Politik | 15.07.2013, 13:00 Uhr

FDP

Keine Windräder im Rheintal, auch nicht in Remagen

FDP begrüßt Stellungnahme des Landrats zu Windrädern auf der anderen Rheinseite

Fotosimulation des geplanten Windparks auf der anderen Rheinseite gegenüber von Remagen. privat
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Remagen. Die FDP begrüßt ausdrücklich die Stellungnahme von Landrat Jürgen Pföhler zu den geplanten Windrädern auf der rechten Rheinseite gegenüber von Remagen.

Pföhler hatte seinen Kollegen, den Landrat des Kreises Neuwied Rainer Kaul, die Zustimmung zu den in Erpel und Bruchhausen geplanten Windrädern gegeben unter der Bedingung, dass diese das Landschaftsbild und die Kulturgüter, sowie die touristischen Funktionen nicht beeinträchtigen.

„Im Klartext: die Windräder dürfen von Remagen bis zur goldenen Meile nicht sichtbar sein. Dies ist angesichts der geplanten Größe der Windräder ein faktisches Nein“, stellt der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber fest.

Die FDP hatte sich bereits vor einigen Wochen die Planungen auf der anderen Rheinseite kritisch unter die Lupe genommen. In einem Gespräch mit der dortigen Bürgerinitiative hatte Karsten Keune aus Rheinbreitbach, Vertreter der Bürgerinitiative „Pro Naturpark Pur“, den Liberalen erläutert, dass in dem besagten Gebiet bis zu 18 Windräder mit einer Höhe von fast 200 m, also 40 m höher als der Kölner Dom, vorgesehen seien. Diese seien dann vom Rolandsbogen, von Oberwinter oder der Apollinariskirche sehr gut sichtbar. In einer Fotomontage demonstrierte er, wie drastisch das optische Erscheinungsbild der Landschaft beeinträchtigt würde.

Auch der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Frithjof Kühn hatte in seiner Stellungnahme auf die Verunstaltung des Landschaftsbildes hingewiesen und festgestellt: „Die beabsichtigten Windenergieanlagen würden mit ihrer Bauhöhe von nahezu 200 m und aufgrund ihres Standortes eine erhebliche Fernwirkung entfalten und sowohl aus dem Rheintal als auch von nahezu allen Höhenlagen und Aussichtspunkten sichtbar und prägend für das Landschaftsbild sein.“ Die FDP hatte daraufhin auf einem Bezirksparteitag gefordert, das gesamte Rheintal und die angrenzenden Höhenzüge aufgrund der kulturhistorischen und touristischen Bedeutung und der Schönheit der Landschaft von Windrädern freizuhalten. Dies gilt aus Sicht der FDP natürlich nicht nur für die rechte, sondern auch für die linke Rheinseite. Van Bebber wies darauf hin, dass oberhalb von Remagen so genannte Potentialflächen für Windkraft benannt seien, und zwar die Waldgebiete zwischen „Dungkopf“ und „Scheidskopf“. Dies, obwohl das Areal als regionaler Grünzug ausgewiesen wird. Bis zu 20 Windkraftanlagen seien hier denkbar, große Teile des Waldes müssten abgeholzt werden. Diese Windräder würden zudem deutlich näher am Rhein stehen als die auf der rechten Rheinseite geplanten Windräder. Die Hauptgründe für die vehement vorangetriebenen Planungen auf der rechten Rheinseite seien finanzieller Art: „Die Ortsgemeinden Rheinbreitbach, Erpel, Bruchhausen und die Stadt Unkel sollen pro genehmigter Windkraftanlage zusammen 40.000 Euro jährlich erhalten“, rechnete Keune vor. Macht bei 18 Windrädern 720 000 Euro. Eine große Verführung für die finanziell klammen Kommunen.

„Ich freue mich über diese klare Stellungnahme, die nicht das Geld in den Vordergrund stellt, sondern den Schutz unserer Kulturlandschaft. Umso verwunderter bin ich allerdings, dass die Stadt Remagen keine Bedenken erhoben hat. Hier scheint das Interesse am Bau der Windräder im Remagener Wald größer zu sein als das Interesse an dem Schutz der Landschaft. Motto: wenn wir selbst die Landschaft verschandeln, dann können wir es den anderen nicht verbieten“, so der Eindruck des Liberalen.

Für wesentlich stringenter hält van Bebber die Haltung des Kreises, der auch die Interessen des Landschaftsschutzes und des Schutzes der Kulturgüter im Auge hat. „Man darf die Windenergie und das damit zu erzielende Geld nicht über alles stellen, wir müssen auch unsere schöne Landschaft schützen“, fordert der Kreischef der Liberalen.

Pressemitteilung

FDP Remagen

Fotosimulation des geplanten Windparks auf der anderen Rheinseite gegenüber von Remagen. Foto: privat

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