Patronatsfest zu Maria Himmelfahrt wurde würdig begangen
Kräutersegnung und Lobgesang
Bad Breisig. Die quellenstädtische Marienkirmes schmückte sich auch in diesem Jahr wieder mit besonderen Höhepunkten, dienend der besonderen Verehrung der Gottesmutter. In den Tagen vor Christi Himmelfahrt schwärmten die Mitglieder der Katholischen Frauen von St. Marien aus, organisiert von der KfD unter dem Vorsitz von Karin Buhr, um im Bereich der Goldenen Meile körbeweise blühende Wildpflanzen zu sammeln, die später zu bunten Sträußen gebunden wurden. Man kann sich nur wundern, was rund um die Äcker der Goldenen Meile alles an wunderschönen Wildblumen wächst. Unter einem Schatten spendenden Scheunen-Vordach des Katharinenhofes von Hilde und Karli Kurp erfolgte in geselliger Runde das Binden der Blumen zu handlichen Sträußen. Das „Kräuter-Sammeln“ klang traditionsgemäß aus in einer höchst fröhlichen Runde bei Kaffee und Kuchen.
Beim festlichen Hochamt am Tag Christi Himmelfahrt schmückten die gesammelten Kräuter den Kirchenraum rund um den Altar.
Der Gottesdienst wurde diesmal besonders festlich gestaltet durch den Kirchenchor unter der Leitung von Carmen Scheuren. Unter solistischer Mitwirkung der Sopranistin Marina Frings brillierte der Chor mit neu einstudierten Teilen (Kyrie, Sanctus und Benedictus) einer Missa brevis von Michael Haydn.
Der Salzburger Michael Haydn hat ebenso prachtvolle sakrale Musik geschaffen wie sein berühmter Bruder Joseph. Prächtig einstudiert, begeisterte der Marienchor die Gläubigen in dem gut gefüllten Kirchenraum von Sankt Marien mit wohlklingenden frommen Klängen. Außerdem erklang das Agnus Dei von George Bizet und das musikalisch so schmiegsame Ave Maria auf einer berühmten Melodie von Georg Friedrich Händel. Im Verlauf des Gottesdienstes segnete Pastor Marmann die Körbe mit bunten Sträußen, die in der Folge an die Gläubigen verteilt wurden. Die Tradition der Kräuter-Sammlung stammt übrigens aus dem süddeutschen Raum.
Sie geht zurück auf die Legende, dass die Frauen einst vor dem leeren Grab der Gottesmutter ratlos lediglich einen Gruß mit bunten Blumen fanden, während Maria selbst inzwischen in den Himmel aufgefahren war.
Die vom Geistlichen gesegneten Kräuter gelten seit alten Zeiten als Schutz vor Krankheit und sonstigem Unheil.
