Ministerin Eveline Lemke zeichnete den Brohler „Rheinland-Pfälzer mit Leib und Seele“ aus
Johannes Netz ist Träger der Wirtschaftsmedaille
Brohl/Mainz. „Es war ein schöner Nachmittag im Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung in Mainz“, hält Johannes Netz, rückblickend auf die Verleihung der Wirtschaftsmedaille durch Ministerin Eveline Lemke, fest. Überrascht wurde der 1953 gebürtige Brohler mit dieser Ehrung schon, „denn ich erfuhr davon erst, als mich ein Anruf zur Terminierung dieses Nachmittags erreichte.“
Und dann blätterte Netz, „Rheinland-Pfälzer mit Leib und Seele“, in seinem Lebensbuch zurück und betrieb Ursachenforschung, womit er diese Auszeichnung wohl verdient habe. 15 Jahre lang hatte er nach seiner Ausbildung in Maria Laach selbstständig in der Netzer Mühle im Brohltal gearbeitet, die er in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zurückgekauft hat. Und danach erst erfuhr, dass die Gründung dieses Anwesens auf seinen Ur-Ur-Ur-Großvater 1874 zurückgeht. Gesundheitliche Gründe, die Bandscheibe spielte nicht mehr mit, zwangen den Familienvater (ein Sohn) dann sich nach beruflichen Alternativen umzusehen. Er blieb der steinverarbeitenden Industrie treu und wurde Geschäftsführer der MAYKO Natursteinwerke, einem weltweit operierenden Werk mit 35 Mitarbeitern in Mayen. Aber nicht nur da war und ist er erfolgreich tätig, sondern Netz ist auch als stellvertretender Vorsitzender des Baustoffverbandes VERO für Rheinland-Pfalz sowie in Gremien der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) sehr engagiert.
Darüber hinaus hat er nie den Naturschutz und die sozialen Belange in seinem Umfeld aus den Augen verloren. Johannes Netz ist einer der Wegbereiter der ersten Rahmenvereinbarungen im Steine- und Erdenbereich mit dem Land. Und darin sieht er, neben seinem Wirken im DRK-Kreisverband, der katholischen Kirchengemeinde, Lions-Club und anderen sozialen Organisationen sowie im Orts- und Verbandsgemeinderat Brohl und Bad Breisig und schließlich Vorsitzender des Fachbeirates Naturschutz Mayen-Koblenz, die Gründe für die Verleihung der Wirtschaftsmedaille. Denn die wird, so die Ministerin im Einladungsschreiben, an Personen verliehen, „die sich in besonderer Weise um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Rheinland-Pfalz verdient gemacht haben“.
Den Schwerpunkt auf der Suche nach einer Erklärung für die Ehrung legt Netz dann auf die Zusammenarbeit mit dem Land in Sachen Rahmenbedingungen für den Naturschutz und erklärt: „Früher drehte sich hier in diesem Gebiet fast alles um den Naturstein. Dann hat sich jedoch die Einstellung zur Natur und am Verhalten gegenüber der Umwelt grundlegend geändert, und auch die mächtige Steinindustrie musste neue Wege einschlagen. Ich habe versucht, über Kompromisse nach allen Seiten zu vermitteln, dass auch Industrie und Kommerz sich anpassen müssen. Das hieß um die Jahrtausendwende: Wenn neue Vorschriften kommen, dann muss auch die Industrie mit den Vorschriften arbeiten. Probleme müssen frühzeitig angegangen werden. Da waren wir mit unserem Unternehmen Vorreiter und wir haben viele Dinge im Vorfeld erledigt. Wir haben geredet, trotz unterschiedlicher Meinung. Denn nur so hat ein Kompromiss eine Chance.“
Eine Chance, die Netz wohl jetzt zur Ehrung nach Mainz führte, zu einem „rundum schönen Nachmittag“.
