Informationsveranstaltung zum Danke-Polizei-Tag in der Kreisverwaltung Ahrweiler
Keine Gewalt gegen Polizisten
Aktionstag am 20. September
Ahrweiler. Die Kreisverwaltung Ahrweiler veranstaltet kürzlich eine Informationsveranstaltung zum „Danke-Polizei-Tag“, der am 20. September stattfindenden wird. Unter der Schirmherrschaft der Staatssekretärin Heike Raab wird diese besondere Aktion stattfinden, die darauf aufmerksam machen soll, dass die Gewalt gegen Polizisten im Dienst zugenommen hat. Unter Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Kriminalitätsopferbundes „Weißer Ring“, des Polizeipräsidenten Wolfgang Fromm, Vertretern des THW und der Feuerwehr dem DRK begrüßte Hausherr Dr. Jürgen Pföhler die Anwesenden und stellte ihnen die Vereinsvertreter und deren Vorsitzende Gerke Minrath-Grunwald vor. Der Verein„Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ ist bundesweit und auch in Österreich und der Schweiz aktiv. Obwohl in Deutschland seit über 85 Jahren der Spruch „Polizei, dein Freund und Helfer“ existiert, hatte Minrath-Grunwald die Idee zur Vereinsgründung nach einem Besuch in Berlin 2011. Bei den dortigen Ausschreitungen fand sie das aufgerissene Pflaster der Hauptstadt nach den Demonstrationen vor und stellte fest, das Steinewerfer dieses Pflaster gegen die Polizisten warfen. Seinerzeit wurden beim Einsatz 490 Polizisten verletzt, von diesen mussten 56 ärztlich behandelt werden. Bei diesen Polizisten sah sie allerdings im Gegensatz zu den Steinwerfern nicht „die Polizei oder den Polizeistaat“, sondern Mitmenschen und Familienväter in Uniform, welche in Ausübung ihrer beruflichen und staatsmännischen Pflicht mit Steinen beworfen werden und mitunter schwerste Verletzungen erlitten haben. Das die Polizisten dieses Verhalten in Ausübung ihres Berufes erdulden müssen und selbst banale Situationen - wie Fahrzeugkontrollen - bereits übelste Verletzungen und Beleidigungen mit sich bringen, soll am Aktionstag verdeutlicht werden. In der Vereinsbroschüre ist das Problem mit Zahlen belegt und aus verschiedenen Quellen zusammen getragen worden. Die zunehmende Gewalt gegen Polizisten wird seit 1990 beobachtet. Es sei im Ergebnis eine zunehmende Respektlosigkeit gegen der Polizei und dem Staat festzuhalten. So wurden in Rheinland-Pfalz im Jahre 2012 während des Streifendienstes Polizeibeamte geschädigt. Auch die Widerstandsdelikte in Rheinland-Pfalz wurden dokumentiert. In Koblenz wurden im Jahre 2013 insgesamt 562 Fälle dokumentiert, von den 345 unter das Stichwort „Beleidigungen“ fallen. Darüber hinaus nehmen auch die Körperverletzungen, die Polizisten im Dienst erleiden müssen, immer mehr zu. Und diese Schädigungen geschehen auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Alleine bei der banalen Frage nach dem Ausweis sind schon heikle Situationen entstanden. In ihrer Ansprache als Schirmherrin konnte Staatssekretärin Heike Raab für den Landkreis Ahrweiler und natürlich auch darüber hinaus feststellen, das die Polizei trotz dieser schlimmen Entwicklung immer und flächendeckend präsent ist. Auch bei den November Demos in Remagen wird die hohe Präsenz der Polizei erkennbar sein und sie bestätigt eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden, die auch an diesem Tage präsent sind, damit die friedlichen Demonstranten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen können.
Der Entwicklung entgegen wirken
Zum allgemeinen Bedauern wusste sie aber auch darüber zu berichten, das diese Gewalt nicht nur ein Phänomen gegen die Polizei ist, sondern auch gegen die Rettungskräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes zu beobachten ist. Während der Einsätze zur Menschen- oder Tierrettung werden sogar die herbeigerufenen Helfer, hier handelt es sich oftmals um ehrenamtliche Mitbürger, die sich beispielsweise bei der freiwilligen Feuerwehr engagieren, bei ihren Einsätzen attackiert und verletzt. Auf diese Entwicklung soll beim Aktionstag auch hingewiesen werden, um ihr entgegen zu wirken.
Hohe Aufklärungsquote
Erfreulich zu hören ist, dass eine Aufklärungsquote der Straftaten von 60,9 Prozent in Rheinland-Pfalz zu verzeichnen sind. Rheinland-Pfalz zählt zu den sichersten Bundesländer der Bundesrepublik. Wie der Polizeipräsident Wolfgang Fromm in seinem Grußwort unterstrich, werden die Polizisten auf die Einsatzsituationen mit abstrakten und konkreten Gefahren hervorragend vorbereitet und ausgebildet. Darüber hinaus verwies er darauf, dass die Beamten ebenfalls durch gute Ausstattung geschützt werden und keinesfalls unvorbereitet in Gefahrensituationen geschickt werden. Dass sich die Polizisten als Bürger in Uniform diesen Situationen aussetzen, soll mit dem Aktionstag „Danke-Polizei“ honoriert werden. Der Verein macht hierauf mit Plakaten aufmerksam und zeigt den Beamten, dass große Teile der Bevölkerung ihnen und auch dem Rettungsdienst den nötigen Rückhalt geben. Im angelsächsischen Raum ist es Tradition, dass Bürger an einem Tag, Ende September, zu ihrer örtlichen Polizeistation gehen, um den „say thank you to a police officer day“ zu begehen. Der Verein „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ wird diesen Tag am 20. September als Danke-Polizei-Tag in Deutschland mit Schwerpunkt im Kreis Ahrweiler einführen. „Wir gehen also zu unserer örtlichen Polizeistation und sagen 'Danke'. 'Danke' für die geleistete Arbeit, 'danke' für den täglichen Einsatz, 'danke' für die Sicherheit, ohne die Freiheit nicht möglich ist und auch 'danke' für den Schutz der freien Meinungsäußerung.“ Der Verein hofft darauf, auch hierzulande daraus eine Tradition machen zu können. Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.kggp.de und per eMail unter: post@kggp.de
Gerke Minrath-Grunwald hatte die Idee zur Gründung des Vereins „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“.
