die Idee hierzu stammt von einem Mitarbeiter aus Saffig. Die Drohne, die mit Zuladung maximal fünf Kilo wiegen darf, schwebt fast lautlos in der Luft. Sie ist mit einer hochauflösenden Thermografie-Kamera bestückt, die Solarmodule, PV-Anlagen oder elektrische Bauteile eines Transformators überprüfen kann. Mit einer Aufstiegsgenehmigung dürfen die flexiblen Kleinflieger eine Höhe bis zu 100 Metern erreichen. Sie werden in Sichtkontakt von den Flugprofis über Funk oder per Tablet gesteuert. So könne der Hexacopter schwer zugängliche Stellen erreichen und Aufnahmen liefern, die beispielsweise von einer Hebebühne aus nicht möglich seien.
Ausbau für schnelles Internet in der Region
Als Erfolgsgeschichte verbucht das Unternehmen auch den Ausbau für schnelles Internet in der Region. In über 40 Gemeinden hat die RWE den Ausbau und den Betrieb der Glasfasernetze in der Region übernommen, mit 22 Gemeinden befinde sich der Netzbetreiber noch in Verhandlungen. RWE Deutschland ist Partner der BIG (Breitband-Infrastruktur-Gesellschaft) Cochem-Zell mit rund 100 versorgten Gemeinden. „In ländlichen Regionen ist die Verfügbarkeit von Internet mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit sowohl für Gewerbetreibende als auch für Privatleute wichtig“, betont Dr. Lothar Oelert, Leiter der RWE Hauptregion Rheinland-Pfalz. An dem RWE Highspeed Internet mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde zeigten bei rund 40 Bürgerinformationsveranstaltungen weit mehr als 1.500 Besucher Interesse.
Projekt RWE Aktiv vor Ort
Bisher hat RWE in der Region Rauschermühle 194 soziale mit jeweils rund 2000 Euro gefördert. Wie in den vergangenen Jahren hat sich jeweils ein Mitarbeiter für das Projekt mit eingesetzt. Auch im kommenden Jahr will die RWE die Aktion weiterführen.
Torsten Sehn (Foto) und Mike Nagelschmidt führen den Hexacopter mit integrierter Kamera vor.
