Allgemeine Berichte | 15.09.2015

Jagd-Reiter-Club Eifel e.V.

„Horrido - Joho“ hallte durchs Brohltal

Traditionelle Herbstjagd lockte viele jagdreiterlich Interessierte nach Oberzissen

Eine Schleppjagd mit zahlreichen Gästen bedeutet vor allem einiges an Organisation.privat

Oberzissen. Am Sonntag, 13. September war es wieder so weit: 62 Jagdreiter/innen aus Nah und Fern trafen sich bei besten jagdreiterlichen Bedingungen im Brohltal in Oberzissen - der seit Jahrzehnten über die Landesgrenzen hinaus bekannten Ausbildungsstätte des Jagdreitens. Nach Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Heinz Daum aus Oberzissen, versammelte man sich zunächst um 11 Uhr zum „Stelldichein“ in der Oberzissener Schützenhalle, um bei einem ausgiebigen „Eifler-Buffet“ die Grundlagen für die Jagd zu legen. Pünktlich um 13 Uhr waren dann alle zum „Anblasen der Jagd“ auf dem Abreiteplatz, einer Wiese am Sportplatz in Oberzissen, versammelt, um gemeinsam die fordernde Strecke anzugehen. Jagdlich angemessen gekleidet, empfing die gesamte Reiterschar zunächst die Jagd-Equipage der Sauerland-Meute aus Radevormwalde/Nordrhein-Westfalen und ließ deren Foxhounds - unter Führung des Joint-Masters Dr. Diane Kleinschmidt - in ihre Mitte einziehen. Dieses wunderschöne Spektakel wurde würdevoll durch die Jagdbläser des „Hegerings Niederzissen“ umrahmt. Nach einer kurzen Begrüßung der Jagdreiterinnen und Jagdreiter sowie der zahlreichen Gäste und Zuschauer, ging es in drei jagdreiterlichen Feldern auf die Jagdstrecke - rund ums schöne Rodder Maar. Das erste Feld - Springerfeld - wurde geführt von Thomas Lühring aus Burgbrohl, unterstützt von den Pikören Michael Nolden aus Oberzissen und dem Anhauser Jagdreiter Heinz Krämer. Das zweite Feld lag in der Verantwortung von Bruno Reinert und seiner Tochter Viktoria, beide aus Oberdürenbach, unterstützt vom zweiten Familienteam Sandra und Chiara Bell aus Niederdürenbach, die als Piköre das Feld unter Kontrolle hielten. Das dritte Feld - zumeist der jagdreiterliche Nachwuchs - war unter Führung von Petra Schütz aus Oberzissen mit der Pikörin Anette Lühring aus Burgbrohl.

Das gesamte Feld wurde angeführt durch die „Schleppenleger“ Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen in diesem Jahr Theo Schmitz von der Sauerland-Meute sowie Petra Leclerc aus Rheinböllen und Katja Lenz aus Oberdürenbach. Sie ritten allen voran und legten die Spur für die Jagdhunde, die ihnen über insgesamt 17 km Strecke immer „dicht auf den Fersen“ waren. Geritten wurden insgesamt zehn „Schleppen“ (angelegte, teiljagdliche Abschnitte), die mit hohem reiterlichen Geschick zu bewältigen und mit einer Vielzahl von teilweise anspruchsvollen Hindernissen im Wald und auf der Wiese gespickt waren und überwunden werden mussten. Insgesamt konnten Reiter und Pferd ihr Können an 34 Hindernissen - über die gesamte Jagdstrecke verteilt - messen.

Jagdreiten ist eine besondere Sportart; sie hat nichts mit „elitärem Gehabe“ zu tun - zudem ist das Jagdreiten in Deutschland völlig unblutig. Seit 1934 ist in Deutschland die „Hetzjagd hinter lebendem Wild“ gesetzlich verboten und kein deutscher Jagdreiter - insbesondere keiner aus dem Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. - bedauert das. Der Dreiklang Tier, Natur und Mensch steht beim Jagdreiten im Vordergrund.

Der Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. unterstreicht und fördert in hohem Maße die reiterliche Ausbildung im Gelände: „In schnellem Tempo reiten, denken und handeln“ - das sind die zu erlernenden Anforderungen an das „Team Reiter und Pferd“. Hierzu sind die Rahmenbedingungen im Brohltal nahezu ideal - als eine Ausbildungsstätte sei nur das Leistungszentrum Nord der Jagdreiterei nahe dem Rodder Maar genannt; ein 22.000 m² unvergleichbares Ausbildungsareal sowohl für künftige, als auch gestandene Jagdreiter/innen.

General der Kavallerie Graf Wrangel hat bereits im 19. Jahrhundert treffend die Faszination für das Jagdreiten formuliert: „Und wenn Du die Kunst der Dressur beherrschst / und bist ein Meister der Hohen Schule / und wenn alle reiterlichen Weisheiten in deinem Hirn gespeichert wären / und hättest nie nach heißem, kühnen Jagdritt den grünen Bruch empfangen / - dann wäre Deine ganze Weisheit eitel Stückwerk“.

Alle Beteiligten waren sich nach dem Jagdende einig, dass die Jagdausrichtung dem unterschiedlichen Können von Pferd und Reiter gerecht wurde und eine Vielzahl von Möglichkeiten zu bieten hatte. In Vorbereitung der Jagdstrecke waren für den Hindernisbau und die Begrünung Heinz Daum, Michael Nolden, Achim Leclerc, Thomas Lühring sowie Sandra, Chiara und Till Bell vom Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. aktiv.

Nachdem der letzte Sprung (Halali-Sprung) genommen war, beglückwünschten sich alle Jagdreiter/-innen gegenseitig zu Pferde und lobten die gute Schleppjagd. Dann ging es noch retour auf den Abreiteplatz an der Schützenhalle, wo den Hunden für die erfolgreiche Schleppjagd mit dem Curée - bestehend aus frischem Rinderpansen - gedankt wurde. Anschließend empfingen alle Jagdreiter-/innen den anerkennenden Dank von Heinz Daum, indem ihnen ein Bruch (ein gebundener Eichenzweig) als Zeichen dafür überreicht wurde, dass die Jagd erfolgreich absolviert wurde - allen Pferden wurde mit einem frischen Oberlützinger Apfel gedankt. Begleitet wurde dieser Abschluss wiederum mit wundervollen Jagdklängen der Jagdbläser des „Niederzissener Hegerings“. Anschließend wurden dann die Pferde, die durchweg gute Leistungen gezeigt hatten, versorgt, und danach trafen sich Jagdreiter/-innen, Zuschauer und Gäste zum „Schüsseltreiben“ (dem Ausklang der Jagd) in der Oberzissener Schützenhalle, wo die eine oder andere Jagdreitszene nochmals in entspannter Atmosphäre ausgewertet wurde. Insgesamt ein toller und gelungener Tag für alle Pferdesport-Begeisterten.

Der Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. spricht besonders allen Helfern, dem DRK, der Oberzissener Feuerwehr, den Ortsgemeinden Oberzissen und Oberdürenbach sowie den Besitzern von Wald und Feld, die genutzt werden durften, ein großes Lob aus.

Pressemitteilung

des Jagd-Reiter-Clubs Eifel e.V.

Die Burgbrohler Annette und Thomas Lühring..

Die Burgbrohler Annette und Thomas Lühring..

Eine Schleppjagd mit zahlreichen Gästen bedeutet vor allem einiges an Organisation.Fotos: privat

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